_

_

Sonntag, 5. Mai 2013

Neu auf Kickstarter - 19. Kalenderwoche

4 comments

In der aktuellen Woche kann man festhalten: Einen richtigen Kracher gibt es wohl nicht. Also eine Woche zum Schonen des Portemonaies? Nicht zwangsläufig, denn auch diese Woche gibt es einige Projekte, welche bestimmte Themennischen abdecken und dadurch sicherlich den ein oder anderen unter uns ansprechen. So ist die Auswahl in der heutigen News recht breit gefächert. Los gehts!


Canterbury
Warum nicht mal eine mittelalterliche Stadt mitaufbauen? Mittelalter geht schließlich immer. In Canterbury könnt Ihr eben genau dies tun. 2-4 Spieler können in gut 90 Minuten ab Oktober Kathedralen, Farmen, Theater uvm. bauen, um damit die Menschen in der Stadt glücklich zu machen und dadurch die meisten Siegpunkte zu ergattern. Schön ist, dass bei einem Pledgelevel von 70,00$ der Versand nach Deutschland inklusive und ebenfalls eine deutsche Spielanleitung enthalten ist. So ganz nebenbei ist übrigens noch Euer Name auf der Box verewigt. Eigentlich sieht Canterbury nach einem netten "Schnäppchen" auf Kickstarter aus. Die Stretchgoals wurden ebenfalls vernünftig gewählt und geben kleinere Boni, ohne das Gefühl zu hinterlassen, dass bewusst etwas für sie aus dem Hauptspiel gelassen wurde.
Wahrscheinlichkeit des Funding: 80%

Moby Dick the Card game
Warum nicht mal einen berühmten Klassiker aus einem Buch auf den Brettspieltisch bringen. Vielmehr auf den Kartenspieltisch. Das dachten sich auch die Jungs von King Post und haben Moby Dick the Card game entwickelt. Das Kartenspiel versucht recht eng an der Buchvorlage zu bleiben und setzt somit voll auf Thematik. Drei unterschiedliche Kartendecks mit über 100 Karten lassen die Spieler bekannte Seefahrer und Geschichten aus dem Buch wiedererkennen. 40,00$ inkl. Versand ist die günstigste Alternative. Man bekommt nach dem Projekt dafür schonmal eine print-and-play Variante. Nett. Weniger lustig ist das Pledgelevel von 10.000$, wo man mal so ganz nebenbei ein 10 feet Walboot-Nachbau mitersteigern kann.
Wahrscheinlichkeit des Funding: 100%

Ars Victor
Ars Victor  ist ein schnelles taktisches Wargame mit comicartigen Einheiten. Schon im letzten Jahr wurde Ars Victor als print-and-play Variante der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und soll nun per Kickstarter endlich professionel produziert werden. 70,00$ inkl. Versand als Early-Bird muss man aktuell hinblättern für eine Menge an Cardboard. Viele Tokens und eine anscheinend randvoll gefüllte Box, welche sogar aus Holz bestehen kann, wenn ein Stretchgoal erfüllt wird. Ars Victor wird es dennoch schwer haben in der Rubrik der Wargames. Zu viele sehr gute Spiele dieser Zunft sind bereits auf dem Markt. Aber wir lassen uns ja gerne überraschen.
Wahrscheinlichkeit des Funding: 60%

sämtliche Bilder sind von www.kickstarter.com bzw. vom jeweiligen Verlag (hier Quixotic Games, King Post, DeBaun)

Kommentare:

  1. Danke für die schöne Zusammenfassung.

    Aber Schnäppchen? Schon gut, dass du das in Anführungszeichen gesetzt hast :P... Die Preise, die auf Kickstarter verlangt werden, werden meiner Meinung nach immer aberwitziger. 60 $ ist das günstigste Level, ab dem es das Spiel Canterburry gibt... Was man dafür bekommt, halte ich für einen schlechten Scherz. Ein Spielbrett, 5 Stanztafeln mit Pappteilen und ein paar Holzwürfel. Und bei Moby Dick gibt es für schlappe 40 Dollar im Wesentlichen einen Stapel von etwa 100 Karten. Wow :)

    AntwortenLöschen
  2. Ja, klar. Deswegen habe ich es bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Hinzu kommt ja auch noch immer die Einfuhrumsatzsteuer und bei über 150,00 EUR noch der Zoll. Von günstig kann bei Kickstarter nie die Rede sein. Dafür erhält man ein Spiel halt deutlich früher und ein Teil geht halt in die Finanzierung. Denn manche Spiele schaffen es ohne Kickstarter halt nie in die normale Produktion.

    AntwortenLöschen
  3. "Denn manche Spiele schaffen es ohne Kickstarter halt nie in die normale Produktion"

    Richtig! Aber dafür gibt es oft auch gute Gründe. Klar, es gibt "Nischen-Spiele", bei denen die Nachfrage-Situation so ungewiss ist, dass sich da keine Verlage rantrauen, und bei denen es also gut ist, über ein Funding-Projekt vorher das Interesse abzuklopfen. Das war ja die ideele Grundidee von Kickstarter. Die Umsetzung kreativer Ideen zu ermöglichen.

    Aber von diesem ideelen Ansatz sind wir bei soooo vielen Projekten mittlerweile doch meilenweit weg :) Canterburry könnte, wenn es wirklich ein gutes Spiel wäre, mit Sicherheit bei einem Verlag unterkommen und dann auf normalem Wege veröffentlicht werden. Ein Nischenthema ist das Mittelalter ja schließlich wirklich nicht... Für einen angebrachten Preis von 30 €, an dem sich dann nicht nur der Projekt-Initator bereichert, sondern von dem Verlagsmitarbeiter, Distributoren und Einzelhandel profitieren...

    Kickstarter wird heute nicht mehr zur Finanzierung kreativer Ideen genutzt, sondern um aus halbgaren Ideen möglichst viel Kohle zu scheffeln (Ausnahmen bestätigen die Regel).

    Ein schönes Streitthema :P

    AntwortenLöschen
  4. In der Tat ein schönes Streitthema.
    Ich bin da in den meisten Punkten ganz bei Dir, aber ich "backe" genauso wie viele anderen, da es mich schon reizt Spiele deutlich vor anderen zu haben und vielleicht den ein oder anderen Bonus zu bekommen.
    Letztendlich läuft aber auch auf Kickstarter alles über Angebot und Nachfrage. Kickstarter hat sich schließlich nur in diese Richtung entwickeln können, da die Nachfrage da war. Nein, diese hat sich sogar deutlich gesteigert, würde ich mal behaupten.
    Letztlich wird sich diese Entwicklung, denke ich, ganz natürlich abschwächen, wenn der Markt gesättigt ist.
    Man sollte aber bei jedem Projekt ganz genau darauf achten, ob das Spiel etwas taugen kann oder nicht und was man für sein Geld bekommt. Ein Beispiel "Triassic Terror". Wirklich phänomenale Komponenten für das Geld.

    AntwortenLöschen