Shinjuku – Kunden, Karten & Chaos im Tokyoter Nahverkehr
Stell dir vor, du bist mitten in Tokio, genauer gesagt in Shinjuku. Überfüllte Bahnhöfe, hektische Menschenmassen und ein Kundenstrom, der nur darauf wartet, in deine Läden gespült zu werden. Klingt nach Stress? Ist es – aber ein ziemlich unterhaltsamer!
In Shinjuku dreht sich alles um dein persönliches Schienennetz, clever platzierte Geschäfte und den Kampf um die lukrativsten Kunden. Jede Runde ziehst du Karten, die dir sagen, in welchem Bezirk du aktiv werden darfst. Mit diesen Karten eröffnest du neue Läden (Bücher, Kleidung, Elektronik und Co.), baust Gleise oder schnappst dir Kunden, die du quer durch die Stadt in deine Geschäfte leitest. Klingt simpel, hat aber diesen „Ach verdammt, hätte ich doch letzte Runde…!“-Faktor, der dich sofort wieder an den Tisch holt.
Der Clou liegt im Kartenmanagement: Du bist auf Bezirkskarten angewiesen, kannst aber durch Wildcards und clevere Upgrades ordentlich tricksen. Wenn du deine kleinen Shops zu mächtigen Warenhäusern aufwertest, wird’s erst richtig spaßig – nicht nur, weil du plötzlich alle Kunden bedienen kannst, sondern auch, weil diese Upgrades am Ende wie Joker zählen und dir wertvolle Sets sichern.
Dazu kommt das Netzwerkbauen: Dein Schienennetz ist dein Motor. Kunden bewegen sich entlang deiner Gleise – aber wehe, du nutzt fremde Strecken! Dann freut sich der Mitspieler über Gratisaktionen. So entsteht ein schönes Maß an Interaktion: Man gönnt sich nichts, aber man kommt auch nicht ohne den anderen aus.
Das Spiel bleibt dabei angenehm flott. Karten ziehen, zwei Aktionen, Kunden bewegen – fertig. Trotzdem steckt genug Tiefe drin, um dich ständig zwischen „Baue ich noch eine Strecke?“ und „Greife ich jetzt die Kunden ab?“ hin- und herzuzerren.
Fazit
Shinjuku ist kein Brainburner, aber ein cleveres, interaktives Spiel: kurzweilig, taktisch, mit genug Ärgerpotenzial, um am Tisch zu lachen und zu fluchen. Wer Zugnetze mag, aber keine Lust auf epische Wirtschaftskrimis à la Age of Steam hat, ist hier goldrichtig.
Pro: flott gespielt, hohe Interaktion, elegantes Kartenmanagement.
Contra: Thema ist sehr abstrakt, und wer kein Freund von Kartenglück ist, muss etwas schlucken (auch wenn Wildcards das gut abfedern).
Unterm Strich: Shinjuku ist wie Tokio selbst – wuselig, bunt und voller kleiner Tricks.
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Shinjuku von Gary Kacmarcik
Erschienen bei Heidelbär Games
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 60 Minuten ab 10 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Heidelbär Games)
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