16.01.2019

The Grimm Forest


Als damals die Kickstarterkampagne zu The Grimm Forest lief, war ich bereits von der bloßen Optik des Materials fasziniert. Dennoch bin ich nicht eingestiegen. Damals war der Verlag Druid City Games noch ein unbekannter. Würde das in 3D-Animationen dargestellte Material wirklich so toll aussehen? Noch dazu gab es keine Kickstarter-Exklusives. Ich konnte also locker warten.

Seitdem liebe Leute ärgere ich mich nicht mitgemacht zu haben. Das Spiel wurde irgendwann ausgeliefert und erfüllte wohl seine Erwartungen. Zumindest habe ich von allen Seiten nur gutes gehört. Schwer zu bekommen war es nun aber doch irgendwie. Bzw. nur teuer. Gut, dass nun die Spieleschmiede das ganze auf deutsch bringt, wozu ich die Möglichkeit nutze Euch von meinen Spielerfahrungen mit The Grimm Forest zu erzählen.


The Grimm Forest ist - wie es der Name bereits erahnen lässt - ein Spiel, was sich im Märchenbereich angesiedelt hat. Dabei nehmen wir es dem Verlag mal nicht übel, dass neben klassischen Märchengestalten der Gebrüder Grimm wie z. B. Aschenputtel, die drei kleinen Schweinchen oder Rotkäppchen, nun auch der Protagonistenkreis um andere fabelhafte Wesen erweitert wurde. Es finden sich nun auch Robin Hood, Cinderella oder der Lebkuchenmann. Das tut dem Thema aber keinen Abbruch.

Hauptprotagonist von The Grimm Forest sind die kleinen Schweinchen, von denen wir jeder eins übernehmen. Ziel ist es - wie im Märchen - Hütten zu bauen. Dabei gibts Stroh-, Lehm- und Holzhütten, wobei sich nur die Lehmhütte spielerisch unterscheidet, denn sie kann erstens nicht gut vom Wolf weggeblasen werden und zweitens ist sie so stabil, dass sie den Tie-Braker entscheidet.


Ziel des Spiels ist es als erstes Schweinchen drei Hütten (egal welcher Sorte) gebaut zu haben. Die Mechanismen, die dabei The Grimm Forest zu Grunde liegen sind denkbar einfach und lassen sich am ersten mit dem Begriff „Ich denke, dass Du denkst, dass ich denke-Mechanismus“ beschreiben. Für unsere wundervoll ausmodellierten Hütten müssen wir nämlich Rohstoffe sammeln, die sich im Laufe einer Partie sukzessive auf den jeweiligen Orten in der Tischmitte ansammeln. Dabei wählen wir jede Runde im geheimen, zu welchem Ort unser Schweinchen fährt und sammelt. Wähle ich als einziger einen Ort, bekomme ich alle dort befindlichen Rohstoffe. Treffe ich auf Widersacher, teilen wir die Beute. Es entwickelt sich ein Gedankenspiel, welches selbstverständlich zum großen Teil von Glück getrieben und gerne mal als das „Schere-Stein-Papier-Prinzip“ bezeichnet wird.


Das Prinzip klingt zunächst wenig spannend, wären da nicht die Fabelkarten und die Freunde und Monster. All jene Karten bringen Freunde und Feinde der Märchenwelt auf den Spielplan (teilweise in Form von ebenso tollen Miniaturen) und geben The Grimm Forest Taktik und ein gehöriges Take-That-Element. So kann ich beispielsweise den großen bösen Wolf auf einen Mitspieler loslassen, um dessen Haus kaputt zu pusten oder ich lasse Robin Hood für mich die reicheren Mitspieler bestehlen. Die Charaktere, Freunde und Monster sind dabei nicht nur höchst unterschiedlich in ihrer Wirkungsweise, sondern auch äußerst thematisch und auch bei Zeiten herrlich unbalanciert. In The Grimm Forest sage ich bewusst „herrlich unbalanciert“, was ja normalerweise ein Gegensatz in sich selbst wäre bei einem Brettspiel. The Grimm Forest ist aber in der Gesamtaufmachung so locker und leicht, dass man es als simples gute Laune Spiel annehmen muss.


Alles passt zusammen in The Grimm Forest  Angefangen von der putzigen Grafik (wer auf die Grafik von Everdell steht, ist hier glücklich), über die locker leichten Mechanismen, bis hin zu den Sonderfähigkeiten der Karten. The Grimm Forest ist kein Vielspielerhighlight und man muss definitiv mit einer lockeren Einstellung an eine Partie herangehen, aber es unterhält wunderbar für die Dauer einer Partie am Abend. Dabei ist es nicht nur familientauglich, sondern kann auch durchaus Vielspieler in lockerer Runde begeistern. Für mich füllt es dabei eine ähnliche Lücke wie der Evergreen King of Tokyo. Einfach drauf losspielen, das ganze nicht zu ernst nehmen und Spaß haben.

The Grimm Forest sieht dabei auch noch wunderschön aus. Die Miniaturen fordern förmlich dazu auf, sie zu bemalen, können aber auch im unbemalten Zustand mit jedem Miniaturenspiel mithalten. Das Inlay ist erste Sahne und auch die restlichen Materialien (Häuser, Grafiken, Playerboards) sind mit viel Liebe zum Detail produziert. Ich war lange auf der Suche nach einem Brettspiel mit Märchenthema für meine Sammlung. The Grimm Forest füllt diese Lücke bravourös. Definitiv ein Hingucker!
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The Grimm Forest von Tim Eisner
Erschienen bei Druid City Games
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 60 Minuten
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sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder aus dem Pressematerial des jeweiligen Verlages (hier Druid City Games)


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14.01.2019

Stone Age: Jubiläumsedition


Wenn ein Spiel 10 Jahre alt wird und man beim Erscheinen einer Jubiläumsausgabe nicht sofort denkt „wer will denn sowas?“, dann hat ein Spiel vieles richtig gemacht. Im Falle der Stone Age Jubiläumsedition dachte ich aber sogar genau das Gegenteil „haben wollen!“…und wie sich schon beim Auspacken zeigte…sollte ich nicht enttäuscht werden: Das Winter-Setting steht dem Spiel wunderbar zu Gesicht. Die ohnehin liebevoll gestalteten und verabreiteten Komponenten gefallen mir persönlich im Winter nochmal eine ganze Schneeschippe besser, als das bekannte Setting (was – zugegebener Maßen – vielleicht einfach daran liegen mag, dass das bekannte Setting eben ein bekanntes Setting ist). An den Regeln selbst hat sich dabei aber glücklicherweise (zunächst) nichts geändert.


Für alle, an denen Stone Age bislang völlig vorbeigegangen ist, hier mal ein kurzer Überblick, worum es eigentlich geht: Workerplacement in famlientauglichem Rahmen, aber mit durchaus taktischem Tiefgang. Oder anders: Ein Spiel zum Mitdenken, dass im Vorfeld kein Studium eines verschachtelten Regelwälzers erfordert. Oder ganz konkret: Auf dem (ich sag es nochmal: winterlich schönen) Spielfeld werden 5 Ressourcen verteilt: Nahrung auf dem Jagdfeld, Holz im Wald, Lehm in der Grube, Steine im Steinbruch und Gold im Fluss. Daneben noch Werkzeuge, einige Karten und Gebäudeplättchen. Jeder Spieler startet mit 5 Personen und erhält ein Spielertableau, auf welchem Platz für die eigenen Rohstoffe, Werkzeuge, Personen, Karten und Gebäude vorhanden ist.


Nun geht es los: Beginnend beim Starspieler darf jeder Reihum eine oder mehrere Personen auf einen Ort des Spielplans setzen. Dies geht im Uhrzeigersinn weiter, bis niemand mehr Personen vorrätig hat. Anschließend werden die jeweiligen Aktionen ausgeführt, die an den Orten vollzogen werden dürfen: Rohstoffe farmen, Kinder kriegen (hierfür benötigt man natürlich immer 2 Personen gleichzeitig, Werkzeuge herstellen, Ackerbau betreiben, Karten nehmen, eigene Gebäude bauen.

Mit Ausnahme der Rohstoffe bleiben alle anderen erworbenen Sachen dauerhaft beim Spieler. Werzeuge gehen also nicht kaputt und Personen sterben auch nicht und Hütten brennen nicht ab. Bei den Rohstoffen handelt es sich jedoch um Verbrauchsgüter. Und während bei den erstgenannten die Anzahl der erhaltenen Gegenstände immer gleich 1 ist, werden Rohstoffe ausgewürfelt: für jede Person, die auf dem Feld des Rohstoffes steht, erhält man einen Würfel. Die Augenzahlen werden addiert und anschlißend durch eine bestimmte Zahl geteilt, die dem Rohstoff zugeteilt ist (Nahrung 2, Holz 3, etc.). Das abgerundete Ergebnis besagt dann, wie viele Rohstoffe man vom entsprechenden Typ erhält. Mittels der Werkzeuge kann man dann jeden beliebigen Würfelwurf manipulieren (1x pro Runde pro Werkzeug). Die Rohstoffe braucht man wiederrum, um Karten und Gebäude zu bezahlen. Karten liefern diverse Boni, Gebäude geben unmittelbare Siegpunkte. Als letztes muss in jeder Runde das eigene Volk ernährt werden (1 Nahrung pro Person abgeben). Kann man dies nicht, darf man Rohstoffe 1:1 in Nahrung tauschen und klappt auch dies nicht, verliert man augenblicklich 10 Siegpunkte. Dann geht’s wieder von vorne los bis entweder keine Karten mehr nachgelegt werden können (sofortiges Spielende) oder einer der Gebäudestapel leer ist (Spiel endet am Ende der Runde). 


Und dann beginnt der spannende Teil – die Schlusswertung (wer gerne den ESC guckt, wird verstehen, was ich meine: Jeder Spieler schaut sich seine erworbenen Karten an. Bei den grünen Karten kommt es darauf an, wie viele verschiedene Symbole diese abbilden. Hat man 2 unterschiedliche Symbole, erhält man 4 Punkte, hat man alle 8 winken 64 Punkte. Dann kommen die gelben Karten dran. Diese haben je eigene Punkte basierend auf dem, was man im Spiel so geleistet hat (bspw. Punkte für die Anzahl der Personen oder Gebäude). Daneben bringt noch jeder Rohstoff, den man übrig hat (bis auf die Nahrung) noch einen Siegpunkt ein. Sieger ist, wer die meisten Punkte sammeln konnte.

Um das Balancing bei 2 oder 3 Spielern nicht zu stören, sind bestimmte Spielbrettbereiche in diesen Konstallationen gesperrt, was wunderbar funktioniert.

Soweit das bekannte Spiel. Die Jubiläumsausgabe hält aber neben der (schönen) Winteroptik noch einen kleinen Bonus bereit: Zwei Mini-Erweiterungen sowie Sonderregeln, die sich allesamt ausschließlich in der Winterwelt spielen lassen. Die Sonderregel „Der Winter ist hart“ produziert zusätzliche Punkte beim Kauf von Gebäuden und Karten und verändert mehr im Spiel (aber weder positiv noch negativ), als die kurz und knappe Regel den anschein macht. Es entwickelt sich eine völlig andere Dynamik im Spiel.


Die Mini-Erweiterung „Die wilden Tiere“ bringt 4 Karten mit Tieren, die das Dorf bedrohen und alle Würfelleien mit Abzügen belegen. Das Tier bleibt im Spiel, solange nicht genügend Personen (= Anzahl der Spieler) auf die Karte gestellt werden. Und beim Setzen der Personen greift noch eine Sonderregel: Stehen Personen bei dem Tier, es reicht aber am Ende der Runde nicht aus, das Tier zu verjagen, so kehren die dort stehenden Personen am Ende der Runde nicht zu ihrem Eigentümer zurück, sondern bleiben dort stehen, bis das Tier verjagd wurde (dafür muss die Person aber nicht ernährt werden, sie ist ja nicht heimgekommen). Für das erfolgreiche verjagen eines Tieres winken allerdings Belohnungen, damit es sich auch für jene Spieler lohnt, die grade nichts erwürfeln wollen.

Bei der Mini-Erweiterung „Die Iglus“ handelt es sich dagegen um zusätzliche Gebäude, die als zusätzlicher Gebäudestapel bereitgehalten werden und bei Verbrauch das Spiel nicht beenden. Sie bringen verhältnismäßig mehr Punkte für geringere Kosten ein, als die normalen Gebäude, zählen aber bei der Schlusswertung nicht mehr als „Gebäude“ (sind sie dann etwa Geschmolzen?).


Insgesamt fügen sich die neuen Erweiterungen nahtlos in das übrige Spiel ein und könnten eigentlich auch in der Sommervariante gespielt werden, wenn einem der Schildbürgerstreich egal ist, dass man sich im Sommer ein Iglu in den Garten stellt.

Zu guter letzt also ein Fazit: Das schöne an Stone Age ist und bleibt, im Winter wie im Sommer, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, den Sieg zu erringen, und dass man sich nie ganz sicher sein kann, ob man nicht doch noch kurz vor dem Ziel mit einem einzigen Pünktchen überholt wird. Dies gepaart mit einer relativ knackigen Spielzeit von maximal 90 Minuten (je nach Anzahl der Mitspieler natürlich), macht Stone Age zum immer wieder gern gesehenen Gast auf jedem Brettspielabend und bringt immer wieder Spaß und (zumindest dem Sieger) gute Laune. Und – ich kann’s nicht lassen – als schickes Winter-Schneetreiben umso mehr.

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Stone Age: Jubiläumsedition von Bernd Brunnhofer
Erschienen bei Hans im Glück
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 70 Minuten
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sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Hans im Glück)
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13.01.2019

Bibi Blocksberg - Der blubbernde Hexenkessel


Eeene, meene... und Hex Hex... es gibt glaub ich niemanden, der bei diesen Worten nicht sofort an Bibi Blocksberg denken muss, die kleine Hexe aus Neustadt, seit Jahrzehnten eine feste Größe in Deutschlands Kinderzimmern, sei es klassisch als Hörspiel oder modern als Computerspiel. Auch als Brettspiel gibt es schon so manche Umsetzung, auch zusammen mit Tina Martin, besser bekannt als "Bibi & Tina". Passend zur diesjährigen Weihnachtssaison hat Schmidt Spiele dann auch ein weiteres Spiel herausgebracht und dieses Mal kochen wir zusammen in der Hexenküche.

Der blubbernde Hexenkessel ist für 2-4 Kinder ab 5 Jahren geeignet und enthält gleich zwei Spiele. Hauptbestandteil ist natürlich der schön anzusehende Hexenkessel, der dazu noch mit vielen Knöpfen versehen wurde und dank Batterie auch Töne von sich lässt. Dazu kommen noch jede Menge Zutatenplättchen! 


Bei der ersten Spielvariante geht es vor allem um ein gutes Gedächtnis, denn Bibi Blocksberg muss sich daran erinnern, welche Zutaten alles in ihren Trank müssen, ansonsten fällt sie durch ihre Prüfung.
Wir legen also alle Zutatenplättchen um den Kessel und Bibi teilt uns einmal in einem Rutsch alle Zutaten mit (von jedem gibt es max. vier Stück). Nun müssen wir in beliebiger Reihenfolge, die Zutaten in den Kessel schmeißen und direkt danach den dazugehörigen Knopf auf dem Kessel drücken. Der Spieler der dran ist erhält einen Papplöffel, wählt EINE Zutat, schmeißt diese in den Kessel, drückt den Knopf und der nächste Spieler bekommt den Löffel und ist dran. Insgesamt dürfen wir uns 2 Fehler erlauben, beim dritten explodiert uns allerdings der Kessel und Bibi fällt durch ihre Prüfung. Haben wir alle Zutaten richtig, blubbert der Kessel und Bibi vollendet ihren Hexspruch.

Die zweite Spielvariante kommt da schon ein wenig hektischer daher, denn hier geht es auf Zeit. Vor dem Spiel verteilt man im Raum die Zutatenplättchen mit der Rückseite nach oben. Bibi nennt einem nun die benötigte Zutat und es heißt dann so schnell wie möglich die vier Plättchen dieser Zutat zu finden und in den Kessel zu schmeißen. Immer wenn ein Plättchen im Kessel landet muss man daran denken den passenden Knopf zu drücken. Gelingt es uns nicht rechtzeitig die Zutaten in den Kessel zu schmeißen, explodiert unser Kessel und wir verlieren. 


Die zwei Spielvarianten erfinden das Rad sicherlich nicht neu und sind in diesem Fall ziemlich stumpf in ein Bibi Blocksberg Gewand gestopft worden. Der Kessel ist natürlich ein Highlight für die kleinen Kinder, die es toll finden auf die Knöpfe zu drücken und die Zutaten hineinzuschmeißen. Ein Glück ertönt dann auch die Original-Stimme aus den Hörspielen (alles andere wäre auch eine Frechheit!). Je nach Alter, gibt es auch bei jeder Variante drei Schwierigkeitsstufen, so dass man das Frustrationslevel bei Bedarf niedrig halten kann. 

Aber so richtig klick wollte es bei meiner Tochter (6) nicht machen. Zu simpel ist die Merk-Variante und in wenigen Minuten gemeistert. Hier kann man fast sofort, bei der schweren Einstellung beginnen, damit es zumindest zu Beginn noch eine Herausforderung darstellt. 
Die zweite Variante ist da schon bedeutend witziger und gerade für Kindergeburtstage geeignet. Die wilde Suche nach den Zutaten macht Laune und unterhält die Kinder bestens. Am besten ist natürlich, wenn die Eltern zuvor die Zutaten verstecken bzw. verteilen. 

Hat man die beiden Varianten gemeistert, entsteht dennoch eine kleine Leere und man fragt sich irgendwie "das war's?". Daher bleibt mir nur, das Spiel für Kinder von 4-6 Jahren zu empfehlen, die werden eine gewisse Zeit, damit sicher ihre Freude haben und ihr Erinnerungsvermögen unterstützen. Kleine Fans von Bibi werden es natürlich toll finden mit dem Kessel zu spielen, aber am Ende stört dann doch ein wenig, dass es irgendwie arg simpel daher kommt. Die erste Wahl meiner Tochter wird es wohl nicht werden, da greift sie lieber zu anderen Spielen aus dem Hause Schmidt, wie z.B. Über Stock und Stein.


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Bibi Blocksberg: Der blubbernde Hexenkessel
Erschienen bei Schmidt Spiele
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 15 Minuten
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sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Schmidt Spiele)


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11.01.2019

Burgle Bros


Burgle Bros ist ein Spiel von Tim Fowers und dessen hauseigenem Verlag. Alle Spiele von ihm haben ein paar Besonderheiten, so auch bei Burgle Bros  Sie haben alle eine sehr kompakte Schachtel, ein einzigartiges Artwork und sind alle auf ihre Weise innovativ. Doch das alles hat auch seinen Preis. Die Spiele sind alle im Verhältnis relativ teuer. Burgle Bros schlägt dabei mit ca. 40,00€ zu Buche.

Dafür bekommt man mit Burgle Bros ein sprichwörtlich vollgepacktes Spiel. Thematisch sind wir eine Gangsterbande, die in ein Hochhaus einbricht und auf allen drei Stockwerken den Safe knacken muss, um dann auf dem Dach mit einem Helikopter zu entkommen. Das wirklich coole dabei ist, dass die Box von Burgle Bros eben jenes Hochhaus darstellt und wirklich vollgepackt ist mit Spielmaterial. Ich persönlich bin ja kein Freund von großen leeren Schachteln. Burgle Bros macht in dieser Hinsicht also alles richtig. Passt gut ins Regal, sieht gut aus. Top.


Wie ich es eben schon habe anklingen lassen, ist Burgle Bros ein voll-kooperatives Spiel, in dem wir versuchen müssen einen Raubzug erfolgreich zu gestalten. Spätestens seit Oceans 11 ist der gute alte Gaunerfilm ja wieder omnipräsent und en vogue (im Trend). Dabei bekommen wir alle einen Gangster mit seiner Spezialfähigkeit zugeteilt und starten im Erdgeschoss des Gebäudes. Ziel in allen von drei Etagen des Hochhauses (es ist also eher ein Mehrfamilienhaus, als ein Hochhaus) ist es den Safe zu finden, diesen zu knacken und dann über das Treppenhaus eine Etage höher zu steigen. Blöd nur, dass es diverse Sicherheitsvorkehrungen gibt.

Da wir eher Amateurganoven sind, haben wir anscheinend unsere Hausaufgaben nicht gemacht und wissen nicht wirklich in welchem Raum des Stockwerkes der Safe bzw. alles andere ist, d. h. jeder Raum (dargestellt durch zufällig ausgelegte Plättchen) ist für uns erst einmal unbekannt und muss erkundet werden. Uns stehen dabei pro Zug eine Reihe von Aktionen zur Verfügung. Nicht immer haben wir die Zeit einen Raum vor Betreten zu erkunden, sondern manchmal müssen wir uns einfach mal mutig hineinbewegen. Ups! Da ist der Alarm ausgelöst.


Warum wir uns nicht ewig Zeit lassen können, liegt daran, dass auf jeder Etage ein Sicherheitsmann seine Runden macht. Und zwar nach jedem Zug. Aus mir thematisch unergründlichen Gegebenheiten nehmen die Wachmänner mit jeder Etage an Geschwindigkeit zu. Während in der Erdgeschossetage anscheinend ein ehrenamtlicher Senior seine Runden dreht, ist im dritten Stock ein Kurzstreckensprinter angestellt. Es wird kurzum schwerer den Wachleuten auszuweichen. Diese bewegen sich zunächst erstmal völlig zufällig auf dem Stockwerk hin und her, können aber durch ausgelöste Alarme (zufällig oder absichtlich!) schnell ihre Laufrichtung und ihr Tempo ändern. Der Sinn bei Burgle Bros liegt also darin den Wachmännern bestmöglich aus dem Weg zu gehen, bzw. diese auf eine falsche Fährte zu locken. Doof, dass ziemlich viele Wände das ganze erschweren. 


Den Safe zu knacken ist nochmal eine Aufgabe für sich. Hier müssen wir nämlich anhand der anliegenden Räume die Zahlenkombination erspähen und anschließend mit etwas Aktionsaufwand und Würfelglück das Schloss öffnen. Das dahinter verborgene Diebesgut muss mitgenommen werden und erleichtert nicht unbedingt den weiteren Missionsverlauf.

Burgle Bros ist ein tolles kooperatives Spiel, was sich in jeder Spielerzahl gut spielen lässt. Der Preis ist natürlich etwas hoch, aber man bekommt dafür auch ein toll produziertes Spiel eines Kleinverlages, was sicherlich ein Hinschauer im Spieleregal ist.
Spielerisch befinden wir uns hier sicher nicht auf Kennerniveau, sondern eher auf gehobenem Familienspielerniveau, das aber genug knifflige Entscheidungen für den Vielspieler bereit hält. Burgle Bros unterhält und spielt sich äußerst thematisch. Das gesamte Thema wurde dabei aber von einer satirischen Seite aufgezogen, das bewusst seine Anspielungen macht. Mir gefällt´s!


Der Langzeitspielspaß wird dabei durch die immer variabel und zufällig ausgelegten Stockwerke gesichert. Natürlich kommt es dabei auch immer wieder zu Raum- und Wandkombinationen, die ein unterschiedlich schwer zu meisterndes Szenario generieren, aber Burgle Bros ist dabei nie unschaffbar. Der definitiv vorhandene Glücksfaktor beim Auslegen, der Wachmannbewegung und beim Safe-Knacken ist im Rahmen. Ein kooperatives Spiel braucht auch einen solchen, um interessant zu bleiben.

Burgle Bros kann ich definitiv vorbehaltlos empfehlen, wenn man kooperative Spiele wie Die Verbotene Insel oder Die Vergessene Stadt mag.
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Gurgle Bros von Tim Fowers
Erschienen bei Fowers Games
Für 1 bis 4 Spieler in ca. 60 Minuten
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sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder aus dem Pressematerial des jeweiligen Verlages (hier Fowers Games)


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09.01.2019

König Grummelbart


Der König hat Geburtstag und HUNGER! Großen Hunger! Und wie jedes Jahr möchte er seine Lieblings-Honigtorte serviert bekommen, nur das kann ihn wirklich glücklich machen zu seinem Geburtstag und so macht er sich auf den Weg um sich endlich ein leckeres Stück zu holen. Aufgeregt jagen die Angestellten durch die Hallen des Schlosses und suchen die Zutaten für den König. Wo sind sie bloß? Und sind das etwa die Schritte vom König, die man hören kann?!?

König Grummelbart aus dem Hause Schmidt Spiele ist ein kooperatives Geschicklichkeitsspiel für 2-4 Spieler ab 5 Jahren und dauert im Schnitt 15 Minuten. Wie sich herausgestellt hat, befinden sich die gesuchten Zutaten verteilt auf der königlichen Treppe, diese wird vor Spielbeginn aufgebaut und in den Schachtelboden gesetzt. Jeder Spieler wählt eine Figur (Eule, Perlhuhn, Wiesel oder Dachs) und wenn er an der Reihe ist, setzt er seine Figur auf die oberste Stufe.


Die Figuren sind Halbkugeln aus Holz (von Selecta) und werden mit der runden Seite nach unten platziert. Nun versucht man den Spielstein durch schnippsen auf die unteren Stufen zu bugsieren. Es gibt insgesamt vier Stufen und je nachdem auf welcher Stufe ich lande, darf ich eine andere Aktion ausführen. 
Auf der ersten Stufe darf ich zwei Plättchen aus einem Stoffbeutel ziehen. In diesem Beutel befinden sich sämtliche Zutaten- und König Grummelbart Plättchen. Die gezogenen Zutaten sammele ich auf den Tortenteilen, davon gibt es 3, da wir für den König eine dreistöckige Torte backen sollen. Für jedes Stockwerk benötigen wir je einmal Mehl, Ei und Honig! Hab ich die drei Zutaten für das unterste Stockwerk zusammen, wird diese gebacken und kommt bereits auf den königlichen Tisch. Ziehe ich hingegen ein Grummelbart-Plättchen, so rückt seine Figur auf dem Spielbrett ein Feld vor, sobald er den großen Saal erreicht und die Torte nicht komplett fertig ist, haben wir verloren. 
Auf der zweiten Stufe darf ich nur ein Plättchen ziehen, auf der dritten hingegen drei und auf der vierten Stufe klingelt plötzlich das Handy vom König (welch moderner König, oder?) und er bewegt sich ein Feld zurück.
Das Spiel endet sobald wir alle drei Tortenteile gebacken haben oder der König den großen Saal betritt. 


Ihr merkt schon, hier handelt sich wirklich um ein reines Kinderspiel, die Altersangabe ist mit 5 Jahren genau richtig und sollte Kinder bis 7-8 Jahren auch noch unterhalten können. Das Schnippsen ist zunächst Übungssache, aber man bekommt schon relativ schnell den Bogen raus. Alles in allem ist es vielleicht ein wenig zu leicht für meinen Geschmack, denn es befinden sich schon eine Menge Plättchen im Beutel, so dass der König gar nicht so häufig gezogen wird. Laut Anleitung kann man es schwerer machen in dem man Grummelbart weiter vorne starten lässt oder man ihn auch jedes Mal vorziehen darf, wenn die Figur nicht auf einer Treppenstufe liegen bleibt, dazu würde ich nach 1-2 Probepartien dann auch raten, so bleibt es auf jede Fall ein wenig spannender.

König Grummelbart ist für die bereits genannte Altersgruppe auf jeden Fall einen Blick wert und weiß für diese Zeit gut zu unterhalten und genau das will es am Ende ja auch. Das Material und die Gestaltung wissen ebenfalls zu gefallen, daher ist der Preis zwischen 15 und 20 € auch gerechtfertigt. Kurzum das Spiel ist nett, nicht mehr, nicht weniger. Kinder werden aber ihren Spaß haben!

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König Grummelbart von Kirsten Hiese
Erschienen bei Schmidt Spiele
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 15 Minuten
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sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Schmidt Spiele)


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