Montag, 21. Mai 2018

Neu auf Kickstarter - 21. Kalenderwoche

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Heute ist zwar Mittwoch, aber da es Montag keine Kickstarternews gab, sondern eine Rezension, kommt die News nun heute. Man muss ja unberechenbar bleiben. Ab nächster Woche läuft dann aber wieder alles wie gewohnt im zeitlichen Rahmen.
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Sonntag, 20. Mai 2018

EXIT - Der Tote im Orient-Express

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Kosmos hat wieder ein neues Exit-Spiel herausgebracht: Der Tote im Orient-Express richtet sich an Spieler auf Profi-Level. Die Autoren des Spiels sind, wie vom Kosmos Verlag gewohnt, Inka und Markus Brand. Der Titel und Teile der Geschichte erinnern an den Roman von Agatha Christie, hier jedoch mit Achilles Pussot statt Hercule Poirot als Ermittler – naja, fast. Der ist nämlich verschwunden und wir Spieler übernehmen die Lösung des Mordfalls an Bord. Glücklicherweise hatte er in der Nacht bereits damit begonnen, den Fall aufzuklären. Wir machen uns also mit seinem Notizbuch an die Arbeit. 

Das Spiel ist analog zu den bisherigen Kosmos-Konzepten gestaltet: Es gibt eine Spielanleitung, die die Hintergründe des Falls erläutern. Die Rätsel werden dann mit einer Decodierscheibe, 24 Rätselkarten, 30 Lösungskarten, 32 Hilfekarten für den Notfall, verschlossenen Blättern als Wagons, einem Buch und zwei seltsamen Teilen gelöst. 


Ich habe das Spiel mit meiner gewohnten Exit-Spielgruppe gespielt. Die Geschichte ist spannend und gefiel mir als eingefleischtem Krimi-Fan richtig gut. Die Rätsel waren nicht einfach, aber für uns gut lösbar – immerhin sind wir durchaus fortgeschrittene Knobler und ergänzen uns gegenseitig mit unseren Fähigkeiten in naturwissenschaftlichen Fragen, Mathematik und sprachlichen Dingen sehr gut. So eingespielt hat es erneut riesigen Spaß gemacht, den Fall zu lösen. 

Eine Kenntnis des Agatha Christie-Romans ist nicht nötig, nur die Ausganssituation des Spiels erinnert daran. Das Exit-Spiel Der Tote im Orient-Express ist wie gewohnt mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Der Aufbau der Wagons, deren Türen wir erst nach und nach öffnen durften, war klasse und gefiel mir besonders gut. Aber auch die Gestaltung mit den Fahrkarten und der Übersicht der Passagiere war super. Das Spiel endete natürlich damit, dass wir den Mordfall geklärt haben. 
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EXIT - Der Tote im Orient-Express von Inka und Markus Brand
Erschienen bei Kosmos
Für 1 bis 4 Spieler in ca. 60 Minuten

Boardgamegeek Link

sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder aus dem Pressematerial des jeweiligen Verlages (hier Kosmos)

Besucht auch gerne Carinas Hauptprojekt Coffee to stay - ein sehr interessanter Blog mit Geschichten, die eine Tasse Kaffee dauern.
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Freitag, 18. Mai 2018

Nusfjord

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Ich persönlich bin ja kein Fan von Fisch. Uwe Rosenberg wohl schon. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass er uns mit seinem neusten Titel Nusfjord zum Fischefangen zu den Lofoten führt. Für all diejenigen, die jetzt in Geografie keine 1-er Schüler waren: Die Lofoten liegen im Norden Norwegens und dort fängt man größtenteils Fische.
Und so schließt sich schlussendlich auch der Kreis. Mit Nusfjord haben wir es mit einem klassischen Rosenberg zu tun, das aber nicht ganz so klassisch ist, wie man denkt. In der Tat finden sich neben bekannten, wiederkehrenden Mechanismen auch völlig neue in Nusfjord wieder. Dazu aber ein bisschen mehr Details.


Nusfjord ist ein schneller Rosenberg, den man auch mal gut zu zweit in knapp 40 Minuten runterspielen kann. Von der Komplexitätsskala irgendwo zwischen Arler Erde und Ein Fest für Odin. Um Siegpunkte geht es hier zwar auch, aber diese werden nicht annähernd so massig ausgeschüttet, wie in anderen Europunktesalaten. Hier geht es eher um die Details. Jeder Punkt zählt.
Dreh- und Angelpunkt ist der Fischfang, der Verzehr der Fische und der Verkauf. Als interessant und neu empfinde ich den Fischfang- und Verteilungsmechanismus zu Beginn einer jeden Runde. Hierbei ist nämlich nicht nur die eigene Fangquote (die sich über die Größe meiner Fischkutter definiert) entscheidend, sondern auch die Anzahl der Mäuler, die ich stopfen muss. Dorfälteste (nicht im indianischen Sinne zu verstehen) wollen ihren „hoheitlichen“ Anteil und auch die Anteilseigner der eigenen Firma wollen beliefert werden. Der Rest geht dann in die eiserne Reserve.
Dieser Verteilmechanismus hat etwas neuartiges und fühlt sich einerseits realistisch an, aber auch spannend. Ich muss genau beobachten, wie mein Fang aufgeteilt wird, darf nicht zu viel vom Kuchen abgeben und dabei den eigenen Gewinn nicht aus dem Auge verlieren.


Kommen wir noch einmal zu den Anteilseignern zurück. Richtig gelesen. Nusfjord baut Anteile in einen Rosenberg ein. Aber keine Angst. Hier geht es nicht um große Mathematik. Das ganze ist eher abgespeckt und wunderbar reduziert. Habe ich im Dorf im Rahmen meines Arbeitereinsetzens Firmenanteile zum Verkauf angeboten, erhalte ich direkt Geld von der Bank - das durchaus immer knapp ist. Mit einer weiteren Einsatzmöglichkeit haben meine Mitspieler nun die Möglichkeit diese Anteile zu kaufen. Tun sie dies, erhalten sie fortan den anfangs besprochenen Fischanteil. Win-Win. Für mich ein thematischer und eleganter Mechanismus. Wann verkaufe ich Anteile? Welche Anteile kaufe ich im Gegenzug?


Ein weiterer Haupteinkommenspool ist das Servieren des eigenen Fisches an die Restaurants. Fülle ich die Teller, erhalte ich Geld. Gefüllte Teller wiederum werden von den Dorfältesten (noch immer nicht im indianischen Sinne zu verstehen) geleert. Diese aktivieren (nach entsprechendem Arbeitereinsetzen) dann ihre Sonderfähigkeit für mich.
Das erwirtschaftete Geld kann dann beispielsweise wiederum in Gebäude investiert werden, die mir entsprechende Fähigkeiten freischalten und Siegpunkte generieren. Hierbei ist zu bedenken, dass ich nur begrenzten Platz im eigenen Dorf habe. Ggf. muss ich in bester Glasstraßenmanier erst einmal die benachbarten Wälder abholzen. 


Die Wege in Nusfjord zum Sieg sind gradlinig und wunderbar thematisch. Ich hatte an keiner Stelle das Gefühl, dass ein Mechanismus nur um seines Selbstzweckes eingeführt wurde. Vielmehr greifen diese nicht nur toll ineinander, sondern ergeben auch thematisch Sinn. Frei nach dem Motto: Klar helfe ich Dir mit meinem Kutter, aber erstmal habe ich Hunger! Nusfjord lädt zum Wiederspielen ein. Durch die kurze Spieldauer überfordert es nicht. Einziger Wermutstropfen für mich zu Beginn waren die Gebäudeplättchen, welche leider völlig ohne Ikonographie auskommen müssen. Dann heißt es zu Beginn leider erstmal: Gebäudefunktionen vorlesen. Spätestens nach der dritten Partie kennt man aber auch den Großteil der Plättchen, sodass dieser Aufwand schnell wegfällt.

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Nusfjord von Uwe Rosenberg
Erschienen bei Lookout
Für 1 bis 5 Spieler in ca. 40 Min.
Boardgamegeek Link

sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Lookout)
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Mittwoch, 16. Mai 2018

Der Baum: Geister des Waldes

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Es gibt ja Spielideen, die wurden so oft verwurstet, dass einem die bloße Ankündigung eines weiteren „innovativen“ Exemplars nichts weiter als ein müdes Gähnen entlockt. Denn sind wir mal ehrlich, egal welches Brettspielgenre man sich anschaut: Wirklich Innovatives findet man selten oder nur mit einer wirklich großen Lupe. Die meisten Spiele bieten Evolution statt Revolution, aber das ist ja mit allem so, was wir Menschen zu unserer Unterhaltung konsumieren. In den Charts klingen die meisten Lieder wie ein Einheitsbrei, der nächste Actionfilm hat wieder abstürzende Hubschrauber im Programm und im nächsten Call of Duty rennt man wieder durch vollgeskriptete Szenen, in denen an jeder Ecke irgendwas passiert. Wir sind es gewohnt und damit vertraut, und Vertrautes ist gut. So ticken wir nun mal. Und wenn dann mal etwas um die Ecke kommt, dass wir so nicht kennen, dann wird zwar schnell „jippie, eine echte Innovation!“ gerufen. Das tatsächliche Produkt wird aber mit Argusaugen skeptisch von allen Seiten betrachtet. Und wehe, es bietet unter der Haube nichts Vertrautes! Dann wird es abgestraft und als Außenseiter zur Seite geschoben.


Auch wenn ich jetzt deutlich weiter ausgeholt habe, als ich eigentlich wollte: Der Baum: Geister des Waldes wirkt vom Thema her wie ein totaler Außenseiter: Lasst uns gemeinsam einen Baum wachsen lassen! Da werden sicherlich viele denken „wow, endlich, darauf habe ich seit Jahren gewartet!“. Denn sind wir mal ehrlich, das Setting ist schon speziell. Aber speziell heißt ja zum Glück nicht automatisch schlecht, nur wirkt es halt auf den ersten Blick alles andere als vertraut. Aber eins vorweg: So innovativ das Setting auch ist, unter der Haube wirkt das Ganze dann doch recht vertraut, was aber, wie wir wissen, nie verkehrt ist. 

Aber fangen wir mal vorne an: Der erste Eindruck beim Öffnen der Packung ist durchweg positiv. Die vielen kleinen und großen Pappteile sind von durchweg tadelloser Qualität und sehr stimmig gestaltet. Es wird ein Spielplan („Fluss“) in die Tischmitte gelegt und darüber ein Baumstamm errichtet. Die Plättchen für den Baumstamm haben zwei Seiten: eine graue und eine braune. Der Baumstamm wird zunächst mit der grauen Seite nach oben aufgebaut. Nur das unterste Teil des Baumes erhält bereits jetzt seine echte Farbe und vier Äste, die sich jeweils noch einmal aufteilen. Jeder Spieler erhält diverse Baumteile (Äste, Blätter, Knospen, Früchte, Blüte und einen Wachstumsmarker) und drei zufällig gezogene Karten.


Ist ein Spieler an der Reihe darf er entweder zwei der im Fluss offen ausliegenden Karten auf die Hand nehmen, beliebig viele Karten ausspielen oder den Baum(stamm) wachsen lassen. Durch das Ausspielen der Karten kann man an den Baum „in der Breite“ wachsen lassen, also Äste und Blätter etc. anlegen, allerdings immer nur eine Art pro Runde. Dabei gilt: ein Blatt schließt einen Ast ab und eine Knospe kann nur auf einem Blatt an einem Ast wachsen, eine Frucht wiederrum wächst nur auf einer Knospe die auf einem Blatt sitzt deren Ast neutral ist oder der eigenen Spielerfarbe entspricht und eine Blüte wächst auf irgendeiner freien Knospe. Klingt kompliziert, ist es aber nicht.

Entscheidet man sich nun dafür beispielsweise Äste wachsen zu lassen, so darf man beliebig viele Ast-Karten von der Hand ausspielen und diese Anzahl an Ästen wachsen lassen. Liegen im Fluss noch weitere Äste, werden diese zu den eigenen Karten dazugezählt.
Mit den ausgespielten Karten beschwört man auf Wunsch dann noch einen der Waldgeister. Diese haben unterschiedliche Funktionen (z.B. zusätzliche Elemente anlegen oder der Gegner erhält ein Astplättchen). Der Clou: Die Waldgeister befinden sich auf zwei doppelseitig bedruckten Karten. Beschwört man einen offen ausliegenden Waldgeist wird seine Karte umgedreht und er kann nicht mehr genutzt werden, bis der Waldgeist der Rückseite beschworen wurde (und die Karte somit erneut umgedreht wird).


Sofern man sich dafür entscheidet in seinem Zug den Baumstamm wachsen zu lassen, gibt man seinen Wachstumsmarker ab, dreht das nächste Baumstammplättchen auf die braune Seite und legt bereits die ersten Äste (aus dem allgemeinen Vorrat) an. Außerdem darf man seine Kartenhand auf sechs Karten auffüllen.
Das Spiel endet, sobald ein Spieler keine Plättchen mehr vor sich liegen hat. Dieser Spieler hat dann auch automatisch das Spiel gewonnen.

Bei genauer Betrachtung zeigt sich also, dass es bei Der Baum: Geister des Waldes eigentlich nur darum geht, seine Plättchen schnellstmöglich loszuwerden. Keine Punkte, keine Wertungen, kein zweiter Platz. Hierfür ist einiges Taktieren erforderlich, denn schließlich gilt es mit jedem Zug nicht nur persönlich schnell voran zu kommen, sondern wenn möglich auch die Konkurrenz auszubremsen. Das Ganze wirkt also gar nicht so weit weg von dem was man kennt. Dennoch ist das Setting wirklich innovativ und zwar farblich schlicht, doch absolut stimmig und mit Liebe zum Detail gestaltet. Das Spiel strahlt – trotz des eigentlichen Rennens, das da stattfindet - eine gewisse Ruhe aus, die wahrscheinlich daher kommt, dass man einem (wenn auch symbolischen) Baum beim Wachsen zusieht. Klingt nicht grade spannend, macht aber Spaß, zumal wirklich viel aus dem Setting herausgeholt wurde. Fehlt eigentlich nur noch ein passender Soundtrack, der die Atmosphäre etwas unterstützt. Sehr positiv ist auch, dass hier eben nicht jeder für sich vor sich her baut, wie das in einigen Aufbauspielen durchaus der Fall ist, sondern jeder von den Zügen der anderen Spieler abhängt.

Unterm Strich sollte man sich bei Der Baum: Geister des Waldes also nicht durch das ungewöhnliche Setting abschrecken lassen. Das Spiel bietet viel Bekanntes in neuer Verpackung und eignet sich auch perfekt als Familienspiel mit etwas älteren Kindern. Die Regeln sind grundsätzlich einfach, aber es ist nun mal nicht ganz so „friedlich“, wie es den Eindruck macht. Außerdem könnte die Vielzahl der Teile zu kleine Kinder verwirren. Ansonsten dürfte das Spiel aber allen Altersklassen Spaß machen, sofern man die grundlegende Systematik eines Aufbau-Lege-Rennspiels mag.



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Der Baum: Geister des Waldes von Simon Havard
Erschienen bei 2Geeks
Für 2-4 Spieler in ca. 45 Minuten
Boardgamegeek-Link


sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier 2Geeks)

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Montag, 14. Mai 2018

Neu auf Kickstarter - 20. Kalenderwoche

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Diese Woche zeige ich Euch zwei sehr interessante Projekte, bei denen ich jeweils vermutlich dabei bin. Wie sieht das bei Euch aus?
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