http-equiv = "content-language" content = "en" lang = de; lang=de; Ziggurat - BoardgameMonkeys_Brettspielrezensionen <BoardgameMonkeys_Brettspielrezensionen></BoardgameMonkeys_Brettspielrezensionen> ~ BoardgameMonkeys_Brettspielrezensionen

26.01.2026

Ziggurat



Mit Ziggurat erschien bei Schmidt Spiele ein Legacy-Spiel, mit dem wohl kaum jemand so wirklich gerechnet hat – auf einmal war es einfach da. Und obwohl es aus der Feder der Legacy-Koryphäen Matt Leacock und Rob Daviau stammt, handelt es sich hierbei nicht um einen Kennerspiel-Klopper à la Pandemie. Nein, Ziggurat ist ein einsteigerfreundliches Familienspiel für 2–4 Spieler ab 8 Jahren und wurde zudem wirklich hübsch von Cory Godbey illustriert.

Im Zentrum steht der namensgebende, stufenförmige Tempelturm, der effektvoll als 3D-Konstruktion in der Tischmitte steht. Wir übernehmen als Spieler die Rolle von Helden, die sich bislang eher langweilen, da im Dorf nicht viel passiert. Doch plötzlich sehen die Bewohner immer mehr Feuergeister auf den Stufen der Ziggurat. Da nun Freiwillige gesucht werden, die der Sache auf den Grund gehen, melden wir uns bereitwillig zum Dienst.



Die Grundmechanik ist dabei wirklich sehr einfach und ausgesprochen familienfreundlich. Wir starten am Fuße der Ziggurat und wollen deren Spitze erreichen. Dafür gibt es ein Kartendeck, aus dem jeder Spieler eine Karte erhält. Im eigenen Zug muss man diese Karte ausspielen und den darauf beschriebenen Effekt ausführen – dabei werden entweder der eigene Held, andere Helden oder die Feuergeister bewegt.

Aber Vorsicht: Bewegt ihr euch über oder auf ein Feld mit Feuergeistern, versengt ihr euch, verliert sofort die Partie und erhaltet zur Erinnerung einen Versengt-Sticker auf eurem Spielerbogen. Wie kommen wir nach oben? An den Stufen befinden sich Leitern, die wir zu erreichen versuchen, um uns sofort eine Ebene nach oben zu bewegen. Felder mit Rutschen haben den gegenteiligen Effekt. Und auch vor den Gruben ist Vorsicht geboten – dort sollten, wenn möglich, nur die Feuergeister landen und nicht ihr selbst.


Das Spiel von Kapitel 1 endet erfolgreich, wenn alle Spieler die Spitze erreicht haben, und als Misserfolg, wenn ein Spieler versengt wird, in eine Grube fällt oder das Kartendeck leer ist.

Das war es auch schon – zumindest für Kapitel 1. Und natürlich will ich euch hier nicht den Spaß verderben oder spoilern. Insgesamt erwarten euch sechs Kapitel, alle schön verpackt in Umschlägen, die das Grundspiel erweitern und verändern. Es gibt Sticker, neue Karten und Marker – so viel sei verraten – und natürlich werden auch die Aufgaben anspruchsvoller. Alles ist eingebettet in eine liebevolle, kindgerechte Geschichte, sodass Ziggurat wirklich ein gelungenes Familien-Legacy-Spiel ist.


Selbst nach vier bis fünf Kapiteln werden die Neuerungen nicht überfordernd oder zu komplex, sodass sich Kinder und Anfänger nicht abgehängt fühlen. Spielerisch hakt es an manchen Stellen ein wenig, da man gelegentlich das Gefühl hat, nur wenig Einfluss zu haben – schließlich besitzt man immer nur eine Karte auf der Hand und muss ausführen, was sie vorgibt. Dadurch entsteht relativ wenig Besprechungspotenzial. Mit einer zweiten Handkarte wäre das vielleicht anders, allerdings vermutlich auch deutlich einfacher.

Wer also mit seinen Kindern oder Spieleinsteigern ein Legacy-Spiel beginnen möchte, ohne direkt mit einem Schwergewicht wie Pandemic oder Zug um Zug einzusteigen, findet mit Ziggurat eine schöne Alternative. Leacock und Daviau wissen, was sie im Legacy-Bereich tun, und das zeigt sich auch hier. Sicherlich ist Ziggurat keine uneingeschränkte Empfehlung für alle Spielertypen, aber es erfüllt genau den Zweck, den es sich selbst gesetzt hat. Zudem ist der zeitliche Aufwand mit nur sechs Kapiteln angenehm überschaubar.

Übrigens: Es wird nichts zerstört, und das Spiel kann auch nach Abschluss der Kampagne weiterhin problemlos auf den Tisch gebracht werden.

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Ziggurat von Rob Daviau & Matt Leacock
Erschienen bei Schmidt Spiele
Für 2-4 Spieler in ca. 45 Minuten ab 8 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Schmidt Spiele)