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24.06.2026

Kingsburg


Kingsburg ist wahrlich kein neues Spiel, sondern feiert in diesem Jahr schon seinen 19. Geburtstag und gilt als Begründer des Dice Placements. Da nun auch die zweite Auflage schon lange vergriffen, das Spiel aber vielen in durchaus positiver Erinnerung ist, wurde es natürlich Zeit für eine Neuauflage, in einer Dritten Edition. Und um diese soll es hier auch gehen. Vergleiche zu vorherigen Editionen kann ich leider nicht ziehen, die Packung sagt mir aber, dass Optik und Regelwerk angepasst wurden und auch einige der früheren Erweiterungen nun direkt mitgeliefert werden.


Die Regeln des Spiels sind dabei relativ schlicht: Wir spielen fünf Runden (Jahre) über 8 Phasen (4 Jahreszeiten und 4 Zwischenphasen). Wer mitspielt bekommt drei Würfel und ein großes Playerboard, auf dem einige Gebäude in Zeilen und Spalten aufgedruckt sind. Jedes Gebäude kostet Rohstoffe und bringt Vorteile im Spiel (z.B. Reroll-Möglichkeiten oder Kampfstärke oder auch Rabatte beim Gebäudebau). Dazu gesellt sich ein Spielbrett auf dem 18 Berater abgebildet sind. Über jedem Berater steht eine Zahl von 1 bis 18 und unter ihr ein Bonus, den dieser Berater bringt. In den Zwischenphasen werden kleine Boni für diejenigen vergeben, die in diesem Moment die meisten oder wenigsten Gebäude gebaut haben (= nett gemachter Catch-Up-Mechanismus: zusätzliche Würfel!) oder man darf Soldaten (= Kampfstärke) anheuern. Im Winter (= Rundenende) wird gekämpft. Dort wird eine Karte umgedreht, auf der ein Angreifer mit seiner Angriffsstärke aufgeführt ist. Das Ziel jeder Runde ist es, diese Angriffsstärke zu übertrumpfen, um einen Bonus zu bekommen. Wer das nicht schafft, erleidet teils heftige Strafen. Und natürlich werden die Angreifer von Runde zu Runde stärker. Und natürlich verlieren wir am Ende einer Runde sämtliche Kampfstärke, die nicht durch unsere Gebäude resultiert. Dafür bekommen wir aber jede Runde auch Verstärkungen durch das Spiel, die durch einen Würfelwurf ermittelt werden. Es gilt also in jeder Runde Soldaten zu rekrutieren. Das wiederum machen wir in den übrigen drei Jahreszeiten über das erwähnte Dice Placement: Wir würfeln unsere drei Würfel und dürfen die Würfel dann „ausgeben“, um die Berater auf dem Spielbrett zu aktivieren. Jeder Berater kann pro Jahreszeit nur einmal aktiviert werden und ich darf meine Würfel alle auf einen Berater legen (für die Werte 13 - 18) oder auch auf drei Berater (1 – 6) aufteilen. Da wir aber reihum immer nur einen Berater aktivieren dürfen, weiß ich nie, ob mein Plan auch aufgeht – da alle am Tisch meine Würfel kennen. Es gewinnt, wer bis zum Ende des Spiels die meisten Siegpunkte gesammelt hat.


Das war’s im Kern auch schon. Die mitgelieferten Erweiterungen sind zum einen die Rückseite der Playerboards mit nochmal 8 zusätzlichen Gebäuden, die Stadthalterkarten mit asymmetrischen Fähigkeiten sowie Soldatenmarker, die den Würfelwurf im Winter ersetzen. Die Stadthalter kann man dabei getrost immer einsetzen, die zusätzlichen Gebäude nur, wenn man das Spiel mit den Standardgebäuden bereits gut beherrscht. Denn Kingsburg ist von den Regeln her zwar simpel. Die Entscheidungen sind aber alles andere als trivial. Man ist immer am Abwägen, welches Gebäude man als nächstes bauen möchte, welche Ressourcen dafür benötigt werden und welche Berater man dafür nutzen muss – und dann mit den eigenen Würfeln auch nutzen kann. 

Das Spiel bringt zudem einen simplen Mechanismus mit, über den es sich auch zu zweit sehr gut spielen lässt – dafür würfelt man einfach mit den Würfeln einer anderen Farbe und diese blocken dann entsprechende Felder – funktioniert super. Mit mehreren Mitspielenden am Tisch gibt es aber ein deutlich stärkeres Gerangel um die Berater – dafür steigt die Spielzeit aber auch deutlich an. Und diese ist auch unterhalb der Vollbesetzung nicht ohne. Unterm Strich ist Kingsburg aber ein wirklich gutes Würfeleinsetzspiel auf unterem Kennerniveau, dass man auch gut zum Einstieg in die Mechanik nutzen kann (das BGG-Weight von 3.00 halte ich für komplett überzogen, basiert aber auch auf nur einer einzigen Meinung ;) und immer Spaß macht – auch wenn es an mein geliebtes Rajas nicht im Ansatz herankommt. Das liegt aber auch daran, dass Kingsburg um einiges reduzierter ist. Im Kern geht es um Kampfstärke, die man man über Gebäude erhält, die man über Ressourcen erhalten muss, fertig. Und in dieser Reduktion liegt die Stärke des Spiels (und ja, sie zeigt sich auch optisch, das muss man mögen).  Einziger Wermutstropfen ist aber leider, dass sich das Spielbrett nach einiger Zeit ungesund wölbt und ich im Netz gelesen habe, dass ich damit nicht allein bin. Da sollte der Verlag also noch dringend nachbessern.

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Kingsburg (Third Edition) von Andrea Chiarvesio und Luca Iennaco
Erschienen bei Elznir
Für 2-5 Spielende in 90-120 Minuten ab 10 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Elznir)
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