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18.09.2026

Skybridge


Franz Vohwinkel ist vielen Brettspielern – gerade im Bereich der Eurogames – sicherlich ein Begriff, denn er war bereits bei über 500 Spielen als Illustrator tätig, darunter Klassiker wie „Puerto Rico“, „Ra“ und „Beyond the Sun“. Eben jener hat sich nun aber auch eine eigene Fantasywelt erschaffen und arbeitet aktuell an einem Roman dazu. Und wenn man das Setting schon einmal hat, holt man sich Hilfe in Form von Michael Rieneck, der bereits für Spiele wie „Merlin“, „Kuba“ und „Alhambra“ verantwortlich war, und entwickelt natürlich direkt ein passendes Brettspiel dazu!

Skybridge“ lautet der Titel des Werks für 2–4 Spieler ab 12 Jahren. Es erschien bei Deep Print Games im Vertrieb von Pegasus und dauert ca. 60–90 Minuten. Wir befinden uns in einer Hohlwelt namens Thraen, und die Völker dieser Welt schauen sehnsüchtig zum Himmel. Dort sehen sie den Augenstern – einen grünen Planeten, der für eine verheißungsvolle Zukunft steht. So entsteht das Begehren, eine Verbindung zu diesem Planeten aufzubauen.


Jeder Spieler übernimmt nun ein Volk aus Thraen und beteiligt sich am Bau der sogenannten Skybridge, welche die Verbindung zum Augenstern werden soll. Doch es handelt sich nicht um ein kooperatives Spiel – vielmehr wollen wir uns möglichst stark am Bau beteiligen, die Götter aktivieren und dadurch ordentlich Punkte sammeln. Der Spieler mit den meisten Punkten nach Fertigstellung der Skybridge gewinnt das Spiel.

Zum Bau der sieben Bauabschnitte benötigt man verschiedene Dinge wie Holz, Stein, Metall, aber auch Nutztiere. Doch wie kommt man an diese Ressourcen? Auf dem Spielbrett liegen stets Karten aus, die zu den fünf Völkern gehören. Zu Beginn des eigenen Zugs darf man sich eine Karte nehmen. Jeder Slot ist dabei mit einem Bonus verbunden, meist den genannten Waren. Alternativ gibt es Geld und Salz. Salz kann jederzeit gegen andere Waren getauscht werden, und Geld benötigt man hin und wieder ebenfalls zum Bauen oder für Aktionen, die auf den Karten abgedruckt sind.


Nachdem eine Karte genommen wurde, kann man nun eine Karte in die persönliche Auslage spielen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die abgebildete Rune zum entsprechenden Slot passt. Manche Karten verleihen beim Ausspielen noch eine Sonderfunktion. So kann man unter anderem seine militärische Macht ausbauen – eine Art Leiste, auf der man voranschreitet. Alternativ gibt es Inspiration, die es erlaubt, Karten in der eigenen Auslage neu zu sortieren. Wozu das gut ist, werdet ihr gleich merken. Außerdem kann man damit auch „verlorene“ Bevölkerungsmeeple zurückbekommen.

Nun darf man in beliebiger Reihenfolge alle Karten in der eigenen Auslage aktivieren. Das können erneut Waren sein oder Tauschoptionen, bei denen man zum Beispiel für Geld andere Waren erhält. Dann gibt es noch Symbole, die keine direkte Aktion ermöglichen, aber offen in der Auslage liegen müssen, um einen Bauabschnitt erfüllen zu können. Das gilt auch für Nahrung: Am Ende jeder Runde muss jeder Spieler prüfen, ob er ein Nahrungssymbol sichtbar ausliegen hat. Falls nicht, verliert er einen Bevölkerungsmeeple an die Rebellen – dieselbe „Leiste“, auf der auch die militärische Macht dargestellt wird.


Am Ende des Zugs prüft man, ob man nun die geforderten Dinge für den aktuellen Bauabschnitt der Skybridge abgeben beziehungsweise die benötigten Symbole ausliegen hat. Falls das der Fall ist, stellt man einen Bevölkerungsmeeple auf diesen Abschnitt.

Sollte es nach drei Runden niemandem gelingen, den Bauabschnitt zu erfüllen, wird dieser von einem neutralen Volk übernommen. Das bedeutet: Diese Punktemöglichkeit ist verloren. Gleichzeitig sorgt dieser Mechanismus dafür, dass das Spiel absehbar endet – nämlich mit der Fertigstellung der Skybridge.

Weitere Möglichkeiten, Punkte zu erhalten, bieten die sogenannten „Godheiten“, die man in Kartenform auf die Hand bekommen kann – meist durch Aktionen auf anderen Karten. Diese können durch Boni beim Kartenziehen oder ebenfalls als Aktion ausgespielt werden, und zwar in den Stapel der passenden Rune. Jede Godheit ist dabei mit einem Volk verfeindet und darf deshalb nicht auf eine entsprechende Karte gelegt werden. Ebenso darf eine solche Karte nicht auf die Godheit gespielt werden.


Befindet sich eine Godheit in einem Stapel, darf dieser am Spielende gewertet werden, und alle darin enthaltenen Karten bringen ihre aufgedruckten Punkte.

Weitere Punkte gibt es für Orte, die man mit seiner militärischen Macht erreichen konnte. Hierbei möchte man möglichst viele Rebellen hinter sich lassen, um Punkte zu erhalten. Außerdem konnte man im Laufe des Spiels an bestimmten Orten Garnisonen bauen, die ebenfalls Punkte einbringen.

Jedes Volk bringt übrigens noch zwei asymmetrische Eigenschaften mit, von denen man sich zu Beginn für eine entscheidet. Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

Skybridge“ ist ein Kennerspiel, das ziemlich geradlinig abläuft, denn der Ablauf einer Runde ist klar strukturiert und schnell erklärt. Auch die Ziele sind jederzeit offensichtlich: Die Bauabschnitte zeigen genau, welche Dinge benötigt werden, und daran gilt es nun zu gelangen. Ab Abschnitt zwei kommt zusätzlich noch ein Würfel ins Spiel, der eine unplanbare Komponente hineinbringt, dennoch bleibt das grundlegende Ziel klar – Ressourcen sammeln.


Spannender ist dabei das Tableau-Building auf dem eigenen Spielerboard und für mich zugleich das Herzstück des Spiels. Hier ist gute Planung gefragt: Welche Karten sollen oben liegen, damit ich sie aktivieren kann? Auch die Reihenfolge sollte gut überlegt sein. Das macht wirklich Spaß!

Frustrierend hingegen ist die Auswahl neuer Karten zu Beginn des Zugs, denn es wird kein Ersatz ausgelegt, wenn jemand eine Karte nimmt. Das passiert erst am Ende der Runde. Bei vier Spielern hat der letzte Spieler daher oft kaum Auswahl und erhält vermutlich Karten, die ihm nicht wirklich weiterhelfen. Als kleine Hilfe gibt es zwar noch eine Art Jokerkarte, aber die möchte man eigentlich auch nicht nehmen.

Skybridge“ funktioniert auf gewisse Weise durchaus und ist ein Kennerspiel, das durchaus zu unterhalten weiß, aber es hat mich leider nicht vollständig gepackt. Vielleicht liegt das auch am Thema des Spiels, denn hier wird alles auf die erschaffene Welt von Franz Vohwinkel gesetzt – nur leider kann bisher niemand wirklich in diese Welt eintauchen, weil der Roman noch gar nicht erschienen ist.


Ich weiß nicht, ob es die richtige Entscheidung war, das Spiel bereits jetzt zu veröffentlichen, obwohl das Buch noch nicht fertig ist. Ich denke, Fans der Romane werden deutlich mehr Spaß mit dem Spiel haben. So bleibt es zunächst eine eher „generische“ Fantasywelt, in der ich Rohstoffe sammle und Karten anordne.

Deshalb würde ich aktuell dazu raten, erst einmal eine Proberunde zu spielen, bevor man sich „Skybridge“ ins Regal stellt. Dann kann jeder selbst entscheiden, ob das Spiel etwas für ihn ist. Bei mir geht die Tendenz eher in Richtung „kann weiterziehen“.

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Skybridge von Franz Vohwinkel & Michael Rieneck
Erschienen bei Deep Print Games / Pegasus
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 60-90 Minuten ab 12 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Deep Print Games / Pegasus)