Doris Matthäus und Frank Nestel haben bereits im Jahr 1999 in Eigenregie „Zoff im Zoo“ auf den Markt gebracht und HeidelBÄR hat sich nun gedacht: Es wird Zeit für eine Neuauflage! Und so bringt man uns diesen Klassiker für 4–7 Spieler zurück. Übrigens wurde das Spiel im Jahr 2000 sogar auf die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres gesetzt. Schauen wir mal, ob das Spiel heute immer noch einen Reiz versprüht.
Es gibt bei „Zoff im Zoo“ zwei Spielvarianten: zum einen das Einzelspiel und zum anderen das Teamspiel. Empfohlen wird hierbei, mit dem Einzelspiel eine Partie zu starten. Mit dem Ergebnis dieser ersten Runde kann man dann das Teamspiel starten, da das Ergebnis die Zusammenstellung der Teams bestimmt.
Ziel des Spiels ist es, seine Handkarten komplett abzulegen. Doch anders als bei anderen Titeln, bei denen es meistens darum geht, gleiche Zahlen bzw. Kombinationen aus Zahlen oder Farben zu legen, sind es hier Tiere. Jedes Tier hat dabei eine Gedankenblase über sich, welche andere Tiere zeigt, vor denen es flüchtet. So hat der Elefant z. B. Angst vor der Maus und der Löwe lässt sich nur von einem Elefanten vertreiben.
Was heißt das nun im Spiel?
In meinem Zug habe ich drei mögliche Aktionen. Falls keine Karte ausliegt, muss ich anspielen. Heißt: Ich wähle eine oder mehrere Karten einer Tierart und lege diese aus. Dann kann ich „spielen“, heißt, ich lege nun entweder dieselbe Tierart, aber mindestens eine Karte mehr als der vorherige Spieler, oder ich lege mindestens gleich viele Karten von einer Tierart, die in der Sprechblase abgebildet ist.
Es gibt auch noch zwei Sonderkarten – hier „Mimics“ genannt. Da wäre zum einen das Chamäleon, welches nur zusammen mit einer anderen Tierart gespielt werden kann und dann davon ein weiteres Tier darstellt. Zum anderen wäre da die Mücke. Die Mücke wird nie andere Tiere vertreiben und kann nur zum Anspielen benutzt werden. Es sei denn, ich spiele EINE Mücke mit einem Elefanten – dann wird aus dieser Mücke ein Elefant.
Jetzt der Tusch bitte.
Kann oder will ich keins von beidem, darf ich passen. Wobei das hier nicht bedeutet, auszusteigen, sondern ich werde übersprungen und kann später wieder Karten legen, sofern ich kann und möchte. Sollten nach meinem Ausspielen alle anderen passen, kann ich den Stapel einsammeln und einen neuen beginnen.
Sobald ich keine Handkarten mehr habe, beende ich für mich die Runde und nehme mir die oberste Punktekarte, die von der Spieleranzahl abhängig ist. Wichtig ist dabei nur, dass der Erste die meisten Punkte bekommt und es dann entsprechend absteigt.
Das Teamspiel funktioniert dann auch nicht grundlegend anders. Auf Basis der ersten Runde werden die Teams zusammengestellt, wobei ein Mitglied eine Elefantenkarte und das andere eine Mauskarte bekommt. Bei ungerader Spieleranzahl gibt es einen Spieler, der allein spielt und die Mückenkarte erhält.
Vor Beginn einer Runde gibt der Mausspieler seinem Elefantenspieler zwei Karten und dieser gibt dann zwei Karten wieder zurück. Im Laufe des Spiels kann der Mausspieler seinen Partner außerdem um Hilfe bitten. Dafür legt er eine Karte aus, die man spielen könnte, bei der es aber an der Anzahl hapert. Der Elefantenspieler kann diese dann – muss aber nicht – um weitere Karten ergänzen.
Hat ein Spieler keine Karten mehr, bekommt er eine Punktekarte und der Mitspieler ebenfalls. Der Mückenspieler erhält automatisch eine zweite Karte mit vier Punkten, wenn er es geschafft hat.
Die Wertung im Teamspiel ist dann aber keine Teamwertung, sondern jeder Spieler zählt seine Punktekarten und erhält dann noch einen Punkt für je zwei Löwen in seinem Tierstapel. Allerdings kann man auch noch Punkte verlieren, und zwar wenn man KEINEN Igel sammeln konnte und falls sich bei Spielende noch Löwen auf der Hand befinden.
Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.
Auf der Homepage von HeidelBÄR gibt es übrigens noch Regeln für Partien mit 2 und 3 Spielern. Hierbei kommen vier offene Stapel mit Tierkarten ins Spiel, aus denen man sich beim Spielen bedienen kann.
Was ich „Zoff im Zoo“ hoch anrechnen möchte, ist tatsächlich die Idee, dass es hier keine Zahlen und Farben gibt, sondern mit den Tieren gearbeitet wird. Das bringt mir das Spiel tatsächlich näher. Dennoch habe ich ein, zwei Runden Anlauf gebraucht, um zu verstehen, wie dieses Spiel „vernünftig“ gespielt werden muss. Aber wenn das sitzt, kann es richtig viel Spaß bringen.
Denn man muss schon taktieren und Runden in Kauf nehmen, in denen viel gepasst wird, um dann im richtigen Moment zuzuschlagen. Auch diese Semi-Team-Komponente ist spannend. Will man zusammen schon Punkte machen und Karten ablegen, will es gut überlegt sein, welche Karten mein Mitspieler da einsackt.
Also ja: „Zoff im Zoo“ spielt sich heute noch gut. Und ehrlich gesagt holt mich die auf den ersten BLICK altbackene Grafik in der heutigen Zeit wieder ab, denn ich bin mittlerweile etwas müde von all den grafisch „geleckten“ Illustrationen – gerade bei solch abstrakten Spielen.
Wer also mal ein anderes Karten-Ablege-Spiel sucht, kann sich „Zoff im Zoo“ auf jeden Fall ansehen.
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