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05.05.2014

Neu auf Kickstarter - 19. Kalenderwoche


CoolMiniOrNot ist zurück auf der Kickstarterbühne. Dieses mal jedoch mit einem Eurospiel und einem bekannten Designer. Zudem haben wir diese Woche mal wieder ein semi-kooperatives Spiel. Aber auch für die Biologiefans unter uns ist gesorgt. Bitte weiterlesen!
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01.05.2014

A Study in Emerald - Ritt auf der Rasierklinge

Die Engländer sind ja berühmt für gewöhnungsbedürftige Kombinationen. Wie sonst könnte man auf die Idee kommen Lamm und Pfefferminze zu kombinieren und das auch noch als Spezialität zu verkaufen? Ganz so verwunderlich ist es dann also auch nicht mehr, dass Martin Wallace (Brite) mit A Study in Emerald mal eben den Cthulhu-Mythos mit Zombies, Vampiren und Sherlock Holmes mixt und uns das ebenfalls als Meisterwerk verkaufen will.


Mutig wie ich bin, testete ich beides: Lamm mit Pfefferminz und A Study in Emerald. Die Erkenntnis ähnelt sich. Beides besteht aus ziemlich viel grün und passt entgegen vorheriger Skepsis sehr wohl zusammen. So ganz nebenbei haben die Insulaner ja auch schon andere tolle Dinge der Welt gebracht: Das Königshaus, das Wembley-Tor, James Bond und nicht zu vergessen das schlechte Wetter.


A Study in Emerald ist eines jener Kickstarterprojekte, welche sich als Goldgrube für den Designer entpuppten. Es war also nur eine Frage der Zeit bis das finanzielle Ziel erreicht wurde und das Spiel schlussendlich in die Produktion und den Versand gehen konnte. Ob hier mehr das Vertrauen in einen renommierten Designer im Vordergrund stand, der Hype um den H.P. Lovecraft Mythos oder dann doch die Neugier auf diese abstruse Themenmischung sei mal dahingestellt.
An meiner Haustüre angekommen und ausgepackt, wurde ich zunächst mit einem angenehm kleinen Schachtelformat belohnt. Darin ein Haufen Karten, ein paar Holzmarker und ein wunderschön gestaltetes Spielbrett. Dass dieses eine Landkarte darstellt, fiel mir dann erst deutlich später auf. So wirklich ist diese unter den Kartenablagen und den grünen Tentakeln nämlich nicht zu erkennen. Dennoch war ich vom Material alleine überzeugt. Der gewagte Themenmix schien jedenfalls optisch gut transportiert zu werden.




Die spielerische Einstiegshürde stellte sich allerdings fast so hügelig wie die schottischen Highlands dar. Die Regeln zwar verhältnismäßig kurz, aber durchzogen von regeltechnischen Sonderfällen und Spezialregeln auf den zahlreichen mitgelieferten Spielkarten.
Im Herzen ist A Study in Emerald spielerisch genauso ein Mix, wie thematisch – Wallace bleibt sich hier treu und bringt zumindest aus Designsicht Konstanz. Deckbau gepaart mit Area-Control und einem semi-kooperativen Teamspiel. Klingt fast so verrückt wie das Thema. 2-5 Spieler versuchen dabei Einfluss in der Welt zu platzieren und somit Agenten und diverse Sonderfähigkeiten auf ihre Seite zu ziehen. Der Clou dabei: Während gut die Hälfte der Spieler im Geheimen versucht die Usurpatoren der Menschenwelt zu stürzen, versucht die andere Hälfte eben jede zu unterstützen und die Revolte (zur Not blutig) nieder zu schlagen. Doof dabei nur, dass die Rollen verdeckt sind. So steht früh fest, dass der einzige Verbündete im Grunde nur man selbst ist. 

A Study in Emerald ist ein wilder thematischer und spielerischer Ritt auf der Rasierklinge, der schlussendlich darin gipfelt, dass bei Spielende die Partei des Punktletzten als Ganzes verliert und somit einen oder mehrere Führenden mit ins Verderben ziehen kann. Man muss das mögen. Mechanisch einwandfrei konzipiert verliert sich das Spiel jedoch allzu oft in Zufällen und Abhängigkeiten von den Mitspielern. Der große Kartenstapel ist Segen und Fluch zugleich. Garantiert er zwar einerseits eine schier nicht endend wollenden Wiederspielreiz und immer neue Konstellationen, so kommen andererseits einzelne Spielelemente (wie z.B. Vampire oder Zombies) nur allzu selten durch ihn überhaupt ins Spiel.
Dennoch überzeugte mich A Study in Emerald – genau wie Lamm mit Pfefferminze. Beides schreckt zunächst durch Ungewohntes ab. Ist man jedoch erst einmal aus seiner Komfortzone herausgelockt und bereit sich auf diese Kombination einzulassen, dann ist das Erlebte lohnenswert. Das Konzept entführt in eine bizarre Welt, die bewusst abweicht. Beide werden wohl nicht eine meiner absoluten Lieblinge, aber eine Wiederholung würde ich wohl auch nicht ausschlagen – und auch wieder mit Genuss dabei sein, wenn auch nur ab 4 Spielern.


A Study in Emerald von Martin Wallace
Erschienen bei Tree Frog Games
Für 2-5 Spieler in ca. 90 Minuten
Boardgamegeek-Link






sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek.com bzw. vom jeweiligen Verlag (hier Tree Frog Games)
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28.04.2014

Neu auf Kickstarter - 18. Kalenderwoche


18. Kalenderwoche schon? Im Trend scheinen aktuell Neuauflagen alter Kickstarterkampagnen zu liegen. Nachdem die Erstauflage bereits über Kickstarter vertrieben wurde, soll nun auch die Zweit- und vermutlich Drittauflage per Crowdfunding finanziert werden. Kickstarter entwickelt sich also immer mehr in die Richtung einer Vertriebsplattform. Ist diese Woche für Euch etwas dabei?
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24.04.2014

Relic Runners - Das Königreich des Kristallschädels II

Hätte in der Spieleklassikershow Familienduell Werner Schulze-Erdel jemals die Frage gestellt: „100 Leute haben wir gefragt: Nennen Sie eine Besonderheit bei Spielen aus dem Hause Days of Wonder.“ Die Topantwort wäre vermutlich „tolle Komponenten“ gewesen.

Es gibt nur wenige Verlage die den berühmten „Extraweg“ gehen und so viel Liebe zum Detail in Komponenten stecken. Angefangen von der Spieleschachtel bis hin zu den Spielfiguren. Anders, und so sei es bereits vorweggenommen, ist es bei Relic Runners, in Deutschland vertrieben durch Asmodee, auch nicht.


Relic Runners wirbt offensiv auf der Schachtel mit dem Schatzjäger-Thema. Natürlich darf auf dem Titelcover – und schlussendlich auch auf den Charakterbögen – nicht der berühmte Mann mit dem Fedora und der Lederjacke fehlen. Die paar Indiana Jones Fans greift man mal eben schnell mit ab. Mich jedenfalls haben sie damit überzeugt. Den Kristallschädel gibt es dann auch noch gratis als Relikt dazu. Folie ab, Packung auf, Schädel ausgepackt. Ich könnte schwören, dass er mich darum gebeten hat ihn heim zu bringen! Keine Chance also der Testrunde zu entkommen.

Warum eigentlich Relic Runners? Mal ganz von der verkaufswirksamen Alliteration abgesehen, ist spielerisch der Name bei Relic Runners Programm. Tatsächlich rennen bis zu fünf Schatzjäger, wie von tropischen Insekten gestochen, durch den Urwald von Tempel zu Ruine und begeben sich Etage um Etage auf die Suche nach gewinnbringenden Siegpunkten oder Spezialfähigkeiten. Dass es dabei thematisch nicht immer Sinn macht, dass nicht die Tempel nacheinander abgearbeitet werden dürfen und dass es um Siegpunkte und nicht um Gold und Ruhm geht, ist in vielen Fällen der Spielmechanik geschuldet. Und wo verdammt kommen eigentlich die ganzen Sonderfähigkeiten her?
Genauso wenig macht es Sinn, dass wichtige Werkzeugkisten, die jedem Spieler bei seiner Expedition helfen, nur bei Flüssen zu finden sind und sich nach einer gewissen Zeit, wie von Geisterhand von selbst auffüllen. Hat da etwa doch der Kristallschädel seine Finger im Spiel?


Wurde nach einigen Spielrunden die Infrastruktur einer jeden Expedition ausreichend im Jungel ausgebaut (der Mensch kann eben doch nicht aus seiner Haut), dann kommt es zum eigentlich wichtigen Teil des Spiels – dem „Relic Run“. Wurde ein Tempel nämlich bis auf den letzten Stein erforscht, so offenbart sich ein siegpunktreiches und gleichzeitig wunderschön gestaltetes Relikt. Zu einfach wäre es allerdings, wenn dieses mit einer einfachen Aktion eingesammelt werden könnte. Vielmehr muss ein zweites derselben Sorte entdeckt und dann in einem Dauerlauf von A nach B eingesammelt werden. Logisch. Wohl so eine Art Falle. Wer kennt nicht die Szenen mit den Waagen, wo jeder gute Schatzjäger immer ein kleines Sandsäckchen dabei hat. Ohne Fleiß – keinen Preis!

Das richtige Timing ist dabei essentiell. Verläuft der erste Part des Spiels noch recht seicht, umso wichtiger ist es später im richtigen Augenblick sich korrekt im Urwald zu positionieren, um dann nicht die mächtigen Relikte um Haaresbreite zu verpassen und zusehen zu müssen, wie die Konkurrenz die Lorbeeren der eigenen Arbeit absahnt.


Relic Runners ist ein Familienspiel. Mehr will es dabei aber auch nicht sein. Spielerisch wirkt es auf mich als Vielspieler dann doch allzu oft zu mechanisch. Würde man durch die entsprechenden optischen Anreize nicht permanent daran erinnert werden, dass es hier um den Urwald geht, ich würde vermutlich noch öfter auf das nackte Logistik-Grundgerüst von Relic Runners durchblicken können.
Die Spieldauer ist dabei jedoch angenehm kurz, auch wenn das Spiel erst so richtig interessant im zweiten Teil - dem Relic Run - wird. Gut gelöst und frisch wie eine tropische Jungelfrucht ist dabei das Verbesserungsmodul. Oft beginnt die taktische Ausrichtung im Spiel dabei also schon beim richtigen Schieben der Kisten auf dem eigenen Tableau.
Ein glückliches Händchen sollte jeder Schatzjäger bei Relic Runners dennoch haben. Offenbaren manche Tempel bereits aus der Ferne, was für Geheimnisse sie bereit halten, so wird es bei anderen oftmals zum russischen Roulette, ob die gewünschte und sinnvolle Spezialfähigkeit gezogen wird.
Toll allerdings ist der stufenweise Einstieg für Familien- und Gelegenheitsspieler, der Relic Runners zu einem optischen Leckerbissen in der Reihe der komplexeren Familienspiele macht. Auf einer Familienspielerkomplexitätsskale des Verlags Days of Wonder ordnet sich Relic Runners also irgendwo zwischen Zug um Zug und Smallworld ein.

Vielen Dank an Asmodee für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Relic Runners von Matthew Dunston
Erschienen bei Asmodee
Für 2-5 Spieler in ca. 60 Minuten
Boardgamegeek-Link


Relic Runners mit Manu und mir bei Insert Moin




sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek.com bzw. vom jeweiligen Verlag (hier Asmodee)
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21.04.2014

Neu auf Kickstarter - 17. Kalenderwoche


Hohoho frohe Ostern! Ich weiß ja nicht, was Ihr mit Euren Oster-Geldgeschenken gemacht habt, aber ich hab mir erstmal ein Spiel geleistet. Ostern ist ja schließlich nur einmal im Jahr, oder? Falls Ihr noch etwas übrig haben solltet, dann habe ich hier ein paar Optionen Euer Geld anzulegen.
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17.04.2014

Sentinels of the Multiverse Erweiterungen - Mehr bitte!


Wer schon etwas länger bei mir mitliest, der kennt sicherlich meinen Artikel zum Superheldenspiel Sentinels of the Multiverse (wenn nein, dann bitte lesen). Damals fielen starke Sätze wie „Sentinels of the Multiverse (SotM) ist kein Spiel sondern ein Erlebnis!“ oder „SotM ist zum Teil ein Exkurs in den Matheunterricht der fünften Klasse.“
Nach nunmehr 3 Jahren seit Erscheinungdatum der Grundbox gibt es zahlreiche große und kleine Erweiterungen – eigentlich nicht weiter verwunderlich, denn bereits das Basisspiel schrie förmlich nach mehr.  Zeit also einen Blick darauf zu werfen.
Tragischer Höhepunkt der Erweiterungen: Die Basisbox reicht nicht mehr aus um die Massen an Karten zu fassen.
 
 
Aber was aber bringen die Erweiterungen spielerisch? Ganz klar: Mehr von allem. Mehr Helden, mehr Bösewichte, mehr Umgebungen und zum Teil auch mehr Gedächtnistraining. Die Stärken des Basisspiels werden gekonnt hervorgehoben. Sentinels of the Multiverse besticht nun mehr denn je durch Vielfalt. Keine Partie gleicht der anderen.
Durch die nahezu unendlich scheinenden Kombinationen an Heldentruppen, Umgebungen und Bösewichtern können immer neue Superheldengeschichten erzählt werden. Dabei kommt, wie gewohnt, jeder Held mit einzigartigen Grafiken und Sonderfähigkeiten daher. Wer aber denkt, dass den Entwicklern die Ideen ausgehen, der täuscht sich gewaltig. Waren manche Helden des Basisspiels noch recht einfach gestrickt und ließen wenig Platz für Strategien (ja RA ich meine Dich!), so bieten eine Vielzahl der neuen Charaktere interessante Möglichkeiten zum Aufbau von Langzeitstrategien.
 

Mehr Mathe gibt es leider aber auch. So ist es zwar mit der neusten Erweiterung Vengeance möglich gegen, den im Basisspiel schwachen, Baron Blade erneut anzutreten, jedoch bringt dieser gleich seine Freunde mit und man kämpft erstmals gegen eine Truppe an Bösewichtern. Klingt zunächst cool, jedoch zeigt dieses neue Kampfsystem eher ungeschickt die Schwächen des Spiels auf – nämlich die Verwirrung der Spieler durch unzählige Nebeneffekte. Nun ist es eben nicht nur ein Bösewicht, der zum Teil bereits im Basisspiel schwer zu überblicken war, sondern eine ganze Truppe. Ähnlich verhält es sich damit der Superheldentruppe „Die Sentinels“, welche einem Spieler ebenfalls die Möglichkeit bietet als Gruppe anzutreten, anstatt als alleiniger Verbrechensbekämpfer. Sicherlich eine nette Idee, aber wer schon einmal versucht hat mehrere Helden in einer Solopartie gleichzeitig zu manövrieren, der weiß, dass die Steuerung der Heldentruppe zwar nett klingt, aber dann doch mehr unnötige Arbeit, als Spaß bedeutet.
 
 
Was bringen die Erweiterungen denn nun zusammenfassend? Grundsätzlich sind sie alle gut. Abstriche würde ich sowohl bei den großen, als auch bei den Minierweiterungen nicht machen wollen. Alle tun genau das, was Sentinels of the Multiverse bekannt und beliebt gemacht hat. Ob nun als Legacy, RA, The Naturalist oder The Scholar. Sentinels of the Multiverse unterhält auch nach der x-ten Partie. Und sind wir ehrlich: Wer nicht mit weiteren Erweiterungen rechnet, der hat wohl zu lange in die Strahlenkanone von Iron Legacy geschaut. Und ganz ehrlich? Ich find´s gut!


Vielen Dank an Greater Than Games für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare


 


sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek.com bzw. vom jeweiligen Verlag (hier Greater Than Games)

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14.04.2014

Neu auf Kickstarter - 16. Kalenderwoche


Diese Woche in den Kickstarternews: Ein zweiter Print-Run eines Spiels aus dem Jahre 2012, ein kooperatives Spiel und ein Partyspiel. Wer noch immer auf der Suche nach Among the Stars ist oder der ein lustiges Partyspiel mit integrierten Smartphones sucht, der sollte unbedingt weiterlesen. Der Rest natürlich auch. Schließlich mache ich mir die ganze Mühe hier ja nicht umsonst, oder doch?
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