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Dienstag, 2. Juli 2013

Pelican Bay - Drei Hasen verhelfen Pelikanen zu neuem Lebensraum

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Die Pelikane (Pelecanidae, Pelecanus) sind eine Familie und Gattung von Wasservögeln aus der Ordnung der Ruderfüßer. Sie sind bis auf Antarktika auf allen Erdteilen vertreten. Ihre Gestalt und vor allem ihr sehr dehnbarer Hautsack am Unterschnabel machen sie unverwechselbar [Quelle: Wikipedia].
Warum ich Euch das erzähle? Keine Ahnung. Ich dachte einfach es wäre schön mal etwas über die putzigen Tierchen zu erfahren, um die es sich bei Pelican Bay aus dem Hause Drei Hasen in der Abendsonne dreht.

Spielverlauf und Spielziel

Das Spielziel ist simpel und könnte nicht anders sein in einem klassischen Legespiel: Wir sammeln die meisten Punkte. Dies gelingt klassisch durch das Anlegen von Landschaftsplättchen, mit welchen wir das Idyll der Tropenlandschaft sinnvoll und passend erweitern.
Im Einzelnen stellt sich der Spielzug durch das Ziehen von zwei Landschaftsplättchen und dem Anlegen von einem davon dar. Meistens jedenfalls. Hierbei gibt es einfache und logische Regeln. Erstens muss das anzulegende Teil an mindestens zwei anderen schon liegenden Plättchen anliegen und zweitens muss dieses die Landschaft optisch sinnvoll erweitern, dh. die Kanten müssen passen. Strand an Strand, Wasser an Wasser, Wald an Wald und so. Ihr versteht.
Danach gibt es Punkte und zwar für das größte Gebiet an, welches man soeben angelegt hat. Diese schnell auf dem praktischen mitgelieferten Punkteblock notiert und weiter gehts. Ab und an schließt man auch mal ein Gebiet. Dann kommen die Namensgeber endlich zum Zuge. Mal eben den Pelikan auf das geschlossene Gebiet gesetzt und aus zwei Alternativen gewählt. Weitermachen oder eben nicht? Eventuell gelingt so ein Doppelzug und die Punktausbeute ist sodann umso größer.
Das Spiel geht so lange, bis eine vorher definierte Anzahl an Plättchen verbaut wurde. Der Reservestapel wurde vorher prophylaktisch abgedeckelt und dann ist auch schon bald Schluss. Die Punkte werden addiert und am Ende ist es idealerweise ein einzelner Pelikan im Spielerbesitz, der mit den drei Bonuspunkten über Sieg und Niederlage entscheidet.

Resume

Pelican Bay besticht beim Öffnen bereits mit seiner Optik. Das gesamte Spielmaterial ist wunderschön und am Ende eines jeden Spieles blickt man verträumt auf eine Urlaubsreife Karte mit blauen Lagunen, weißen Sandstränden und tropischen Wäldern.
Bis sich bei Pelican Bay allerdings diese Zufriedenheit einstellt, gehen einige Partien ins Land und somit auch einiges an Nerven. Zu oft saß man verzweifelt vor der Karte und versuchte die gezogenen Plättchen nun eben doch an den schönen langen Sandstrand anzulegen, den die Mitspieler doch bereits so schön erweitert und mit ihm gepunktet haben, um dann enttäuscht feststellen zu müssen, dass es anscheinend wirklich nicht passt. Mist! Dann eben doch die Mini-Lagune schließen. Schwupps da isser! Der Star des Spiels - der Pelikan.
Dazu muss gesagt werden, dass ich persönlich nicht besonders talentiert bin bei Legespielen. Auch beim wohl berühmtesten Vertreter dieser Zunft - Carcassone - saß ich oft mehrere Minuten und suchte den passenden Platz, während meine Mitspieler diesen anscheinend bereits nach wenigen Minuten gefunden hatten. Genau das macht Pelican Bay aber bereits zu einem Ausschlusskriterium für viele Spieler und sorgt für lange Downtimes bei Gruppen, bei welchen eben nicht alle Spieler so talentiert mit dem siebten Sinn für passende Anlegestellen ausgestattet sind.
Dominierend ist bei Pelican Bay aber auch der Glücksfaktor. Ziehe ich die richtigen Plättchen und lege stetig an große Gebiete an - prima! Ziehe ich aber einfach nicht die richtigen Teile und kann nur Minigebiete erweitern - doof! Das führt oftmals zum zweiten Frustfaktor. Aber vielleicht sollte man das Ganze nicht zu ernst nehmen, denn schließlich befinden wir uns an einem Urlaubsort, nicht wahr?
Apropos Urlaubsort: Das originelle Thema "Drei Hasen bieten neuen Lebensraum für Pelikane" wurde zwar optisch perfekt umgesetzt, wirkt sich aber zu keinem Zeitpunkt auf das Spiel und seine Mechanik aus. Pelican Bay ist ein völlig abstraktes Legespiel. Trotzdem freut man sich während der Partie über die schönen Teile und die netten Pelikan-Meeples (um mal den Wortspielkreis zum berühmten Vertreter zu schließen).
Pelican Bay benötigt eine spezielle Spielgruppe und ist somit nicht vorbehaltlos zu empfehlen. Erfasst jeder in der Runde die Kartensituation schnell, dann ist eine Partie kurzweilig und fordernd. Tanzt allein ein Spieler aus der Reihe, dann wird es schnell langweilig für den Rest. Ist man in einer solch glücklichen Position und kann man den, bei allen Zieh- und Legespielchen vorhandenen, Glücksfaktor verschmerzen, dann ist Pelican Bay ein schöner Begleiter für die Vorurlaubszeit. Ein Unikat für den Spieleschrank ist es, aufgrund seiner Aufmachung, ohnehin und kann immer mal wieder auf den Spieltisch kommen.

Hier geht es zum Unboxing.

Vielen Dank an die Drei Hasen in der Abendsonne für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

 

sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek.com bzw. vom jeweiligen Verlag (hier Drei Hasen in der Abendsonne)

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