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Donnerstag, 23. Oktober 2014

Meine Spiel 2014 - Ein ganz persönlicher Rückblick

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"Ich bin dann mal weg!" So sagte es ja bereits ein bekannter deutscher Entertainer vor einigen Jahren. Tatsächlich hat die Spiel in Essen und der Weg dorthin fast ja schon etwas pilgerhaftes. Unzählige Menschen aus unzähligen Ländern der Welt machen sich jedes Jahr auf den Weg zur größten Spielemesse der Welt. Ach was sage ich des Universums! Dabei konnte uns dieses Jahr nicht einmal die GdL mit ihrem Lokführerstreik stoppen. Mich ohnehin nicht - ich bin nämlich mit dem Auto gekommen. Ätsch! Ist ja auch viel entspannter, so ganz ohne Rollkoffer und vollen Tüten in der stickigen Bahn, dafür gemütlich auf der A3 vor Leverkusen im Stau stehen. Dabei ging das dieses Mal eigentlich. Und nach ca. 3h Fahrt waren wir dann auch endlich da - zu spät allerdings für Imperial Assault. Gut nur, dass ich erst daheim gelesen habe, dass es das überhaupt schon dieses Jahr auf der Messe im freien Verkauf geben sollte.

Die Messe war mal wieder ziemlich voll. Dabei scheint zu gelten: Donnerstag ist der neue Samstag, denn auch schon dort war es proppe voll. Es spricht sich wohl rum. Mein Plan: Nächstes Mal einfach alle austricksen und am Wochenende kommen. Denn wenn jeder denkt, dass am Wochenende viel los ist und dafür am Donnerstag kommt, dann habe ich am Samstag freie Fahrt. Aber mal ehrlich: Der Trubel gehört doch auch irgendwie dazu. Eine Messe ohne am Heidelberger Schnäppchengang an der nächstbesten Achselhöhle zu schnuppern, ist doch irgendwie so gar keine Messe, oder? Und irgendwie gehört auch das ewige Maurer-Dekolleté dazu, was die Blicke unweigerlich, wie die Gaffer bei einem Unfall auf der Gegenspur, anzieht. Sei´s drum!

Spiele gab es übrigens auch. Ganz viele. In irgendwelchen schlauen Statistiken habe ich gelesen, dass es über 850 Neuheiten gewesen sein sollen. Ich stoße ja jetzt schon an meine Grenzen im Spieleregal, also wo soll das denn bitte noch enden? Gut, dass ich mittlerweile vernünftig geworden bin und so konnte ich meinen Kaufrausch auf 10 Spiele inkl. Erweiterungen beschränken. Da ist also noch genug Budget für die ein oder andere Kickstarterkampagne übrig. Wieder was gespart! Gespielt auf der Messe selbst habe ich dieses Mal aber nicht. Das hing in erster Linie damit zusammen, dass ich nur einen Tag vor Ort war. Da blieb dann einfach keine Zeit zum Spielen. Dafür aber für den ein oder anderen Plausch mit dem ein oder anderen Designer oder Kollegen. Und somit kann ich nun voller Stolz verkünden der Inhaber eines der legendären Kuh-Comics von Ignacy Trzewiczek zu sein. Geht oder? Was ich viel bemerkenswerter finde, ist eigentlich, dass ich den Namen eben ohne vorher nachzuschauen fehlerfrei getippt habe. Dabei haben doch einige Experten sogar Probleme mit der bloßen Aussprache. Netter Typ übrigens. Super nett ist auch Johannes Sich, den ich dann auch endlich mal in natura kennenlernen durfte (hier hatte ich ihm schon mal ein paar Fragen gestellt). Ob er wohl gemerkt hat, dass ich in den "harmlosen" Plausch die ein oder andere investigative Frage zu möglichen Erweiterungen für sein Debut-Spiel La Cosa Nostra eingebaut habe? Das besagte Spiel konnte ich übrigens taufrisch am Freitagabend austesten. Super. Echt super! Soviel vorweg. Vielleicht folgt ja in den nächsten Wochen dann auch mal etwas ausführlicheres.

10 Titel sind es bei mir also geworden. Nichts spektakuläres, keine Geheimtipps. Die überlasse ich lieber den Experten. Aber ich verrate Euch trotzdem mal, was ich so gekauft habe:

  • La Cosa Nostra
Tolles, super thematisches Mafiaspiel. Wer, so wie ich, es liebt andere zu hintergehen (natürlich nur im Spiel...) und ohne Rücksicht auf Verluste auf Sieg zu zocken, der wird es lieben. Ganz zu schweigen vom traumhaften Artwork.

  • Terra Mystica Erweiterung
Terra Mystica gehört für mich zu den besten Eurospielen, die es gibt. Auch wenn ich noch nicht alle Völker des Grundspiels gespielt habe (wir ziehen immer Farben zufällig), bin ich super gespannt auf die neuen Rassen; und vielleicht ziehe ich dann ja auch mal was anderes als rot (nehmt´s mir nicht übel ihr Giganten).

  • Greenland
Der neue Phil Eklung war für mich eigentlich ein Pflichtkauf. Zudem brauche ich echt mal ein paar Spiele nur für drei.

  • Lost Legacy
Ich habe gehört, dass Spiele von Japon Brand echt begehrt sind. Da hab ich mir doch gleich mal eins vorbestellt. Außerdem liegt es voll im Trend Microgames zu kaufen.

  • The Walled City: Londonderry & Borderlands
Hatte ich schon lange ein Auge drauf. Josh Cappel ist zudem einer meiner Lieblingsgrafiker. Der saftige Preis von 50,00 EUR (ohne die angekündigten Promos) hat mich dennoch kurz überlegen lassen. Als dann aber der nette Verkäufer vom Schwerkraft Verlag meinte, dass er bei dem Preis am Spiel garnichts verdienen würde, da die Waren per Expressfracht nach Essen mussten (Zollprobleme), habe ich aber beschlossen ihm aus der finanziellen Notlage zu helfen und habe den "Fuffi" hingelegt.

  • Imperial Settlers
Ich bin großer Ignacy-Fan, daher Vorbestellung. Als ich "dem Meister" dann in bester Fanmanier Honig um den Mund geschmiert habe und ihn für sein literarisches Talent (siehe Boardgames that tell Stories) gelobt habe, kam er nicht drum herum mir einen Kuh-Comic auf den Schachteldeckel zu malen. So macht man das!

  • Corto Erweiterung
Corto steht ja schon seit Ewigkeiten auf meiner To-Do Liste für den Blog. Eigentlich wollte ich aber der Erste im deutschsprachigen Rezensionsraum sein, der eine Corto-Rezension verfasst (Leser-Aquise und so). Leider kam mir dann die Spielbox zuvor und jetzt ist das Spiel ein wenig auf der Liste nach unten gerutscht - dabei hat die Spielbox doch schon genug Leser. Trotzdem ein fantastisches Spiel mit tollen Komponenten. Die Erweiterung bringt einen zusätzlichen Comicstrip. Ich freu mich!

  • Samurai Spirit
Der neue Bauza. Artwork fantastisch. Habe ich dann auch gleich mal Freitag angespielt. Wir sind kläglich gescheitert. Erstes vorsichtiges Fazit: Knallhart aber vielleicht zu glücksabhängig?

  • Euphoria: Build a better Dystopia
Nun auch endlich auf deutsch. Habe ich auch schon gespielt. Ich kann jedem nur raten gut zu würfeln. Am besten sind Paschs. Dann sollte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Trotzdem beachtlich tiefes Thema in einem doch eher klassischen Euro-Gewand. Demnächst gibts hier vielleicht auch mal die volle Rezension.

  • Sons of Anarchy: Grim Bastards
Das Grundspiel ist ja schon irgendwie ziemlich nett. Die Jungs von GaleForce9 haben es halt echt drauf eine Lizenz würdig zu verwursten. Auf der Messe habe ich dann das Goodie der fünften Fraktion gesehen. Ganz versteckt in einem Karton hinter der Verkaufsfläche. Ein paar Gesprächsfetzen und ein paar mal unauffällig mit dem Presseausweis wedelnd später, hatte ich dann die Jungs irgendwie in meiner Tasche liegen. Praktisch.

Das soll mein Spiel 2014 Erlebnis in aller Kürze gewesen sein. Wie war es bei Euch?
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Sonntag, 19. Oktober 2014

Neu auf Kickstarter - 43. Kalenderwoche

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Ja ich war auch auf der Messe. Ziemlich inkognito aber. Kauftechnisch habe ich mich aber auch relativ gut zurückhalten können... naja wie man´s nimmt. Meine ganz persönlichen Messeerfahrungen gibts dann übrigens auch demnächst in einem extra Beitrag. Jetzt heißt es schließlich mal wieder: Neu auf Kickstarter. Und was ist da so neu?
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Sonntag, 12. Oktober 2014

Neu auf Kickstarter - 42. Kalenderwoche

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Messewoche. Trotzdem ein paar sehr interessante Projekte. Ab sofort wird es hier bis kommenden Montag auf dem Blog still. Ich bin nämlich voll im Messemodus. Vielleicht wird gelegentlich gezwitschert oder gefacebooked. Wer mir noch nicht folgt, hat nun also allen Grund. Und vielleicht sieht man sich ja mal im Getümmel. Over and out!
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Mittwoch, 8. Oktober 2014

Machi Koro - Siedlopoly

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Dass Machi Koro japanisch ist und so viel wie "Stadt würfeln" bedeutet, das dürften hinlänglich diverse selbsternannte "Japan-Experten" klargestellt haben. Daher gibts bei mir mal eine neue Vokabel: Uma. Uma bedeutet Pferd. Was das jetzt allerdings mit Machi Koro zu tun hat, da bin ich mir selbst noch nicht so sicher. Fakt ist allerdings, dass ich damit die, aktuell anscheinend feststehende, Einleitung zu Machi Koro Rezensionen mit Bravour durchbrochen habe. BAM! Und jetzt zum Sport mit Peter.


In Machi Koro sind wir frischgebackene Bürgermeister einer aufstrebenden kleinen Gemeinde. Während unsere Bürger von Dingen wie einem Bahnhof, einem Einkaufszentrum, einem Funkturm oder sogar einem Freizeitpark träumen, haben wir alle Hände voll zu tun, um aus diesen Träumen Realität werden zu lassen. Doof nur, dass uns aktuell dafür lediglich ein Weizenfeld, eine Bäckerei und ein kleiner Holzwürfel zur Verfügung stehen. Auch doof, dass wir unsere Nachbardörfer im Auge haben müssen. Denn mittlerweile ist ein inoffizieller Wettbewerb unter uns Bürgermeistern ausgebrochen, möglichst schnell, möglichst alle Wünsche der Bürger zu erfüllen. Da geht es doch bestimmt insgeheim um die Verteilung von irgendeinem Fördertopf, oder?
Was dann passiert simuliert den Politikalltag in einer 100-Seelen-Gemeinde vermutlich perfekt. Ich nehme den kleinen Holzwürfel, werfe ihn und schaue dann was passiert. Verschiedene Gebäude haben - wie wir alle wissen - verschiedene Zahlen und die Leute darin produzieren auch nur Geld, wenn eben genau diese Zahl gewürfelt wird. Klingt komisch - ist aber so! Aber Obacht! Auch im Zug meines Mitspielers kann etwas für mich abfallen. So gibt es Gebäude die immer Zahltag haben, Gebäude, die nur bei meinem Zug Zahltag haben, Gebäude die meinen Zahltag durch andere Spieler finanzieren und Gebäude, die meine Zahltage verbessern.
 


Habe ich gewürfelt und meine Finanzen erledigt, geht es über zum Investment. Neue Gebäude braucht die Stadt. Brauchen wir ein Restaurant oder doch lieber ein zweites Weizenfeld? Fächere ich mich breit oder konzentriere ich mich auf meine Glückszahl? Hier werden aus ehemals ähnlichen Gemeinden Stück für Stück individuelle Städte. Und wer zuerst die vier Spezialgebäude gebaut hat, gewinnt das Spiel und freut sich (vermutlich über eine Wiederwahl).

Machi Koro ist klein und schnell gespielt. Kaum dauert eine Runde länger als 30 Minuten. Würfeln, Geld nehmen / geben und kaufen. Fertig. Nächster. Das lässt keine Langeweile aufkommen. Geschickt gelöst dabei ist, dass man auch beim gegnerischen Zug aufpassen muss, da sonst wertvolle Taler des Restaurants flöten gehen. Das ist schön. Nicht so schön ist die Vielfalt. Anfangs entwickeln sich die einzelnen Städte zwar deutlich in unterschiedliche Richtungen, aber später scheint es mir oft eine gute Idee zu sein, sich breit aufzustellen. Hinzu kommen die dann doch sehr stark beschränkten Gebäudetypen. Hier ist Luft für Erweiterungen und die werden ja bekanntlich kommen.
Ansonsten ist die Einfachheit Machi Koros seine größte Stärke. Machi Koro kann als "Einstiegsdroge" für Neulinge in der Szene dienen. Ich kann das Prinzip in ca. zwei Minuten sowohl einem 7-jährigen Kind erklären, als auch einem 88-jährigen rüstigen Rentner. Zudem orientiert sich der Spielverlauf an zwei Klassikern: Die Siedler von Catan und Monopoly. Ich habe die glückslastige Ertragsphase aus dem Teuber-Klassiker und dann das klassische rudimentäre Investmentprinzip aus Monopoly - nur eben das Ganze in einer knackigen Zeit. Geschickt.
Aber auch für Vielspieler ist Machi Koro etwas. Zwar nicht als ganz großer Happen, aber dann doch als Absacker, als Zwischengang, Vorrunde oder eben als Mitbringsel zu den Familienfesten, um bekennende Nichtspieler in die wundervolle Welt der Brettspiele einzuweihen. Machi Koro bietet die Grundlagen, der Rest ergibt sich von ganz allein.





Machi Koro von Masao Suganuma
Erschienen bei Kosmos
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 30 Minuten
Boardgamegeek-Link


Vielen Dank an Kosmos für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Kosmos)
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Sonntag, 5. Oktober 2014

Neu auf Kickstarter - 41. Kalenderwoche

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Wer auf Echtzeit-Spiele steht, der wird diese Woche bei den News mal beide Augen aufhalten müssen. Ansonsten haben wir ein kleines mitnehmbares Deduktions-,Memory-, Puzzlespiel. Klingt langweilig? Muss es aber nicht sein. Ganz im Gegenteil. Wer also noch interessiert ist und noch etwas Kleingeld vor der Messe entbehren kann, der liest weiter. Alle anderen aber bitte auch.
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