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Mittwoch, 25. Juni 2014

Nauticus - Schaffe, schaffe, Schiffchen baue...

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Wäre es nicht toll, eine eigene Werft zu besitzen, täglich an schön gestalteten Holzschiffen zu feilen und sie mit prunkvollen Segeln ausgestattet loszuschicken, diverse Waren auf den sieben Weltmeeren zu handeln? Träumt nicht jeder davon? Nein? 

Nun ja, auch wem dies nicht schon immer ein inneres Anliegen war, sollte als versierter Brettspieler Nauticus eine Chance geben. Es könnte sich lohnen! 

Aber eine Planke nach der anderen: Ziel des Spieles ist es, wie so häufig, die meisten Siegpunkte einzufahren. Hierfür stellt das Spiel drei Möglichkeiten – und damit einhergehend drei unterschiedliche Strategien – zur Verfügung. Punkte erhält man entweder über möglichst viele große Schiffe, gehandelte Güter oder Kronen. Jede Möglichkeit bietet während des Spieles diverse Vor- und Nachteile und theoretisch kann auch der Weg des „Allrounders“ zum Sieg führen. Die Regeln sind dabei schnell gelernt und verstanden, ohne den nötigen Tiefgang vermissen zu lassen. 


Das Spiel läuft je nach Spieleranzahl in lediglich 4-5 Runden und sollte nach 90 Minuten über Bord gegangen sein. Pro Runde bestehen 8 Handlungsmöglichkeiten von denen der Startspieler eine auswählt und nutzt. Danach sind alle anderen an der Reihe und können die gleiche Aktion ausführen oder passen. Zum Ausführen der Aktionen werden je nach Wahl Arbeiter und Geld benötigt und abgelegt, wobei jeder Aktion bereits eine bestimmte Anzahl Arbeiter zugeordnet sind, die jedem Spieler zur Verfügung stehen. Beide werden wiederum durch mögliche Aktionen erhalten. Im Anschluss wechselt der Startspieler und die Runde endet, nachdem sieben der acht Handlungsalternativen genutzt wurden. Am Ende jeder Runde werden dann die Aktionen auf dem Steuerrad neu gemischt, so dass sich die Preise und auch die zur Verfügung gestellten Arbeiter von Runde zu Runde ändern können. 


Dem Passen kommt dabei eine besondere Funktion zu. In jeder Runde verfügt jeder Spieler über drei Passe-Marker mit Minuspunkten von 1 bis 3. Passt man nicht, erhält man somit am Ende jeder Runde sechs Minuspunkte. Passt ein Spieler, kann er einen Marker herumdrehen und erhält dafür temporär bis zum Ende der Runde eine Krone und somit potentiell Siegpunkte. Hierdurch läuft im Kopf eine spielübergreifende Kosten-Nutzen-Rechnung ab, mit der man anfangs erst mal fertig werden muss. Hat man aber seine Strategie gefunden, fällt einem das Passen nicht mehr all zu schwer. Und ein Minuspunkt mehr oder weniger tut oft auch nicht so sehr weh. 

Die Interaktivität im Spiel kommt in erster Linie durch die Wahl der Aktion durch den Startspieler und das Wegkaufen der entsprechenden Bauteile zustande. Ein „richtiges“ Schiff benötigt nämlich zwei Mitteilteile sowie vier Masten und vier Segel mit jeweils gleichem Symbol. Und natürlich sind gerade diese Bauteile besonders limitiert. Die Mitteilteile eines Schiffes sind sogar nur neun Mal vorhanden. Und niemand baut nur ein einziges Schiff. Ähnlich verhält es sich mit Segeln und Masten, die zwar häufiger vorhanden sind, jedoch trotzdem schnell vergriffen sein können. Und bekommt man einmal keine Bauteile mehr für sein Schiff…hat man Pech und wird das Schiffchen niemals fertig stellen (erhält aber am Spielende ein paar Trostpunkte). Ist ein Schiff fertiggestellt kann man aus diversen Boni wählen, das Schiff je nach Größe mit einer bestimmten Anzahl an Waren beladen und diese an die Häfen ausliefern. Im Großen und Ganzen „stört“ man sich gegenseitig aber niemals direkt beim Schiffchenbauen. 


Nauticus bietet insgesamt eine ordentliche Portion Spielspaß vor nautischer Kulisse und präsentiert das Geschehen durch schön gestaltete Komponenten, die durchweg einen ordentlichen und stabilen Eindruck hinterlassen. Die Spielzeit ist dem Geschehen durchaus angemessen, so dass weder Langeweile noch Hektik aufkommen. Grade in den letzten zwei Runden kommt eine ordentliche Portion Spannung und Schadenfreude dazu, wenn einzelne Spieler merken, dass sie Ihre Fregatten nicht mehr fertigstellen können oder die benötigten Waren nicht mehr bekommen. Und wer besonderen Gefallen am Spiel gefunden hat, hat im Anschluss sogar noch die Zeit für eine Revange. In diesem Sinne: Leinen los und frohes Einschiffen!

Vielen Dank an Kosmos für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! 

Nauticus von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling
Erschienen bei Kosmos
Für 2-4 Spieler in ca. 90 Minuten
Boardgamegeek-Link


sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek.com bzw. vom jeweiligen Verlag (hier Kosmos)

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