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Montag, 14. November 2016

Continental Divide - Die Geschichte vom Gute Laune Zug

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An den Leser: Das folgende bitte so lesen als ob es aus einer Teleshopping Sendung wäre!

„Hey Du!
Ja Du!
Bist Du bereit für den Spaß deines Lebens?
Ja?
Dann spiele Continantal Divide!!!
Denn in Continental Divide spielst Du die Eisenbahngeschichte der USA im 19. Jahrhundert nach!

Doch warte, es gibt noch mehr!
In Continental Divide bist Du nicht etwas der Lockführer (pfff…) oder der Hersteller (lol), Du bist auch kein Sherriff oder Gesetzloser (rofl) NEIN! :(

DU!

BIST!

EIN!

AKTIONÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄRRRRRRRRRRRRR!!!!!!!!!!!

:D :D :D

Kaufe Anteile!
…aber nicht alle, sonst gehen die Unternehmen pleite ?!?...
Verkaufe Anteile!
… war Spaß, das geht garnicht. Das wäre ja mega unrealistisch!...?!?
Sichere dir die Position als Hauptanteilseigner!
…Denn sonst kannst Du garnichts bauen…
Lass die Unternehmen Schienennetze bauen!
…aber nicht zu viele, denn die Ressourcen sind begrenzt…
Und verdiene GELD!
…aber nicht zu viel, denn sonst haben die anderen Mitspieler keinen Spaß mehr…
Und das allerwichtigste:
BRING EINEN TASCHENRECHNER MIT!
…sonst wirst Du sehr sehr sehr sehr viel Kopfrechnen müssen…“

Hier endet der Werbespot.


Das klingt doch spaßig oder? Nein? Ist es auch nicht! Aber alles der Reihe nach:

Man soll ein Buch ja nicht nach seinem Einband beurteilen. Wenn ich diesen Spruch nicht verinnerlicht hätte, hätte ich Continental Divide nicht mal angespielt. Dabei sieht das Frontcover sogar sehr ansprechend aus…

(siehe ganz oben; Anm. d. Redaktion)

…dreht man die Box jedoch um sieht man das hier:

(auch nicht viel spannender; Anm. d. Redaktion)

Na? Sieht das nicht spaßig aus?

Dieses Brett ist seit „Mensch, ärgere dich nicht“ das hässlichste, das ich je gesehen habe. Warum existiert im 21. Jahrhundert so ein Spielbrett? Aber wie gesagt, das Buch und Einband und so…

Ich baute das Spiel also auf und las die Regeln…und merkte wie mir jetzt schon die Lebenslust ausgesaugt wurde… Ich fühlte mich wie ein Minenarbeiter der für einen der im Spiel vertreteten Schienenbetreiber das Erz aus der Mine schaufelte. Thematisch hatte mich das Spiel also schon gepackt!

Achja, und wollt ihr wissen, wie die Schinennetzbetreiber in diesem Spiel heißen? Nein? Ich sags euch trotzdem:


Der schwarzfarbene Betreiber: Black Central Railroad 
Der rotfarbene Betreiber: Red Northern Railroad 
Der grünfarbene Betreiber: Great Green Railroad

Na? Strotzt das nicht geradezu vor Kreativität?

Mein Gemütszustand band sich gerade selbst an die Schienen in der Hoffnung vom Gute Laune Zug überfahren zu werden… Aber ich gab nicht auf! Ich las die Regeln durch, plazierte das (zugegeben cool aussehende) Spielgeld und die (zugegeben langweiligen) Holzwürfelchen auf den Tisch und der Spaß (*hust*) begann:

Meine Mitspieler und ich kauften also jeder Anteile diverser Schinennetzbetreiber, legten den Aktienwert fest und gaben an wie viele Aktien im Umlauf sein dürfen. Dann ließen wir die Unternehmen Schienennetze bauen und kauften noch mehr Anteile um noch mehr Schienen bauen lassen zu können. Ja BAUEN LASSEN! Als Aktionär sagt man dem Unternehmen wo es Schienen bauen soll! Man macht sich doch nicht selber die Hände schmutzig! Zum Schluss kassierten alle die Dividende und das Unternehmen den Gewinn. Und der Spaß (*hust*) ging wieder von vorne los!


Irgendwann fiel mir auf, dass wir keinerlei Schwierigkeiten hatten, eine passende Erfolgsstrategie zu finden, da unsere Unternehmen alle viel Geld machten. Dann bemerkte ich unseren Fehler: Wir zahlten Dividende an die Unternehmen aus, obwohl diese keinerlei Anteile mehr hatten! Oh man, was für ein Amateurfehler, wenn Warren Buffett das nur liest…

Wir haben das Spiel also falsch gespielt… Konsequenz: Von vorn anfangen!
Also nahm ich wieder das hübsche Geld und alle anderen Komponenten, faltete alles sorgsam zusammen und legte es zurück in die Two-Face Schachtel um es hoffentlich nie wieder spielen zu müssen.

Fazit: Das ist kein Spiel, das ist die Simulation eines langweiligen Aktionärlebens! NIE WIEDER!

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Continental Divide von Eddie Robbins
Erschienen bei Eagle Gryphon Games 
Für 3-6 Spieler in ca. 120 Minuten
Boardgamegeek-Link



sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Eagle Gryphon Games)

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