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Mittwoch, 12. April 2017

Holmes - Detektivarbeit für 2 Personen

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Ladies and Gentlemen, ich heiße Sie willkommen. Nehmen Sie Platz und genehmigen Sie sich eine Tasse schwarzen Tee, während Sie meiner Rezension lauschen in der ich Sie unbemerkt dazu verführen werde, Ihr sorgfältig angespartes Geld für dieses Spiel auszugeben, denn glauben Sie mir, das lohnt sich…

Holmes ist ein Zwei Spieler Spiel und ein im Labor gezüchtetes Mischwesen aus Worker Placement und Set Collection: Das heißt man platziert Arbeiter auf Aktionsfelder und sammelt sich so diverse Karten mit verschiedenen Werten und Farben. Dabei spielt ein Spieler Sherlock und der andere seinen Widersacher Prof. Moriarty. 


Die Aktionsfelder werden in Form von Karten bzw. den darauf abgebildeten Personen repräsentiert, die nach jeder Runde, aus einem zufällig gemischten Stapel, dem Spielfeld hinzugefügt werden; eine Karte pro Spielrunde.  Oft hängt der Karteneffekt der ausgelegten Karte von der Rundenzahl ab, in der sie ausgelegt wurde. Das ist ziemlich cool und macht jedes Spiel abwechslungsreich.
Beiden Spielern stehen drei Arbeiter zur Verfügung, die abwechselnd auf Aktionsfelder platziert werden und die Spieler so die Personen „besuchen“. Wird eine Person, in einer Runde, von zwei Spielern besucht, ist sie am nächsten Tag nicht mehr verfügbar und wird umgedreht.

Die verschiedenen Aktionen die die Personen anbieten, geben den Spielern folgende Möglichkeiten:
- Hinweistoken nehmen 
- Ausliegende Karten durch das Ausgeben von Hinweistoken an sich nehmen 
- Durch das Ausgeben von Hinweisokens vom Stapel ziehen und verdeckt an sich nehmen 
- Ausliegende Karten Zerstören und ersetzen 
- Gegnerische Karten stehlen 
- und diverse Kombinationen aus diesen Möglichkeiten 


Ziel des Spiels ist es am Ende der sieben Runden die meisten Punkte zu haben. Dies erreicht man durch das Sammeln der Hinweise. Dazu wird ein Stapel von Karten gemischt und vier Karten offen ausgelegt. Dies sind die Hinweise. Neben den normalen Hinweisen gibt es auch Kartenfragmente, die je nach Anzahl ebenfalls Punkte einbringen können und Joker die für alle sieben Hinweisfarben zählen.

Das spannende an Holmes ist die Art der Punkteauswertung. Denn man muss lediglich die Mehrheit der Hinweise besitzen um zu Punkten. Gleichzeitig verliert man Punkte, wenn der Gegenspieler die selben Hinweise gesammelt hat.
Der Clou hierbei sind die verdeckten Karten, die am Spielende, den bereits ausliegenden hinzugefügt werden und so das Spiel nochmal auf links drehen können. Ich war mir so oft sicher zu gewinnen und wurde am Ende doch böse überrascht.


Holmes ist eine Mischung aus vielen Dingen die ich mag und kombiniert diese so gut, dass man überrascht ist, wie viel Variation dieses kleine Spiel bietet. Ich sag es noch einmal: Workerplacement und Set Collection, dat is ma ‘ne Kombo!
Das Thema ist dabei nicht wirklich präsent und so sind die Hinweiskarten, die Zigarettenstummel, Fingerabdrücke und Patronenhülsen abbilden am Ende doch nur fünfen, sechsen und achten.


Die diversen Peronen, die besucht werden können (die Aktionsfelder) haben zwar alle Namen und sind hübsch gezeichnet,, werden letzen Endes jedoch auch nur auf ihre Symbole reduziert. Ist das tragisch? Ganz und gar NICHT! Denn dafür macht Holmes alles andere schon fast perfekt und das fehlende Thema trübt den Spielspaß nicht im geringsten.
Kosmos hat mal wieder bewiesen, dass sie einen guten Riecher für Zwei-Spieler Spiele haben und Holmes schmiegt sich zwischen die Klassiker wie Targi und Lost Cities, so selbstverständlich an, als ob es wie dafür gemacht wäre.

Von mir gibt’s eine absolute Kaufempfehlung.

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Holmes von Diego Ibanez
Erschienen bei Kosmos
Für 2 Spieler in ca. 30 Minuten
Boardgamegeek-Link



sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Kosmos)

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