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Montag, 15. Mai 2017

Mysterium - Ein Traumspiel

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Willkommen bei den BoardgameMonkeys. Ihr seid Zeugen eines grausamen Verbrechens. Der Täter: Andreas H. – Blogbetreiber und selbsternannter Redakteur. Das Opfer: Ihr, die Leser. Die Tat: nach nun 2 Jahren, immer noch keine Mysterium Rezension.
War es ihm zu gehyped? Wollte er gegen den Mainstream schwimmen? Oder hat er das Spiel gar übersehen? Fragen über Fragen, die nur noch der Geist der alten Weihnacht beantworten kann…
Ich bin hier um das Verbrechen ungeschehen zu machen und seine Weste rein zu waschen, denn es ist in der Tat ein Verbrechen, wenn man Mysterium nicht kennt.


Mysterium ist ein ganz besonderes Spiel und lässt sich nur schwer in eine Kategorie einordnen. Am einfachsten ist es wenn ich den Spielablauf beschreibe:
6 Spieler - Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, Medien die in der Lage sind mit Toten zu kommunizieren - besuchen einen Ort an dem ein Mord geschehen ist.
1 Spieler - Der Geist des Verstorbenen - gibt den Medien hinweise zu der Tat, indem er ihnen, in ihren Träumen, Visionen zukommen lässt.
Diese Visionen sind natürlich Spielkarten, mit abstrakten aber wunderschönen Bildern und müssen so interpretiert werden, damit jeder Spieler den Täter, den Tatort und die Tatwaffe richtig errät um so am Ende gemeinsam den Verbrecher zu stellen.

Dabei hat der Geist eine begrenzte Anzahl an Traumkarten und muss entscheiden, wer welche Karte bzw. Karten erhält, denn zunächst hat jeder Spieler eine individuelle Theorie, sprich einen individuellen Täter, Waffe usw. Das heißt, dass der Geist sehr genau darauf achten muss, dass die Karten bzw. die dahinter stehende Intuition so eindeutig wie nur möglich ist.


Errät jeder Spieler, den für ihn vom Geist zusammengestellten Mord, raten am Ende alle gemeinsam. Während die Spieler wild miteinander kommunizieren dürfen, kann der Geist einzig durch seine Traumkarten Hinweise geben, ansonsten ist er vollkommen still. Und das ist Alles, Nein wirklich, das ist Mysterium!

Aber das ist schon mehr als genug, denn das was Mysterium ausmacht, ist die Freiheit, die die Interpretationen fordert. Der Geist kann das Spiel so kompliziert oder so einfach gestalten wie er möchte, er kann auf die Intelligenz der Spiele hoffen oder auf ihre Intuition vertrauen.
Als Geist ist es herrlich mit anzusehen und zu hören, welche wilden Theorien sich die Medien zusammenreimen und wie sie die ihnen ausgeteilten Karten interpretieren. Es ist unglaublich befriedigend, wenn man die Karten genauso interpretiert, wie der Geist es wollte. Andererseits muss man als Geist auch oft zugeben, dass die Spieler die Karten noch besser hätten verwenden können.


Als Medium ist man auf die Schwarmintelligenz angewiesen und muss kooperieren um voranzukommen, denn erst wenn alle es schaffen, ist das Spiel gewonnen. Diese Abgegrenztheit von Medium und Geist ist wirklich einzigartig und erzeugt dank den hübschesten Bildern der Brettspielgeschichte eine dichte Atmosphäre und bringt das Thema sehr gut hervor.


Ich habe das Spiel nun schon sehr oft mit den verschiedensten Leuten und Gruppengrößen gespielt und muss sagen, dass jedes Spiel spaßig und einzigartig war. Jeder interpretiert die Karten anders und es sickert immer wieder der Charakter der einzelnen Personen durch. Mysterium ist ein Meisterwerk der Brettspielgeschichte, von der Idee bis hin zum Design ist alles auf einem sehr hohen Level.

Ein einzigartiges Spiel!

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Mysterium von Oleksandr Nevskiy und Oleg Sidorenko 
Erschienen bei Asmodee
Für 3 - 7 Spieler in ca. 42 Minuten
Boardgamegeek-Link



sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Asmodee)

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