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Mittwoch, 30. August 2017

Century: Die Gewürzstraße

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Wenn sich etwas bereits ganz am Anfang als Trilogie ankündigt, bin ich erstmal hellhörig. Noch dazu, wenn sich jeder Teil der Trilogie einzeln spielen lassen, und auch alle gemeinsam beliebig kombinierbar sein sollen. Century: Die Gewürzstraße ist Auftakt eben jener Trilogie. Unbekannter Autor, neuer Verlag (im Original Plan B Games). Ich bin gespannt.

Schnell zu erlernen sind die Regeln in Century. Wir befinden uns thematisch betrachtet (der Untertitel lässt es ja bereits vermuten) auf der Gewürzstraße, versuchen also dort möglichst profitabel Kurkuma, Safran, Kardamom und Zimt hin- und her zu tauschen, um schlussendlich dann nach Abgabe einer gewissen Gewürzkombination - nein kein leckeres Curry zu kochen - sondern eine Siegpunkt bringende Karte zu erlangen.


Das geht in etwa so: Wir starten alle mit einer Startkombination aus Gewürzen und einer Starthand. In meinem Zug habe ich grundsätzlich die Möglichkeiten Handkarten auszuspielen und deren Aktion auszuführen (bringt meistens neue Gewürze oder tauscht Gewürze in andere Gewürze um), neue Karten in mein Deck aufzunehmen (kostet unter Umständen ebenfalls Gewürze, wenn ich teure Karten nehme), eine Siegpunktkarte zu nehmen (kostet mich eine gewisse Gewürzkombination) oder zu passen (ich nehme alle bisher gespielten Karten wieder in meine Hand).
Der Sinn des Ganzen ist es, eine bestimmte Synergie in meinem eigenen Deck aufzubauen. Ich muss versuchen billige Gewürze (Kurkuma) effizient und schnell in teure Gewürze (Zimt) umzutauschen, da die Siegpunktkarten vornehmlich eben jene benötigen.


Das war es? Ja, eigentlich schon. Century ist ähnlich reduziert in seinen Regeln, wie Splendor (ich habe damals ein paar Takte hierzu geschrieben). Gewürze hin- und her tauschen, bis ich die korrekte Kombination in meiner Karawane habe, um mir die entsprechenden Siegpunktkarten zu holen. Und flutsch geht es von vorne los.
Century spielt sich dabei solitär. Die Interaktion zwischen den Spielern beschränkt sich lediglich darauf, dass gelegentlich die angestrebte Siegpunktkarte von einem Gegenspieler weggekauft wird. Das gilt es frühzeitig im Auge zu haben und abzuschätzen, ob man das Ziel früher als sein Konkurrent erreicht. Diese Solitärtüftelaufgabe muss man mögen.


Century spielt sich jedoch angenehm flott von der Hand. Karte nehmen, ausspielen oder passen. Ein Zug dauert nur wenige Sekunden und schon ist der nächste an der Reihe. Dadurch vermisst man selten die fehlende Interaktion, welche in meinen Augen ruhig ein wenig mehr hätte sein können.
Ich bin an dieser Stelle gespannt, was die weiteren Titel der Trilogie bringen und wie sie sich in Kombination mit diesem Titel hier spielen. Ich gehe aber davon aus, dass jeder für sich ähnlich reduziert sein wird.

Zusammengefasst ist Century sicherlich kein abendfüllendes Spiel. In meinen Runden hat es aber gerade als Absacker oft überzeugen können. Man muss jedoch wissen worauf man sich einlässt. Die Komponenten sind schick (es gibt sogar noch eine hübsche Spielmatte zu kaufen), täuschen aber auch nicht darüber hinweg, dass das Thema völlig austauschbar ist. An keiner Stelle des Spiels hatte ich das Gefühl, als ob ich mit Gewürzen handeln würde. Kurkuma und Co wurden schnell zu gelben, roten, grünen und braunen Würfeln. Das stört aber an dieser Stelle die Zielgruppe des Spiels nicht.

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Century: Die Gewürzstraße von Emerson Matsuuchi
Erschienen bei Abacusspiele
Für 2 bis 5 Spieler in ca. 30 Minuten

sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Abacusspiele)

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