Freitag, 23. Februar 2018

Loony Quest

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Wer kennt sie nicht, die klassischen Videospiel Jump ‘n‘ Runs wie Super Mario und wie sie alle heißen? Wäre es nicht witzig, dieses Prinzip - Geschicklichkeitstests unter Zeitdruck mit Gegnern, die einem an den Kragen wollen und Punkten, die es zu gewinnen gibt – mal auf Brettspiele zu übertragen und zwar so, dass das Ganze auch noch aussieht, als würde es über die Flimmerkiste laufen?
Loony Quest versucht irgendwie, genau das zu tun und zwar in jeder Konsequenz: Die Spielepackung wird zur „Konsole“, die Spieler spielen auf „Bildschirmen“, es gibt „Level“ in „Welten“. Aber macht das alles Sinn und vor allem Spaß? Oder ist es nur ein aufgesetztes Konzept und viel heiße Luft um nichts? 


Jeder Spieler bekommt eine durchsichtige Folie (den genannten Bildschirm) und einen abwischbaren Folienstift. In die Tischmitte kommt die Konsole (also die Spieleverpackung). Auf diese kommen nach und nach die max. 6 Level der mitgelieferten 7 Welten. Jedes Level hat eigene Aufträge („Quests“), die es zu erfüllen gibt. Das Grundprinzip ist dabei immer das gleiche: jeder Spieler versucht, auf seinem Bildschirm mithilfe von gemalten Linien oder Kreisen, die Quest zu erfüllen (Linie von A nach B oder Kreise um bestimmte Gegenstände). Schafft man dies, erhält man Siegpunkte. Berührt man die verteilten Sterne, erhält man Zusatzpunkte und berührt man bestimmte Hindernisse, gibt es Punktabzüge bis hin zum „Game Over“ für dieses Level. Außerdem gibt es noch Blitze und Bomben, die man treffen kann. Diese bringen Vor- oder (recht witzige) Nachteile für das nächste Level.
Die Krux an der Sache: Für die ganze Malerei hat man grade mal 30 Sekunden Zeit. Hektik ist also vorprogrammiert, wobei Loony Quest genau von diesem Mechanismus lebt. Ohne Zeitlimit würde gähnende Langeweile herrschen, da jeder dann versuchen würde, die Ideallinie millimetergenau zu treffen.


Das Spiel ist sehr schnell erklärt und auch für jüngere Mitspieler leicht verständlich. Und auch wenn es nur eine begrenzte Zahl an Questtypen gibt, unterscheiden sich die einzelnen Level derartig voneinander, dass sich kein Level wie das vorherige spielt. Die Macher haben hier ihrer Kreativität wirklich freien Lauf gelassen. Und die am Ende jeder Welt auftauchenden „Bossgegner“, sind natürlich das Highlight des Ganzen. Und selbst an Bonuslevel wurde gedacht. Die Gesamtspielzeit pro Welt liegt bei ca. 15 Minuten. Die ein oder andere Revanche ist also vorprogrammiert.


Unterm Strich ist Loony Quest also ein rundum gelungenes Filler- und Familienspiel, dass immer wieder für gute Laune sorgt und auch die jüngeren Mitspieler nicht frustriert. Das grundsätzliche Konzept, alles in das Gewand eines Videospieles zu betten macht Sinn und ist konsequent umgesetzt worden, hätte es aber eigentlich nicht gebraucht. Loony Quest steht für sich und macht – um die eingehende Frage zu beantworten - wirklich Spaß!

The Lost City - Erweiterung


Ne, noch sind wir nicht durch. Andreas hier. Ich sag noch nen paar Worte zur Erweiterung von Loony Quest.
Die bringt in aller erster Linie mehr. Wenn Oli noch gemeint hat, dass in der Grundbox schon viel geboten wurde, so ergänzt die Erweiterung die Basisspiel nochmals. Besonders cool ist natürlich das Herzstück - ein 3D-Element. Das hebt das Grundspiel nochmal auf eine ganz andere Ebene (booooooom Wortspielbonus!). Interessant sind auch Teleporter, wo man seine Linien unterbrechen muss und an anderer Stelle rauskommt.

Insgesamt bietet die Erweiterung mehr von allem. Sie ist dadurch sicherlich kein must-have, aber wenn man das Basisspiel nun schon einige Male gespielt hat, dann ist man hier gut beraten.
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Loony Quest von Laurent Escoffier und David Franck
Erschienen bei Asmodee
Für 2-5 Spieler in ca. 20 Minuten
Boardgamegeek-Link

sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Asmodee)

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