15.06.2018

Tschu-tschu, kleine Eisenbahn


„Was willst Du werden, wenn Du mal groß bist?“ – „Lockführer“. Diese Antwort dürfte man heute wahrscheinlich von keinem Kind mehr bekommen. Wahrscheinlicher ist da wohl „Youtube-Star“ oder „DSDS-Gewinner“. Und doch kommt HABA mit einem Eisenbahnspiel für die kleinsten um die Ecke und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Wie ist das nur möglich?

Das Spiel kommt mit einem wirklich großen und unglaublich liebevoll designten Spielplan daher, der zunächst einmal zusammengepuzzelt werden muss. Für unsere 3jährige, die puzzeln liebt, also schon das erste Highlight! Auf dem fertigen Spielplan sieht man dann natürlich viele Gleise, vier Bahnsteige und vier Haltestellen (ein Zoo, ein Eiscafe, ein Spielplatz und ein Schwimmbad). Die Haltestellen haben jeweils eine andere Farbe und jede Farbe wird einem Spieler zugeteilt. Nun ist es das Ziel, möglichst viele Passagiere von den Bahnsteigen zu seiner eigenen Haltestelle zu fahren. Aber auch nur, wenn die Fahrgäste auch wirklich dahin wollen.

Um den Zug entsprechend lenken zu können, werden auf dem Spielplan drei Weichen angebracht. Die Weichen lenken den Zug immer so, dass dieser nur einen einzigen der vier Bahnsteige anfahren kann. Außerdem werden auf jeden Bahnsteig sechs Passagierplättchen gelegt. Diese sind mit einer unterschiedlichen Anzahl an Personen bedruckt. Der Zug selbst, fährt immer im Uhrzeigersinn und es wird reihum wie folgt gespielt: Der Spieler am Zug würfelt und verstellt die erwürfelte Weiche. Dann lässt er den Zug an den Bahnsteig fahren, der nun erreicht werden kann. Man schaut sich das oberste Fahrgastplättchen an: Die aufgedruckten Kinder haben farbige Tickets, die zeigen sollen, wo die Fahrgäste hin wollen. Entspricht die Ticketfarbe eines Passagiers der eigenen Spielerfarbe, lässt man die Passagiere einsteigen und fährt sie direkt zu der gewünschten Haltestelle. Ist die eigene Farbe nicht bei den Tickets dabei, steigen die Fahrgäste trotzdem ein. Man darf sich dann aussuchen, zu welcher anderen Haltestelle – für die ein Ticket vorliegt – man die Kinder fährt.


Sind alle Fahrgäste von den Bahnsteigen abgeholt worden, endet das Spiel (fährt man vorher bereits einen leeren Bahnsteig ab, hat man Pech gehabt und setzt praktisch aus). Nun nimmt jeder Spieler alle Fahrgäste, die an der eigenen Haltestelle sind und legt sie aneinander. Es gewinnt, wer die längste Fahrgastschlange vor sich liegen hat. Alternativ kann man auch einfach die aufgedruckten Fahrgäste zählen und es gewinnt, wer die meisten hat.
Wer das Würfeln nicht mag, kann auch eine der beiden folgenden Varianten spielen: Entweder darf man als Lockführer eine beliebige Weiche pro Zug verstellen, oder man darf beliebig viele Weichen pro Zug verstellen. Und wer etwas mehr Spannung in die Sache bringen möchte, legt die Fahrgastplättchen einfach verdeckt auf die Bahnsteige, so dass die Ticketfarben nicht zu sehen sind.

Das Spiel eignet sich wunderbar, um die Kleinsten in die Welt der Brettspiele einzuführen. Es bietet leicht verständliche Regeln, wunderschön gestaltete Komponenten in gewohnter HABA-Qualität, eine perfekt passende Spielzeit von rund 10 Minuten und macht vor allem den Kleinen – aber auch der ganzen Familie – einfach Spaß. So muss ein Familienspiel sein, dass auch die kleinsten an Tisch lockt!



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Tschu-tschu, kleine Eisenbahn von Felix Beukemann
Erschienen bei HABA
Für 2-4 Spieler in ca. 10 Minuten
Boardgamegeek-Link



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