06.07.2018

The Legend of the Cherry Tree

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Nur einmal in zehn Jahren erblüht der legendäre Kirschbaum in all seiner Pracht. Ihr und eure Mitspieler wollt die legendären Blüten einsammeln, doch dürft ihr dabei nicht zu gierig sein, sonst geht ihr mit fast leeren Händen nach Hause.

The Legend of the Cherry Tree ist ein im japanischen Stil gehaltenes Sammelspiel, in dem ihr die ergatterten, verschiedenfarbigen Blüten vor und hinter eurem Sichtschirm deponiert, um auf unterschiedliche Weise Siegpunkte zu erzielen. Dabei zieht ihr reihum blind Blüten aus einem Beutel: Bis zu drei Mal dürft ihr zugreifen und insgesamt acht Blüten herausnehmen. Meistens kommt ihr aber gar nicht so weit, da euch zuvor eure eigene Gier einen Strich durch die Rechnung macht. Die Strafe des Baums ereilt euch nämlich, wenn ihr drei Blüten derselben Farbe oder Blüten in fünf unterschiedlichen Farben ergattert habt. So viel Habsucht sieht der Baum nicht gern und ihr dürft lediglich zwei Blüten unterschiedlicher Farbe behalten. 


Es steht euch jederzeit frei euren Zug freiwillig zu beenden und euch mit eurer gesamten Ausbeute zufrieden zu geben. Dann dürft ihr alle Blüten einer Farbe hinter eurem wunderschön gestalteten Sichtschirm im Geheimen deponieren; den Rest legt ihr davor ab. Wenn alle Blüten verteilt wurden, wird abgerechnet. Pro Farbe vor eurem Sichtschirm wird für die Anzahl der Blüten eine entsprechende Punktzahl vergeben. Die Blüten hinter eurem Sichtschirm werden dagegen in warme und kalte Farben aufgeteilt und mit der Anzahl eurer Mitspieler verglichen. Wer jeweils die meisten warmen/kalten Blüten besitzt, bekommt auch die meisten Punkte. Wer aus diesen Abrechnungen mit den meisten Punkten hervorgeht, gewinnt.


Der Reiz des Spiels ergibt sich aus der Push-your-Luck-Mechanik, wie man sie auch aus Dragon Farkle oder Zombie Dice kennt: Soll ich noch einmal in den Beutel greifen und eine weitere Blüte ziehen? Oder aufhören? Oder vielleicht doch sogar zwei rausnehmen? Ärger, Schadenfreude und manchmal auch Frust liegen hier nah beieinander, insbesondere wegen der schwarzen Blüten: Zieht ihr diese, nehmen sie immer diejenige Farbe an, die dafür sorgt, dass eure Sammelaktion sofort oder bei der nächsten Gelegenheit scheitert. Mit Pech an der Backe kann dies bereits nach dem ersten Hineingreifen der Fall sein. Auf der anderen Seite dienen sie als Joker, sobald es euch gelungen ist, sie erfolgreich einzusammeln.

Daneben gibt es noch drei Zusatzaktionen, die ihr ausführen könnt, wenn ihr bestimmte Kombinationen von Blüten gezogen habt: Bei zwei Blütenpaaren in jeweils unterschiedlicher Farbe dürft ihr etwa eine weitere Blüte geheim aus dem Beutel ziehen und hinter euren Sichtschirm legen. Voraussetzung ist aber, dass eure Sammelaktion auch ein Erfolg war.


Doch auch der Puzzle-Aspekt kommt nicht zu kurz, wenn ihr überlegen müsst, welche Blüten vor oder hinter euren Sichtschirm abgelegt werden sollen. Wahlloses Sammeln ist dabei vor allem vor eurem Sichtschirm nicht hilfreich, da ihr erst dann Punkte bekommt, wenn ihr drei Exemplare einer Blütenfarbe ausliegen habt; bei einer oder zwei Blüten gibt’s sogar Punktabzug. 

Sobald man die sich anfangs sehr abstrakt anfühlenden Regeln zum Blütensammeln verinnerlicht hat, wird aus The Legend of the Cherry Tree ein schönes Spiel für zwischendurch, das eine gute Balance aus Glück, Schadenfreude und taktischen Überlegungen bietet. Dazu kommt noch, dass das Spiel wunderschön gestaltet ist: Die Schachtel, die Sichtschirme, der Beutel und die Karten, auf denen die Zusatzaktionen abgebildet sind, wurden mit großartigen Motiven versehen. Einzig die schlichten Blüten aus Plastik wollen da nicht so ganz dazupassen. Aber vielleicht machen ja gerade diese den Kirschbaum erst zur Legende.
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The Legend of the Cherry Tree von Hinata Origuchi
Erschienen bei iello
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 20 Minuten
Boardgamegeek Link

sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder aus dem Pressematerial des jeweiligen Verlages (hier iello)

1 Kommentar:

  1. Optisch durchaus ein schönes Spiel, konnte es meine Frau und mich in der Zweispielervariante nicht komplett überzeugen. Wir hatten wenig Züge, wo wir Pech beim ziehen hatten und irgendwie kam es mir w als ob man wenig taktisch spielen kann.

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