Sonntag, 5. August 2018

Würfelland

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Gewinnen kann so einfach sein. Würfelland gehört zu den diesjährigen Neuheiten des NSV und ist ein Würfelspiel mit eingebautem Würfelteller. Ja, Ihr habt ganz richtig gelesen. Die Deckelinnenseite von Würfelland ist mit einem Stoff überzogen, auf dem es sich prima geräuschlos würfeln lässt. Das ist toll und gut mitgedacht. Warum so etwas bei Würfelspielen nicht standardmäßig einbauen? Aber auch die anderen Komponenten sind durchaus wertig. Kein dicker Abkreuzblock, sondern abwaschbare Spielertableaus und dazugehörige Stifte in einer äußerst guten Qualität. Auf die restlichen Komponenten gehe ich später ein. Ihr werdet erkennen warum.

Worum geht’s? Unser ganz persönliches Würfelland besteht aus Sechsecken in sechs unterschiedlichen Farben. Ziel ist es durch entsprechende Würfelergebnisse gezielt einzelne Sechsecke abzukreuzen, auf denen ein sogenannter Schatz versteckt ist. Habe ich das geschafft und dazu noch eine Farbe komplett abgekreuzt, gewinne ich und kann mich fortan den König von Würfelland nennen. Ganz easy, oder?


Wie klappt das Abkreuzen? Ich starte mit meinem Wurf in den wunderbaren Würfelteller (habe ich schon erwähnt, dass der echt toll ist?). Je, nach Ergebnis kann ich mich für zwei Alternativen entscheiden. Entweder entscheide ich mich für eine gewürfelte Farbe und kreuze die geworfene Anzahl an Feldern auf meinem Tableau ab, oder ich entscheide mich für eine Farbe und würfle die restlichen Würfel noch ein weiteres mal, um unter Umständen weitere passende Würfelfarben zu erwürfeln.
Beim Ankreuzen muss ich mich immer ausgehend von meinen bisherigen Kreuzen bewegen. Es gilt auch, dass ich eine angefangene Farbe erstmal zu Ende abkreuzen muss, bevor ich ein neues Feld der selben Farbe aufmache. Überwürfle ich mich, dann ist mein Zug dahin.

Schön ist, dass in Würfelland alle am Zug sind. Spieler, die nicht am Würfeln sind, dürfen sich von den restlichen erwürfelten Farben nämlich auch eine aussuchen und diese auf ihren eigenen Tableaus abkreuzen. Das sorgt dafür, dass alle Spieler immer etwas zu tun haben. Das ist grundsätzlich eine gute Entscheidung. So kommt keine Langeweile auf.


Würfelland ist völlig unthematisch. Mich persönlich stört das auch ein wenig. Man kreuzt so simpel vor sich her Farbfelder an. Warum keine gelben Maisfelder, blaue Seen und grüne Wälder? Klar, Illustrationen kosten Geld, aber es hätte dem ganzen einen entscheidenden Hauch Thema gegeben. Würfelland wäre wirklich ein echtes Würfelland  Seins drum! Für mich als Person mit einer Farbenschwäche stellten mich die Würfel zudem vor eine echte Herausforderung. Rot, grün, orange und gelb sahen gerade bei Dämmerung dann doch alle gleich aus. Da hilft auch nicht die kostenfreie Ersatzlieferung vom NSV mit Würfeln einer neuen Charge. Schade.


Würfelland ist ein simples Würfelspiel. Mehr will es auch nicht sein. Die Materialentscheidungen sind jedoch (bis auf die Spielertableaus und die Würfelfarben) großes Kino. Vom Spielspaß unterhielt mich Würfelland auch gut. Das Problem sehe ich im Langzeitreiz. Ich habe bereits nach wenigen Partien gemerkt, dass sich das Prinzip ein klein wenig abgespielt hat. Vielleicht ist es auch der besondere Clou, der mir in Würfelland fehlt. Der sogenannte Schatzwurf (eine Art Bonuswurf nach erkreuztem Schatz) ist es jedenfalls nicht. Der ist nämlich nur mehr vom bisherigen, aber kein schicker Twist. Vielleicht ist es aber auch darin geschuldet, dass das Spiel vermutlich einen kleinen Ticken zu lang dauert, für das was es mir bietet.

Würfelland ist sicherlich einen Blick wert - für Fans von Würfelspielen ohnehin. Alle anderen sollten vielleicht erst einmal eine Testpartie wagen.

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Würfelland von Andreas Spieß und Reinhard Staupe
Erschienen beim NSV
Für 2 bis 4 Spieler in ca. 25 Minuten
Boardgamegeek Link

sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder aus dem Pressematerial des jeweiligen Verlages (hier NSV)

1 Kommentar:

  1. Ich habe das Spiel auf der BerlinCon ausprobiert und finde Quixx und Noch Mal besser. Es fehlt irgendwie das Alleinstellungsmerkmal.

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