26.07.2022

Help!


Help! I need somebody. Help! Not just anybody. Help!....unfassbar aber wahr, dass der Song mittlerweile deutlich mehr als 50 Jahre auf dem Buckel hat und sich immer noch gut anhört. Dass dachten wohl auch die Menschen bei Amigo und bringen nun das Spiel zum Song….nein, halt, das ist natürlich Blödsinn, aber ich wette, dass die Assoziation zu diesem Song bei jedem einsetzt, der/die den Song kennt. Und glaubt mir, während des Spiels werdet ihr ihn oft im Ohr haben. Denn der Titel ist Programm:


Die kleine amigotypische Packung ist wie immer bis zum Anschlag mit amigotypischen Karten in netter Comicoptik gefüllt. 5 davon sortieren wir heraus, da sie die Punktemarker sind: Jede/r bekommt eine Karte und legt sie mit der 0 nach oben vor sich hin. Der Rest wird gemischt und jeder bekommt 4 davon auf die Hand. Alle rufen ihre kleinste Zahl laut aus und der Mensch mit der kleinsten aller verfügbaren Zahlen beginnt das Spiel. Er oder sie legt die entsprechende Karte in die Tischmitte und der nächste Spielemensch ist dran. Er oder sie legt nun eine Karte nebendran, die um mindestens 1 höher ist, als die eben gespielte Karte. Und so geht es reihum bis entweder 6 Karten auf dem Tisch ausliegen oder jemand nicht anlegen kann. Im ersteren Fall werden die Karten abgelegt und einfach eine neue Reihe bei/m/der nächsten Spieler/in gestartet, im letzteren ruft der Mensch laut nach Hilfe. Der Spielemensch vor ihr oder ihm muss dann eine eigene Karte, die passt, abgeben und bekommt selbst eine von der oder dem Hilfeschreienden zurück. Dabei muss man sich zwingend helfen, wenn man kann. Kann man nämlich nicht helfen, endet der Durchgang und alle außer den beiden betroffenen bekommen einen Siegpunkt. Wer als erstes drei Siegpunkte hat, gewinnt.

Das ist auch schon das ganze Spielprinzip von Help!. Es ist also nicht damit getan, selbst eine 11 (= die höchste Zahl im Spiel) an die Reihe anzulegen und laut zu lachen, dass nun niemand mehr was anlegen kann. Denn das nächste Menschenkind in der Runde ruft einen selbst dann natürlich zur Hilfe. Immer. Und Schwupps hat man sich selbst ein Ei gelegt. Also will immer überlegt sein, welche Karte man ablegen kann.


Da das Spiel mit ausschließlichen Zahlenkarten fast schon etwas sinnfrei wäre (bei 11 wäre ja immer Schluss), gibt es natürlich noch Spezialkarten: Mit dem Zapper zerstört man die letzte Karte, die ausliegt (und ist nicht mehr dran), den Joker kann man überall hinlegen wo eine Zahl in der Reihe fehlt, mit dem Swapper kann man einen Joker „auslösen“ oder eine andere Karte tauschen und mit der „No!“-Karte setzt man einfach zwei Runden lang aus (die aktuelle und die darauffolgende), muss also nicht mitspielen und darf solange auch nicht um Hilfe gebeten werden. Aber Vorsicht: Haben alle bis auf einen Menschen ein No! vor sich liegen und braucht dieser hilflos zurückgelassene Mensch Hilfe, dann bekommt die Ärmste einen Punkt und alle anderen nicht.

Nach einem Durchgang beginnt direkt der nächste, wobei nun nur diejenigen ihre niedrigste Zahl reinrufen dürfen, die in der Runde zuvor keine Punkte bekommen haben. Ach ja, und was man noch beachten sollte: In jedem Durchgang wird die Spielrichtung geändert. Mal mit- mal gegen den Uhrzeigersinn. Hierdurch hat dann natürlich jeder immer zwei HelferInnen zur Seite, nur nie gleichzeitig.


Help! spielt sich locker flockig dahin und ist eigentlich für alle Zielgruppen als Absacker einen Blick wert, fällt für mich aber schon fast in die Kategorie der besseren "Partyspiele". Der Anspruch liegt nahezu bei 0 und das Ganze ist durch und durch glücksabhängig. Gleichzeitig entstehen aber auch mal ganz amüsante Situationen und ein klein wenig lassen sich andere schon reinreiten, aber auch dann braucht man eben Glück. Da eine Partie nie mehr als 20 Minuten – eher weniger – dauert, ist es also mal ein netter Gag für zwischendurch. Mehr dann aber auch nicht.
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Help! von Kim Vanderbroucke
Erschienen bei Amigo
Für 3 bis 5 Spieler in ca. 20 Minuten ab 8 Jahren

sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Amigo)
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