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30.03.2026

Planet der Gnümies


Willkommen auf dem allseits bekannten Planet der Gnümies. Was? Kenn ihr nicht? Kannte ich zugegebenermaßen auch nicht. Und auch jetzt ist mir das Franchise noch ein kleines Rätsel, da es hier unter anderem auch Bücher gib und diese Welt doch irgendwie kindgerecht fröhlich zu sein, aber komplett unter jeglichem Radar zu fliegen scheint – zumal es die Marke laut Homepage seit 1997 gibt. Fest steht aber, dass ich bei den Gnümies ständig an den guten alten Panki aus Pankanien denken muss, den außer mir niemand zu kennen scheint. Auch wenn die Ähnlichkeit zwischen Gnümies und Pankis nicht im Ansatz vorhanden ist und beide auch sonst nichts mit einander zu tun haben. Die Wege der Assoziationen im Kopf sind halt unergründlich.


Unergründlich ist auch das Weltall und dort gibt es eben den Planeten Gnüm auf dem die Gnümies und viele andere Kreaturen leben. Beim Öffnen der kompakt gehaltenen Schachtel fällt uns ein kleines Spielbrett, ein paar Standees und ein ordentlicher Batzen an Karten entgegen. Schön illustriert, witzig verpackt, weckt das Spiel durchaus Interesse an dieser Welt, wobei die Optik auch zeigt: wir richten uns hier an die kleineren der Kleinen, die aber schon lesen können müssen. Auch die Regeln passen da perfekt in ein Spiel für Grundschulkinder oder eben Familien die mit ihren Kids was spielen wollen, da sie nicht übermäßig komplex sind:


Wer mitspielt bekommt eine Spielerkarte, eine Farbkarte (mit einem roten und einem grünen Kreis) und vier Geländekarten in den vier Farben blau, grün, orange und rot. Dazu gesellt sich der erwähnte große Kartenstapel. Dieser besteht überwiegend aus Lebewesen vom Planeten Gnüm, die eine Zahl sowie ein bis zwei Lieblingsgebiete aufgedruckt haben. Es verstecken sich aber auch Häh-Karten, Partikel-Karten, Baumkarten und Punktekarten im Stapel (Freunde, Dinofraurier und Haustiere). Alle ziehen fünf Karten. Baumkarten werden offen in die Tischmitte gelegt, Sonderkarten werden verdeckt vor sich abgelegt, Lebewesen müssen farblich auf die eigenen Geländekarten einsortiert werden. Los geht die erste Runde: Alle stellen ihren Standee auf der Farbkarte auf das rote oder grüne Feld, dann würfelt die Person am Zug den Farbwürfel. Wer auf die richtige Farbe getippt hat, zieht eine Karte und die würfelnde Person zieht dann (noch) eine. Dabei gilt nun: Lebewesen müssen sofort einem Gelände zugeordnet werden, Sonderpunkte sammelt man verdeckt, Häh- und Partikelkarten müssen (ab der zweiten Runde) am Ende des eigenen Zugs ausgespielt werden. Hat man in einem Gelände mit allen Lebewesen 3 (Kubbel-)Punkte erreicht, darf man diese Karten gegen einen Gnümpunkt (eine Karte mit einem Siegpunkt) eintauschen. Man kann aber auch warten, bis man 5 Knubbelpunkte hat und diese gegen 2 Gnümpunkte tauschen. Hat man 5 Gnümpunkte muss man diese zudem gegen eine 5-Gnümpunkte-Karte eintauschen. Bis hierhin spielt sich das Ganze als locker flockiges Set-Collection-Spiel mit kleinem Push-Your-Luck-Mechanismus und eigentlich ist es bis auf die ständige Tauscherei ganz nett.


Anschließend müssen wie gesagt alle Partikel- und Häh-Karten ausgespielt werden. Die Partikel sind im Kern „Ärger-Karten“, die ganz witzige Einmaleffekte bringen. Passt schön rein. Bei den Häh-Karten wird es aber etwas skuril. Ich muss diese Karte gegen eine mitspielende Person richten. Die Person mischt ihre Punktekarten und ich ziehe eine davon. Nun findet ein Wettrennen um diese Karte statt. Wir legen das beigefügt Spielbrett auf den Tisch und setzen den Häh-Standee und den Standee des beklauten auf die Startfelder und würfeln nun mit zwei D6 um die Wette. Schafft es das Häh auf das Zielfeld bekomme ich die Punktekarte. Schnappt die andere Person mich, bekommt sie ihre Punktekarte zurück. So oder so bekommt sie die Häh-Karte, die sie unter ihre Spielerkarte legt. Am Ende winken nämlich Bonuspunkte für die Person mit den meisten Häh-Karten sowie die mit den wenigsten Sonderpunktkarten. Das Spiel endet, sobald die achte Baumkarte aus dem Stapel gezogen wurde. Es gewinnt, wer die meisten Punkte hat. Berechnet wird dies durch die eigenen Siegpunktkarten plus Bonuspunkte, aber minus nicht gewerteter Lebewesen und nicht genutzter Häh-/Partikelkarten.


Wie es vermutlich in der Beschreibung des Spielablaufs schon durchkam: Ich mag das Design, ich mag die Kartenoptik und ja, auch der Push-Your-Set-Collection-Luck-Mechnanismus ist durchaus ganz nett. Und mir ist durchaus klar, dass diese Mechanik alleine ein sehr solitäres Spielerlebnis ist. Und auch mit dem „alle Wetten auf den Würfelwurf“ kann ich gut Leben, da das Spiel sonst deutlich länger wäre, als es ohnehin schon ist. Und es ist auch ohne das viel zu lang. Denn 8 Karten aus dem großen Stapel zu fischen (oder aus sechs kleineren Stapeln wie es die Anleitung vorsieht) dauert gefühlt ewig. Gut, das kann man schön hausregeln. Spielen wir eben nur bis 4 Bäume ausliegen. Dazu bietet das FAQ auf der Homepage eine Sonderregel zum Verkürzen der Spielzeit, indem man einfach nur mit der Hälfte der Lebewesen spielt und das sollte man meiner Meinung nach auch tun – und trotzdem zusätzlich weniger Bäume reinnehmen. Aber leider ist eben auch die ganze Häh-Mechanik mit dem Wettrennen dann doch sehr aufgesetzt, oder anders formuliert: als Minispiel im Spiel zu präsent. Zum einen ist es stumpfes Würfeln ohne Einfluss, zum anderen macht man es viel zu oft während des Spiels und es spielen dann immer nur zwei und die anderen zwei schauen zu. Und ja, in einem Kinderspiel ist das ganz witzig und mildert das „Gemeinsein“ dadurch ab. Ja. Aber es hätte es eigentlich auch nicht gebraucht. Hier wäre also weniger vielleicht mehr gewesen. Und nochmal ja, das kann man auch sehr gut Hausregeln und lässt die Häh-Karten halt einfach weg. Doch sind das dann doch schon recht viele Hausregeln für ein eigentlich kleines Kinder-/Familienspiel: weniger Lebewesen nutzen, weniger Bäume, keine Hähs. Hm. Ist dann eben auch irgendwie ein anderes Spiel als gedacht. Was bleibt, sind dann aber lustige Figuren und eine Welt, die man dann doch irgendwie erkunden will, wenngleich auch vielleicht nicht als Spiel sondern auf anderen Wegen…

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Planet der Gnümies von Markus Mergard
Erschienen bei Gnüm
Für 2 -4 Spielende in 50 Minuten ab 8 Jahren

sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Gnüm GmbH)
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