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Mittwoch, 14. Mai 2014

Good Cop Bad Cop - Korrupt..oder doch nicht?

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Aufmerksame Leser meines Blogs haben sicherlich bereits bemerkt, dass es sich beim heutigen Titel Good Cop Bad Cop um kein finales Produkt, sondern um ein derzeit laufendes Kickstarterprojekt handelt. Um genau zu sein endet es sogar relativ bald. Zeit genug aber den jenigen eine kleine Entscheidungshilfe zu bieten, die noch am Überlegen sind, ob sie das Projekt unterstützen sollen, oder nicht. Bei meiner Testversion handelt es sich um einen gut ausgestatteten Prototypen. Wären da nicht die kürzlich hinzugefügten Stretchgoals, die eine Generalüberholung der gesamten Grafik ermöglichen, wäre meine Version vermutlich nicht vom Endprodukt zu unterscheiden gewesen – zumindest in Sleeves.

Spiele wie The Resistance oder auch Ultimate Werewolf sind beliebte Partyspiele. Sie definieren sich über einfache Regeln, den dadurch verbundenen erleichterten Spieleinstieg auch für Nichtspieler, hohe Interaktion und eine kurze Spieldauer. Hat man eine Gruppe ab fünf Spielern, dann kann man auf die allgegenwärtige Frage „Wer hat Lust auf Tabu?“ ganz cool mit „Ich hab was Besseres!“ antworten und die kleinen Kartenspiele hervorholen. Falls allerdings die Gruppenzusammenstellung charmant erscheint (und mit charmant meine ich eine Gruppenzusammensetzung bei 10 Leuten im Verhältnis 90% Frauen zu 10% Männer), dann wäre Twister wohl auch eine Alternative…. ich schweife ab.


Seit kurzem ist zu dieser Liste der coolen, kurzen, knackigen Kartenspiele noch Good Cop Bad Cop dazugekommen. Das steht insofern fest, als dass das Projekt vom Kleinstverlag Overworld Games bereits vollständig über Kickstarter finanziert wurde. Aktuell geht es demnach nur noch um das Erreichen sogenannter Stretchgoals. Das wohl am interessanteste von allen – das Upgrade der Kartenqualität – wurde bereits erreicht. Die weiteren verändern/verbessern die grafische Gestaltung. Diese war zunächst sagen wir….einfach, hatte aber auch ihren ganz eigenen Charme und beeinflusste das Spielgeschehen minder bis gar nicht.

Die Regeln sind schnell erklärt. Wir übernehmen die Rolle eines Polizisten. Ausgestattet werden wir mit drei Identitätskarten, welche uns anzeigen, ob wie gut oder böse sind. Hier gilt: Das Leben ist selten schwarz oder weiß. Die Mehrheit der Gesinnungskarten entscheidet. Hinzu kommt einer der vielfach vorhandenen Ausrüstungsgegenstände. Alles geheim natürlich! So bin ich beispielsweise ein korrupter Bulle mit einer Hand voll Pillen um abends mein Gewissen zu beruhigen oder ich bin der Star der Straße mit einem portablen Defibrillator. Cool!

Nach und nach versuche ich nun die Identitäten der Kollegen durch altmodische Detektivarbeit zu offenbaren. Ziel ist es den Agent (Chef der Guten) bzw. den Kingpin (Chef der Bösen) ausfindig zu machen und zu eliminieren! Dumm nur, dass auch im öffentlichen Dienst gespart werden muss. Die gesamte Polizeiwache hat nämlich nur ein begrenztes Kontingent an Waffen und die braucht man schließlich um die lieben Kollegen um die Ecke zu bringen. 






Die Entscheidungsmöglichkeiten sind bei Good Cop Bad Cop vielfältiger als man denkt. Die Vorgehensweisen ebenso. Sichere ich mir frühzeitig eine der wenigen Waffen? Dumm nur, dass ich – wenn ich einmal diese auf einen Kollegen gerichtet habe – ich diese nicht mehr abwenden kann. Ich sollte mir also entweder verdammt sicher sein, dass der beschuldigte Kollege nicht in meinem Team spielt oder keine Skrupel haben auch mal einen Freund und Partner über den Haufen zu schießen. Bin ich Kingpin oder Agent dann stellt sich die Frage meistens gar nicht. Entdeckt ein Mitspieler meine wahre Identität, dann gehe ich lieber kein Risiko ein und knalle ihn ab, denn ich habe als Oberbösewicht oder Oberliebwicht (originelle Wortkreation oder?) als einziger Cop zwei Leben.

Richtig Würze bringen die Ausrüstungsgegenstände ins Spiel. Diese reichen von der einfach Wiederbelebung bis hin zur Umkehrung der Spielreihenfolge oder zur Gedankenwäsche, bei der man mal eben schnell seine Gesinnung umkehrt.

Good Cop Bad Cop ist ein spaßiges, schnelles und unterhaltsames Spiel, was eindeutig in größeren Runden sein volles Potential entwickelt. Auch die vorhandene Spielereliminierung ist wegen der extrem kurzen Spieldauer kein negativer Kritikpunkt. Als Letztgenannten muss man jedoch eindeutig die hohen Kosten wegen des Versands für EU-Backer nennen. Es empfiehlt sich gegebenenfalls die Print-and-Play Variante. Denn für 24,00$ inkl. Versand wird Good Cop Bad Cop schnell zum teuren Spaß.

Hier noch der entsprechende Link zur Kickstarterkampagne 
Hier noch zum Interview mit den Designern

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