_

_

Dienstag, 1. März 2016

Willkommen im Dungeon - ...und er wurde nie wieder gesehen

2 comments

Willkommen im Dungeon lacht mich ganz frech mit seiner kleinen aber äußerst schicken Box an. Dass sich die comicartigen und sehr farbenfrohen Zeichnungen auf der Coverseite leicht abheben, ist man vom Ursprungsverlag IELLO ja bereits durch den mittlerweile Klassiker King of Tokyo und andere Titel des Verlages gewöhnt. Irgendwie macht das die Box.... lebendig. "Spiel mich!", "Spiel mich!" scheint es sie mir sagen zu wollen. Ich kann der ansprechenden Art nicht widerstehen. Ich lege los.

Thematisch betrachtet bringt der kleine Filler ein mittlerweile nicht mehr so ganz unbekanntes Setting auf den Brettspieltisch. Held hört Gerüchte von goldbeladenem Dungeon, Held hat Ausrüstung, Held verliert Ausrüstung, Held geht nackt in Dungeon, Held trifft auf bis zum Zahn bewaffneten Feuergolem, Held stirbt. So oder so ähnlich ging es bereits vor einigen Jahren mit Gauntlet of Fools kräftig in die Hose. Dementsprechend verhalten waren meine Erwartungen an den neuen Titel.


Die Grundmechanik bei Willkommen im Dungeon ist simpel. 2 bis 4 Abenteurer versuchen verlustfrei unterschiedliche Abenteurer durch einen selbst erstellten Dungeon zu lotsen. Schaffe ich das zweimal, habe ich gewonnen, sterbe ich zweimal, bin ich raus. Das Ganze ist flott von der Hand gespielt.
Nach und nach versuchen Krieger, Barbar, Schurke und Magier ihr Glück in einem aus Skeletten, Orcs, Drachen und Vampiren gespickten Dungeon. Jeder startet dabei mit voller Montur. Ein Gral für die Untoten, den einen Ring für die Unsichtbarkeit, die Fackel für die Kleinen etc. pp. Bin ich an der Reihe ziehe ich die oberste Karte vom Monsterstapel. Möchte ich das Monster in den Dungeon werfen zum späteren Bekämpfen, ist alles gut. Erscheint mir das Monster jedoch zu stark, sortiere ich es geheim aus. Problematisch dabei ist nur, dass dabei auch eine meiner Ausrüstungskarten flöten geht. Keine Arme - keine Kekse. Dies geht so lange reihum, bis alle bis auf einen Spieler aussteigen. Der darf dann im Dungeon sein Glück versuchen. Und da steht er nun mit seinen kurzen Ärmeln und seinem Holzgewehr.


Willkommen im Dungeon ist ein Risikospiel. Kann ich es riskieren eine weitere Karte zu ziehen, oder stehen die Chancen zu schlecht, dass ich vermutlich die Dungeonrunde nicht überleben werde? So ganz ohne Risiko gehts allerdings nicht. Gehe ich nicht in den Dungeon, dann lässt sich die Partie höchstens als letzter Überlebender aussitzen. Ein erstes Risiko gehe ich noch selbstsicher ein - dafür hat man ja das Extraleben. Beim zweiten Mal überlege ich dann schon eher.
Fakt ist aber auch, dass zwangsläufig Monster aussortiert werden müssen und damit Ausrüstung dran glauben muss. Zwar ist es in der Tat so, dass bei voller Ausrüstung ein Held sogar einen vollen Dungeon überleben kann, aber legt jeder das Monster nur ganz frech in den Dungeon, ist der Sieger der jeweiligen Runde bereits durch die Spieleranzahl vorbestimmt (da feste Kartenanzahl).


Willkommen im Dungeon ist kurzweilig, bunt und amüsant. Es macht vieles besser als das oben erwähnte Gauntlet of Fools. Mir gefallen die unterschiedlichen Helden, die zwar immer wieder ausrüstungstechnisch Parallelen aufweisen, aber sich dennoch immer wieder leicht anders an fühlen. Das permanente Abwägen, ob ich noch eine Runde spielen soll oder nicht, reizt den Pokerspieler in mir und lässt mich mitfiebern.
Dennoch ist mir Willkommen im Dungeon als 3 oder 4 Spielerspiel zu unberechenbar. Ich sehe dann nunmal nur jede dritte bzw. vierte Karte und kann nur schwer einschätzen, was noch vertretbares Berufsrisiko ist und was als sicherer Selbstmord durchgehen würde. Am besten hat mir daher der Titel eindeutig als reines Zweierspiel gefallen. Hier kann ich taktieren, berechnen und habe das Gefühl, dass ich eine Runde auch aufgrund meiner guten Entscheidungen gewonnen habe und nicht nur, weil ich einfach der waghalsigste und vorallem glücklichste Abenteurer war. Aber bekanntlich ernten ja auch die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln.
Willkommen im Dungeon darf bleiben. Es löst thematisch die anderen "Geh in den Dungeon, auch wenn Du keine Chance hast"-Spiele ab. Spielerisch bietet es genug Abwechslung, um als unterhaltsamer Absacker durchzugehen.


Willkommen im Dungeon von Masatu Uesugi
Erschienen beim Heidelberger Spieleverlag
Für 2-4 Spieler in ca. 20 Minuten
Boardgamegeek-Link

Vielen Dank an den Heidelberger Spieleverlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Heidelberger Spieleverlag)

Kommentare:

  1. Irgendwie hab' ich das noch nicht so ganz verstanden. Wie funktioniert denn das mit dem kämpfen dann?
    Also es werden dann immer Monster in den Dungeon gelegt, und dann? Wie besiegt bzw. überlebt man das dann?

    AntwortenLöschen
  2. Mit jedem Gegentand kann ich (wenn ich ihn vorzeige) gewisse Monster besiegen. Fackel für kleine Monster bis Stärke x etc pp. So hangelt man sich hoffentlich bis zum Ende durch.

    AntwortenLöschen