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Mittwoch, 2. November 2016

Die Holde Isolde - Drafting für Familien

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Oh Holde Isolde, darf´ ich´s wagen, ein paar Worte zu schreiben in diesen Tagen. Aus düsterem Mittelalter im Titel wurde ein Reim, welcher schöner kaum klingen mag und viel treffender das Spielgeschehen besingt, was insbesondere für Familien äußerst spaßig klingt!

Aus Medieval Acadamy wurde in der deutschen Fassung kurzerhand Die Holde Isolde. Keine schlechte Wahl, wie ich schon einmal vorweg nehmen kann, denn was im englischen noch nach dunkelstem Mittelalter klingt, beschreibt im deutschen doch viel eher das, was das Spiel ist und spricht gleichzeitig auch die eigentliche Zielgruppe - die Familienspieler - viel besser an!


Richtig! Die Holde Isolde ist ein Familienspiel. Kein Grund jedoch für Vielspieler und Hardcoretaktierer direkt auf den nächsten Artikel zu klicken. Ich verspreche, dass Die Holde Isolde auch Euch in ihren Bann ziehen wird. Und ich spare mir weitere ausladende Reimversuche.... zumindest versuche ich es.


In Die Holde Isolde versuchen wir die Gunst der namensgebenden Prinzessin zu erlangen. Dabei tun wir alles, was ein Ritter eben so tut, wenn er um eine Frau wirbt: Wir bekämpfen Drachen, nehmen an Ritterturnieren teil und versuchen uns bei ihrem Vater einzuschleimen.
Spielmechanisch betrachtet versuchen wir uns auf den unterschiedlichen Spielbrettern (Orten der Ritterburg) möglichst an die Spitze zu schieben und zwar genau so weit, dass wir gerade so vorne liegen. Wie machen wir das? Drafting hieß auch schon im düsteren Mittelalter das Zauberwort für Ruhm und Ehre! Wir bekommen eine Kartenhand ausgeteilt. Dann wird selbige reihum weitergereicht, nachdem wir uns die benötigten rausgesucht haben.
Die Karten selbst lassen uns in der nächsten Phase des Spiels auf den unterschiedlichen Brettern voranrücken. Je nach passendem Ort auf der Karte und Zahlenwert, geht es dementsprechend weiter vorran. Soweit so simpel.


Ein gewisser Pepp wird durch die doppelseitigen Spielbretter ins muntere Ritterturnier gebracht. Hierdurch können wir die einzelnen Schauplätze nicht nur austauschen, sondern auch die Regeln der einzelnen Bretter variieren. Nun ist es auf einmal vielleicht nicht mehr sinnvoll nur möglichst weit vorne zu liegen, sondern plötzlich haben einzelne Schauplätze ganz eigene Sonderfähigkeiten. So wird aus den einzelnen Turnieren beispielsweise dann ein riiiiiiiiesiges Ritterturnier. Faszinierend.


Wie fühlt sich Die Holde Isolde an? Ganz klar! Wir haben es hier mit einem Familienspiel zu tun. Wer große taktische Raffinessen sucht, der wird hier enttäuscht werden. Der Mechanismus des Draftings wurde wirklich auf seine Basics reduziert und selten stellt sich überhaupt die Frage, welche Karten man weitergeben soll und welche man besser behält. Zu offensichtlich sind die Entscheidungen für Vielspieler.
Die Holde Isolde ist eher etwas für Familien mit Kindern oder die Vielspielerrunde, welche noch einen leichten Absacker mit unterhaltsamen Thema und schönen Illustrationen sucht. Die Holde Isolde spielt sich schnell, spannend und leicht. Wer mit diesem Wissen an die Kaufentscheidung geht, wird definitiv nicht enttäuscht.

Die Holde Isolde von Nicolas Poncin
Erschienen bei Schmidt Spiele
Für 2 bis 5 Spieler in ca. 30 Minuten
Boardgamegeek Link

sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Schmidt Spiele)

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