07.09.2018

Heroes vs. Warlords

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Ist hier jemand, der noch die berühmte Computerspielreihe Heroes of Might and Magic kennt? Bestimmt beantworten viele diese Frage für sich mit einem „ja“. Ich selbst leider nicht. Macht aber auch nichts. Heroes vs. Warlords soll zwar dieser Computerspielreihe nachempfunden sein, aber es ist trotzdem auch ganz ohne Vorkenntnisse zum digitalen Vorbild spielbar - und das ziemlich gut.

So ein klein wenig hat mich Heroes vs. Warlords von der Spielwelt an eines meiner Lieblingsspiele erinnert - Mage Knight. Auch hier gibt es eine hexfeldartige Welt, die es mit seinem Held zu entdecken gilt. Auch hier lauern überall in dieser Welt Ruhm und Ehre, aber auch Gefahren. Eine Ruine hier, ein Handelsposten da. Die Welt in Heroes vs. Warlords überzeugt durch Liebe zum Detail. Das Erkunden selbiger ist nicht nur eine bloße Notwendigkeit, um dem Spielziel näher zu kommen, sondern ist zeitgleich auch ein unheimlicher Spaß für sich. Ein bisschen Nervenkitzel und Abenteuerlust kommt da schon auf. Auf was treffe ich wohl hinter diesem „Nebel des Krieges“? Heroes vs. Warlords hat ein modaleres Spielfeld. Die Spielwelt ist jede Partie unterschiedlich. Liebe zum Detail und unterschiedlichste zu erkundende Orte bringen aber auch ihren Preis mit sich - für Anfänger kann das in den Erstpartien noch unübersichtlich sein. Spätestens ab der zweiten und dritten Partie geht dies einem aber in Fleisch und Blut über.


Spielbar sind in Heroes vs. Warlords zunächst drei Völker: Amazonen, Ritter und Barbaren, die alle mit den klassischen Stärken und Schwächen daherkommen: Schnell, gut in der Verteidigung und stark. Ziel ist es zunächst die oben beschriebene Welt zu erkunden, seine Helden aufzuleveln, seine Hauptstadt aufzubauen und schlussendlich die Mitstreiter anzugreifen. All das können zwei bis drei Spieler. Eine gute Wahl (so viel sei vorweggenommen), denn ich frage mich, ob eine Vierspielerpartie nicht zu viel Downtime mit sich bringen würde. Gerade als Zweierpartie empfinde ich Heroes vs. Warlords als angenehm komplex ohne sich dabei zu sehr in die Länge zu ziehen.

Komplexität ist ohnehin ein großer Stichpunkt bei Heroes vs. Warlords und vielleicht sogar eine der herausstechendsten Stärken des Systems. Eine Partie Heroes vs. Warlords kann ich nämlich bereits mit einem sogenannten Grundregelwerk prima spielen und bei Bedarf und entsprechender Erfahrung mit einzelnen Modulen aufpeppen. So bleibt für jede Spielegruppe und jede Spielsituation eine passende Partie übrig.


Das Grundgerüst bei Heroes vs. Warlords sieht stets voraus, dass ich mit meinem Held (bzw. später mit meinen Helden) das Gebiet erkunde. Dabei versuche ich zunächst Ressourcen ausfindig zu machen. Selbige benötige ich, um in meiner Stadt weitere Gebäude zu errichten und/oder upzugraden. Diese wiederum schalten mir stärkere Einheiten, bessere Verteidigung und einzelne Fähigkeiten frei. Habe ich ein solches Ressourcenfeld erobert (später mehr zum Thema Eroberung), kann es mir natürlich im Laufe einer Partie wieder von meinen Mitstreitern abgenommen werden - das aber erst nachdem die ganze Welt erkundet wurde. Erst dann ist nämlich ein Kampf zwischen den Spielern selbst erlaubt. Eine Partie Heroes vs. Warlords beginnt also zunächst immer mit einer Art Aufbauphase, die sodann später in einer Konfliktphase endet.

Das Kampfsystem selbst ist in der Grundversion von Heroes vs. Warlords sehr simpel, aber schön übersichtlich gehalten. Nachdem jeder Held seine mitgeführte Armee auf einem speziellen Kampftableau platziert hat, werden nacheinander Fernkampf-, Reiter- und Nahkampfeinheiten aktiviert und deren Stärke zu einem Würfelwurf addiert. Die erledigten Einheiten bringen dem Held Erfahrung, welche er wiederum verwenden kann, um permanente Verbesserungen seiner Werte vorzunehmen. 


Das gesamte Kampfsystem ist aber in einer aufgebohrten Variante noch deutlich komplexer. Hier kommen dann noch Bewegung und Reichweite mit ins Spiel, sodass für mehr Taktik gesorgt wird und ein kleiner Hauch von Wargame in der Luft liegt. Mir persönlich gefällt bereits die simple Variante, da auch hier bereits die logische und thematische Kampfabfolge zur Geltung kommt. Erst ballern die Bogenschützen, dann kommt die Kavallerie und wenn dann noch einer lebt, dürfen die Fußsoldaten ran. Die erweiterte Variante bringt sicherlich deutlich mehr Taktik ins Spiel, verlängert aber die Abhandlung der einzelnen Kämpfe enorm. Einheiten wollen erstmal in Schlagdistanz bewegt werden, das Taktieren um die richtige Positionierung nimmt zu. Da es in Heroes vs. Warlords allerlei Kämpfe gegen neutrale Einheiten gibt (diese beschützen nämlich die zahlreichen Ortschaften in der Welt), kann sich so schnell eine gehörige Downtime für die Spieler, die nicht am Zug sind, einstellen. Heroes vs. Warlords hat hier, denke ich, den richtigen Weg - der Variante - gewählt.

Varianten sind ohnehin - wie bereits oben erwähnt - ein großes Thema bei Heroes vs. Warlords  Viel kann (muss man aber nicht) zusätzlich in eine Partie einbauen. Söldner, die man anwerben kann und die überlaufen können, spezielle Bewegungsregeln für diverse Landschaftstypen, Sonderfähigkeiten der einzelnen Völker, und vieles mehr. Das gefällt mir äußerst gut. Die Grundversion von Heroes vs. Warlords ist somit schön übersichtlich, ohne dabei die nötige Spieltiefe vermissen zu lassen. Sie fühlt sich an wie eine schön gestreamlinete Version des kompletten Spiels.


Heroes vs. Warlords erinnert mich aber jedoch auch an einen anderen Titel meiner Sammlung. Richtig, ich habe mal vor Urzeiten das offizielle Heroes of Might and Magic Brettspiel rezensiert. Damals hat mich dort die Downtime ein wenig abgeschreckt, da viel Solitär ablief. Ansonsten lief viel thematisch und auch mechanisch ähnlich (wer hätte es gedacht beim selben digitalen Vorbild). Heroes vs. Warlords hat eben aber den entscheidenden Vorteil - es ist modular erweiterbar. Ich kann selbst bestimmen wie viel Downtime okay für mich und meine Mitspieler ist. Das Grundgerüst selbst aber spielt sich flott genug, um diesem Spiel jederzeit den Vorteil gegenüber dem offiziellen Ableger zu geben.
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Heroes vs. Warlords von Dirk Blech
Erscheint bei UGG
Für 2 bis 3 Spieler in ca. 120 Minuten
Boardgamegeek Link

Kickstarter Link

Heroes vs. Warlords startet auf Kickstarter am 06.09.2018. Bei den obigen Bildern handelt es sich um einen Prototypen.
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder aus dem Pressematerial des jeweiligen Verlages (hier UGG)

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