11.08.2026
KADO
12.03.2026
Heimliche Herrschaft
Social Deduction ist ja nicht erst seit dem Knallertitel Blood on the Clocktower ein beliebtes Genre. Oft aber eben nur für größere Gruppen mit ordentlich Zeit im Gepäck. Kleinere Titel wie Werwölfe Vollmondnacht gibt es zwar auch und sind durchaus auch spaßig, erreichen aber natürlich niemals den gleichen „Eventcharakter“. Neben diesen beiden Vertretern gibt es aber auch Titel, die nicht allein auf Social Deduction setzen, sondern es in andere Mechaniken einweben. Das deduktive Element kommt hier dann meist durch geheime Ziele oder Rollen ins Spiel und das ganze driftet dann nicht selten auch ein wenig in Richtung Bluffspiel. So ein Titel ist auch Heimliche Herrschaft.
Klingt simpel aber unvollständig? Stimmt. Denn es ist eine rein mechanische Beschreibung. Das eigentliche Salz in der Suppe sind natürlich die Effekte der ausgespielten Karten. Über die Karten werden einerseits der grüne und der rote Marker bewegt oder andere Karten „manipuliert“. Das können eigene Karten, aber auch die Karten der anderen Mitspielenden sein. Zu den Effekten gehört das Ausspielen weiterer Karten (ohne Effekt), das Vergraben (Ablage auf dem Friedhof), Abwerfen (Wildnis), Tauschen, Ziehen oder eben auch das Umdrehen (auf-/zudecken) von Karten.
Und so ist es bei Heimliche Herrschaft wie bei vielen anderen Vertretern dieses Sub-Genres: Mit der richtigen Gruppe ist das Spiel eine richtig tolle Gaudi. Mit einer Gruppe, die keine Lust auf direkte Interaktion oder Trash Talk hat, kann es zum stumpfen Kartenablegen oder tränenden Augen kommen und der Spielspaß liegt im offenen Ablagestapel. Dadurch, dass alle Mitspielenden sich gegenseitig beeinflussen, sind langfristige Strategien zur Erfolglosigkeit verdammt und es gilt immer, sich der Willkür der Mitspielenden zu erwehren und sich von den ganzen Bluffs am Tisch nicht verwirren zu lassen. Das muss man wissen und verkraften können. Aber das ist nun mal auch Teil des Genres. Durch die knackige Spielzeit von maximal 30 Minuten, kann man das in der eigenen Gruppe aber recht schnell testen und notfalls war es vielleicht ein nicht so toller Absacker. Bei Erfolg ist die Revanche aber im Handumdrehen vorbereitet. Und das ist genau das, was ich an dem Spiel so toll finde: Es weckt all diese Emotionen und Gedanken, die man bei den großen Social Deduction Spielen hat, aber komprimiert die Spielzeit auf einen Absacker, ohne dass es einem zu schnell geht oder zu wenig interaktiv ist, wie das bei den kleinen Ablegern manchmal so ist. Ein wirklich tolles Spiel für Viel- und Wenigspielende, für Alt und Jung und einfach alle, die sich nicht so schnell verärgern lassen. Das einzige, was ich zu kritisieren hätte, wäre die Schachtelgröße, da eine halb so große Packung auch gereicht hätte, aber da diese ohnehin zu den kleineren Schachteln gehört, ist das nicht all zu dramatisch.
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10.02.2025
Fractured Sky
Fractured Sky ist ein außergewöhnliches Spiel aus dem Hause IV Studio, die sich mit sehr besonderen Spiel-Designs einen Namen gemacht haben. Es kombiniert einen Bluff- und Biet-Mechanismus mit Deduktion, da die meisten der jeweiligen Rundenziele zunächst unbekannt sind. Über fünf Runden versuchen wir, möglichst viele Sternfallfragmente zu sammeln, die als Siegpunkte dienen. Dies geschieht durch das strategische Platzieren von Luftschiffen, den Bau von Gebäuden und das Erkunden geheimer Ziele.
In unserer Runde in Fractured Sky führen wir eine von drei möglichen Aktionen aus. Die wichtigste ist das Platzieren von unseren drei Luftschiffen auf die Regionen der Karte. Dazu weisen wir einem Luftschiff eine verdeckte Truppenstärke mit magnetischen Chips zu. Diese Chips ermöglichen Bluffen und taktische Täuschung, da wir versuchen, die stärkste Präsenz in den entscheidenden Regionen zu haben. Dabei dürfen wir maximal 10 Punkte vergeben. Der Clou: Obwohl die platzierte Truppenstärke geheim bleibt, sind der 1er- und der 10er-Chip hervorgehoben, was zusätzliche Möglichkeiten zur Täuschung eröffnet.
Neben der Platzierung von Luftschiffen können wir auch Gebäude wie Märkte und Festungen errichten oder versteckte Ziele erkunden. Märkte liefern zusätzliche Ressourcen aus benachbarten Regionen, während Festungen die Stärke benachbarter Luftschiffe erhöhen. Das Erkunden erlaubt es uns, verdeckte Sternenfallkarten oder Rundenziele einzusehen, um entscheidende Informationen zu sammeln. Pro Runde sind immer mehr geheime Sternfallfragmente verfügbar und damit mehr Siegpunkte zu sammeln.
Am Ende jeder Runde werden die Sternenfallziele aufgelöst und Belohnungen basierend auf der Truppenstärke in umkämpften Regionen vergeben. Der erstplatzierte Spieler erhält dabei immer das Sternfallfragment, wenn vorhanden, die nachfolgenden immerhin noch Ressourcen, mit denen in den folgenden Runden Gebäude gebaut oder das Erkunden der geheimem Informationen bezahlt werden können. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Spielerreihenfolge zu. Da es immer wieder zu Unentschieden kommt beim Auflösen einzelner Regionen (oder am Ende des Spiels) gewinnt der Spielende, der zuerst in der Spielerreihenfolge steht. Diese beeinflussen wir am Ende jeder Runde, wenn wir unser drittes Luftschiff platzieren und damit passen.
Hohe Interaktion und Materialqualität
Verdeckte Informationen und Bluffen sind die zentralen Elemente von Fractured Sky, das höchst interaktiv ist, ohne den Mitspielenden zu sehr in die Suppe zu spucken. Wir müssen ständig die Aktionen aller am Tisch beobachten, Informationen sammeln und unsere Strategie entsprechend anpassen. So wird eine Atmosphäre des ständigen Rätselns und Taktierens geschaffen, was zu einem hohen Wiederspielwert führt.
Zugänglich, aber nicht für jeden
Ein weiterer Pluspunkt ist die Zugänglichkeit von Fractured Sky. Trotz der strategischen Tiefe sind die Regeln überschaubar und ermöglichen einen schnellen Einstieg, sodass sowohl Gelegenheitsspieler als auch Vielspieler auf ihre Kosten kommen. Die Möglichkeit, verschiedene Taktiken zu verfolgen, sei es durch den Bau von Gebäuden, das gezielte Platzieren von Luftschiffen oder das Erkunden der Ziele, bietet unterschiedliche Wege zum Sieg und einen hohen Wiederspielreiz. Nicht in jeder Spielerunde dürfte Fractured Sky allerdings gut ankommen. Zunächst braucht man mindestens 3, besser 4 oder sogar 5 Personen am Tisch, damit das Spiel seinen Reiz entfaltet und die Spielenden müssen fein sein mit Bluffing und Area Management, was nicht bei jedem gleichermaßen gut ankommt.
Fractured Sky ist ein hervorragend designtes Spiel. Ich finde es sogar vergleichbar mit typischen Knizia-Designs. Zugängliche Regeln und sehr überschaubare Aktionen, wobei sich der Spielreiz aus der Interaktion am Tisch zwischen den Spielenden ergibt. Das extravagante Material hätte es gar nicht unbedingt gebraucht, um mich vom Spiel zu überzeugen, setzt dem Ganzen aber absolut die Kirsche auf. Ich begebe mich jetzt jedenfalls auf die Suche nach weiteren Sternfallfragmenten und vielleicht habe ich irgendwann genug zusammen, um mir ein Regal zu wünschen, in dem dann auch die riesige Box einen Platz findet.
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Erschienen bei IV Studio
26.11.2024
Skull
10.11.2024
Piratas!
30.10.2024
Tricks and Treats
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28.10.2024
Creature Feature
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27.10.2024
Halloween Party
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07.12.2023
Schrödingers Katzen
Schrödingers Katzen ist ein schnell erklärtes Bluff-Kartenspiel für 2-6 Personen, welches sich thematisch an das berühmte Katzen/Box-Dilemma des Physikers Erwin Schrödinger anlehnt. Trotz des vermeintlich wissenschaftlichen Hintergrundes ist Schrödingers Katzen ein Spiel, welches sich bereits gut mit älteren Grundschulkindern spielen lässt.
Grundprinzip des Spieles ist, dass man Karten verteilt bekommt (in der ersten Runde pro Person 6 Karten) und an Hand dieser Gebote darauf abgibt wieviele lebendige Katzen, tote Katzen oder leere Boxen im Spiel sind. Eingestellt werden die Gebote auf einem Track auf dem sich Werte für die drei möglichen Zustände abwechseln. Am Zug hat man zwei Möglichkeiten:
- Man erhöht das Gebot indem man den Marker auf der Leiste voranschiebt. Optional darf man dann auch noch Karten im gebotenen Zustand als Beweis ausspielen und dann ebensoviele Karten der eigenen Resthand verdeckt abwerfen um dann die entsprechende Anzahl Karten neu zu ziehen.
- Als zweite Möglichkeit kann man das aktuelle Gebot anzweifeln. Dann werden die Karten aller Mitspielenden aufgedeckt und geschaut ob das Gebot mit mindestens so vielen im Spiel befindlichen Karten, wie zuletzt geboten, erfüllt wurde.
Im Spiel zu zweit oder dritt haben die Mitspielenden mehrere Leben. Mit höheren Anzahlen Mitspielenden scheidet die falsch liegende Person unmittelbar aus und darf die weiteren Runden zuschauen. Gändigerweise werden die Runden aber kürzer. Es wird nämlich von Runde zu Runde stets eine Handkarte weniger verteilt.
Ein wenig Pfiff kommt noch ins Spiel weil es neben den bereits erwähnten Karten noch zwei andere Kartenarten gibt. Da wären zum einen die Heisenbergsche-Unschärfe-Relation-Karten. Diese befinden sich ganz normal unter den Karten, welche verteilt werden. Heisenbergkarten nehmen beim Aufdecken immer den Zustand des letzten Gebotes an. Sie machen einen zum einen also ein wenig flexibler beim Bieten, haben aber auch das Potential gehörig Chaos zu stiften. Abseits der Handkarten gibt es dann noch 10 Physikkarten-Katzen. Diese geben den Spielenden einmalige, individuelle Fähigkeiten. Während einer Partie kann man diese nur einmalig während dem eigenen Zug einsetzen. Danach wandert sich offen ausliegend in die Tischmitte. Die Phyikkatzen haben an berühmte Physiker*innen angelehnte Namen. So erlaubt einen Stephen Haarking beispielsweise den eigenen Zug zu überspringen.
Gespielt wird Schrödingers Katzen bis alle Mitspielenden bis auf eine Person ausgeschieden sind. Dies ist heutzutage ein ungewöhnliches Prinzip, welches sicherlich nicht in jeder Runde auf Begeisterung stoßen wird. Positiv ist jedoch, dass durch die sinkenden Handkartenzahl das Spiel nach hinten heraus zunehmend schneller wird. Lange braucht man also nicht zu warten. Nach etwa 20 Minuten ist eine Partie in der Regel auf jeden Fall rum. Wenn man in voller Besetzung in Runde 1 ausscheidet, bedeutet dies aber trotzdem 15 Minuten zuschauen. Da muss man mit fein sein.
Schrödingers Katzen ist bereits 2015 bei 9th Level Games erschienen. Amigo bringt nun eine Neuauflage für den deutschen Markt. Das Kartendesign von James Stowe ist dabei weitgehend erhalten geblieben - zumindest was die Zeichnungen angeht. Kartenrückseiten, Rahmen und das kleine Gebotsbrett sind jedoch überarbeitet worden. Meinem Empfinden nach tut das neue Layout dem Spiel gut. Das ursprüngliche Layout finde ich ein wenig unruhig.
Mir hat Schrödingers Katzen durchaus Spaß gemacht. Das ging einigen meiner Mitspieler*innen ebenso. Es gab aber auch einige, welche mit dem Spielprinzip überhaupt nichts anfangen konnten. Es ist einfach sehr glücksabhängig und zusätzlich noch mit Player-Elimination. Auf der anderen Seite finde ich ich die Verquickung von Thema und Mechanik wirklich sehr gelungen. Gut gefällt mir auch das Kartendesign. Die Katzen sind einfach herzallerliebst. Zeichnungen von James Stowe würde ich wirklich gerne öfter auf Spielen sehen. Meinen Blick gelenkt hat der Titel auch auf Pawlows Dogs von Heather Wilson aus den Autorenteam. Meine Daumen sind gedrückt, dass sich Amigo dieses Titels ebenfalls annimmt. Empfehlen würde ich Schrödingers Katzen für Runden, welche Spaß an einfachen Titeln haben, bei denen es auch mal ein wenig chaotisch zugehen kann. Das Bluffen um die Zustände der Katzen hat bei uns zu einigen lustigen Situationen geführt. Wer es aber eher kontrolliert mag, der sollte um die Unwägbarkeiten von Schrödingers Katzen und ihren Boxen lieber einen Bogen machen.
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Schrödinger Katzen
Autor: Heather O'Neill, Christopher O'Neill, Heather Wilson
Erschienen bei Amigo
Für 2-6 Spieler*innen ab 10 Jahren.
Spieldauer etwa 20 Minuten


























