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11.08.2026

KADO


„Der Gedanke zählt“, sagt man doch bei Geschenken, oder? Aber vielleicht gibt es dabei auch einen bestimmten Hintergedanken, der die gute Absicht eines Geschenks infrage stellt? In Kado von Strohmann Games geht es genau darum. 2–5 Spieler ab 8 Jahren machen sich gegenseitig Geschenke und versuchen dabei, die wertvollste Auslage zu bauen.

In der recht kleinen Schachtel – die sich hervorragend für Reisen eignet – befinden sich 65 Geschenkkarten mit identischer Rückseite. Dahinter verbergen sich fünf Geschenkarten: Pralinen, Socken, Blumen, Zauberwürfel und Teddybären. Jede Karte besitzt einen Wert von 1 bis 5, der wiederum den Zustand des Geschenks widerspiegelt. Selbstverständlich wurde beim Verpacken auch eine hübsche Schleife verwendet, die ebenfalls in fünf verschiedenen Farben vorhanden ist.


Im Laufe des Spiels erhält jeder Spieler zwölf Geschenke und legt diese in drei Reihen mit jeweils vier Spalten aus. Das ist deshalb wichtig, weil am Ende des Spiels jeweils EINE Geschenkart pro Reihe gewertet wird. Eine Spalte bringt außerdem nur dann Punkte, wenn alle drei Karten dieselbe Schleifenfarbe besitzen. Ist das der Fall, fließt das wertvollste Geschenk in die Wertung ein.

In jeder Runde ist ein Spieler der Schenkende und nimmt sich den Stapel mit den verdeckten Geschenken. Nach und nach zieht er Karten und verteilt diese in beliebiger Reihenfolge an sich selbst und die Mitspieler. Natürlich wird die Person dabei darauf achten, was die anderen bereits in ihrer Auslage liegen haben. Noch bevor die neuen Geschenke einsortiert werden, hat jedoch der nächste Spieler im Uhrzeigersinn die Möglichkeit, eine Herausforderung auszusprechen.


Bei einer Herausforderung versucht der Beschenkte, sowohl den Geschenktyp als auch die Schleifenfarbe des Geschenks zu erraten, das sich der Schenkende selbst gegeben hat. Ist einer der beiden Aspekte korrekt, werden die Geschenke getauscht. Falls die Herausforderung scheitert oder ein Spieler nicht herausfordern möchte, wird der nächste Spieler gefragt.

Ist diese Phase beendet, drehen alle ihr Geschenk um und bauen es in ihre Auslage ein. Wichtig ist dabei lediglich, dass die neue Karte mit mindestens einer Kante an eine bereits ausliegende Karte angelegt wird. Gelingt es einem Spieler, sowohl Farbe als auch Art des Geschenks korrekt zu erraten, wird er mit einer zusätzlichen Karte belohnt, die am Spielende einfach 2 Siegpunkte wert ist.

Nach zwölf Runden sollte jeder Spieler eine vollständige Auslage besitzen. Wie eingangs erwähnt, wählt man anschließend pro Reihe eine Geschenkart aus, deren Karten die entsprechenden Punkte bringen. Zusätzlich werden die Spalten mit gleicher Schleifenfarbe gewertet. Wer danach die meisten Punkte besitzt, gewinnt das Spiel.


Kado punktet auf jeden Fall bereits durch seine praktische Größe. Die kleine, aber dennoch hochwertige Schachtel macht das Spiel zu einem idealen Begleiter für Reisen oder ähnliche Gelegenheiten. Spielerisch wird das Rad zwar nicht neu erfunden. Das Anzweifeln erinnert ein wenig an Spicy und auch das Auslage-Puzzeln ist kein völlig neues Konzept. Dennoch macht das Ganze durchaus Spaß. Gerade ab der dritten oder vierten Runde beobachtet man den Schenkenden bei jeder Karte ganz genau: Worauf achtet er? Was könnte er selbst gebrauchen? Wann hat er wem welche Karte gegeben? All diese Informationen können helfen, die richtigen Rückschlüsse zu ziehen.

Mit einer Spieldauer von knapp 15 Minuten ist Kado ein schöner Titel für den Absacker nach einem Spieleabend oder für eine gesellige Runde zwischendurch. Die Partien haben uns bislang stets Spaß gemacht. Zu zweit funktioniert das Spiel zwar ebenfalls, seine Stärken spielt es aber vor allem mit vier oder fünf Spielern aus. Kado darf bei uns auf jeden Fall im Regal bleiben.

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KADO von Antoine Bauza
Erschienen bei Strohmann Games
Für 2 bis 5 Spieler in ca. 15 Minuten ab 8 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Strohmann Games)
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12.03.2026

Heimliche Herrschaft


Social Deduction ist ja nicht erst seit dem Knallertitel Blood on the Clocktower ein beliebtes Genre. Oft aber eben nur für größere Gruppen mit ordentlich Zeit im Gepäck. Kleinere Titel wie Werwölfe Vollmondnacht gibt es zwar auch und sind durchaus auch spaßig, erreichen aber natürlich niemals den gleichen „Eventcharakter“. Neben diesen beiden Vertretern gibt es aber auch Titel, die nicht allein auf Social Deduction setzen, sondern es in andere Mechaniken einweben. Das deduktive Element kommt hier dann meist durch geheime Ziele oder Rollen ins Spiel und das ganze driftet dann nicht selten auch ein wenig in Richtung Bluffspiel. So ein Titel ist auch Heimliche Herrschaft.

Zu Beginn des Spiels, das sogar zu zweit schon gut (aber besser aber auch chaotischer mit mehreren Mitspielenden) funktioniert, ziehen wir geheim eine Rollenkarte. Dort erfahren wir, mit welchen beiden Fraktionen (aus insgesamt 4) wir verbündet sind. In der Tischmitte liegt ein kleines Spielbrett mit einer Leiste und einem roten und einem grünen Marker, dazu ein Stapel Charakterkarten („Hafen“) mit einer kleinen Auslage („Taverne“) und einem offenen Ablagestapel („Friedhof“). Nun ziehen wir alle jeweils fünf dieser Karten. Eine legen wir verdeckt vor uns ab (unsere erste „Gruppe“), einen legen wir verdeckt auf einen zweiten Abwurfstapel („Wildnis“) und die übrigen drei behalten wir auf der Hand. Schon geht es los. Wer an der Reihe ist muss vier Aktionen in einer festen Reihenfolge abhandeln: 1. Entweder eine Karte für ihren Effekt ausspielen oder bis zu drei Handkarten verdeckt auf die Wildnis legen, danach aus Taverne und/oder Hafen auf vier Karten aufziehen, dann (wieder) eine Karte auf die Wildnis legen und anschließend ggf. die Taverne wieder auffüllen. Das Spiel endet, sobald eine Person die für die gegebene Anzahl an Mitspielenden festgelegte Anzahl an Charakterkarten offen vor sich ausliegen hat. Dann schauen wir, welche der vier Fraktionen siegreich war (= wo die beiden Marker auf dem Spielbrett in Relation zu einander und zur Leiste stehen) und es gewinnt, wer mit dieser Fraktion verbündet war. War niemand mit ihr verbündet, verlieren alle gemeinsam, sind mehrere Personen mit ihr verbündet, entscheiden drei unterschiedliche Tie-breaker (meiste Charaktere dieser Fraktion – insgesamt wenigsten Charaktere – Rollenkarte mit höchster Zahl) über Sieg und Niederlage.


Klingt simpel aber unvollständig? Stimmt. Denn es ist eine rein mechanische Beschreibung. Das eigentliche Salz in der Suppe sind natürlich die Effekte der ausgespielten Karten. Über die Karten werden einerseits der grüne und der rote Marker bewegt oder andere Karten „manipuliert“. Das können eigene Karten, aber auch die Karten der anderen Mitspielenden sein. Zu den Effekten gehört das Ausspielen weiterer Karten (ohne Effekt), das Vergraben (Ablage auf dem Friedhof), Abwerfen (Wildnis), Tauschen, Ziehen oder eben auch das Umdrehen (auf-/zudecken) von Karten.

Soweit die Regeln, die sich sehr schnell erklären lassen. Was sich hieraus vielleicht schon herauslesen lässt: Heimliche Herrschaft ist kein „nettes Beisammensein“ und auch kein Nebeneinander, sondern ein sehr direktes, hoch interaktives Spiel. Ein durchaus auch gemeines Spiel. Und doch ein Spiel, bei dem man immer aufpassen muss, was man eigentlich von sich offenbaren möchte. Denn wenn ich meine Ziele knallhart verfolge, dann bekommen die anderen durchaus mit, für welche Fraktion ich bin. Wenn sie das wissen oder erahnen, können sie mich sabotieren. Oder noch wilder: sie können mich unterstützen, weil sie die gleiche Fraktion unterstützen, aber Vorkehrungen treffen, um den resultierenden Gleichstand zu ihren Gunsten zu entscheiden. Ich kann alle anderen aber auch gezielt in die Irre führen, da ich ja zwei Fraktionen unterstütze. Und dann offenbare ich halt die eine, damit alle anderen denken, dass sie mich da sabotieren müssen, während ich im Geheimen eigentlich die andere Fraktion befeuere. Aber vielleicht können sie sich auch denken, dass ich so denke und denken sich dann ebenfalls etwas aus, weil sie denken, dass ich denke, dass sie denken. Dieses „indirekt-direkte“ passt natürlich zu Social Deduction, nur dass wir hier eben nicht mit irgendwelchen Verdächtigungen um uns werfen müssen, sondern ganz still und taktisch spielen können. Aber wie es sich für solche Spiele gehört, ist der Trash Talk natürlich nicht weit entfernt und wird schnell zu einem festen Bestandteil des Spielgefühls und alle versuchen sehr schnell, alle anderen geschickt zu manipulieren.


Und so ist es bei Heimliche Herrschaft wie bei vielen anderen Vertretern dieses Sub-Genres: Mit der richtigen Gruppe ist das Spiel eine richtig tolle Gaudi. Mit einer Gruppe, die keine Lust auf direkte Interaktion oder Trash Talk hat, kann es zum stumpfen Kartenablegen oder tränenden Augen kommen und der Spielspaß liegt im offenen Ablagestapel. Dadurch, dass alle Mitspielenden sich gegenseitig beeinflussen, sind langfristige Strategien zur Erfolglosigkeit verdammt und es gilt immer, sich der Willkür der Mitspielenden zu erwehren und sich von den ganzen Bluffs am Tisch nicht verwirren zu lassen. Das muss man wissen und verkraften können. Aber das ist nun mal auch Teil des Genres. Durch die knackige Spielzeit von maximal 30 Minuten, kann man das in der eigenen Gruppe aber recht schnell testen und notfalls war es vielleicht ein nicht so toller Absacker. Bei Erfolg ist die Revanche aber im Handumdrehen vorbereitet. Und das ist genau das, was ich an dem Spiel so toll finde: Es weckt all diese Emotionen und Gedanken, die man bei den großen Social Deduction Spielen hat, aber komprimiert die Spielzeit auf einen Absacker, ohne dass es einem zu schnell geht oder zu wenig interaktiv ist, wie das bei den kleinen Ablegern manchmal so ist. Ein wirklich tolles Spiel für Viel- und Wenigspielende, für Alt und Jung und einfach alle, die sich nicht so schnell verärgern lassen. Das einzige, was ich zu kritisieren hätte, wäre die Schachtelgröße, da eine halb so große Packung auch gereicht hätte, aber da diese ohnehin zu den kleineren Schachteln gehört, ist das nicht all zu dramatisch.

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Heimliche Herrschaft von Andreas Müller, Markus Müller, Raphael Stocker
Erschienen bei Board Game Circus
Für 2-6 Spielende in 20-40 Minuten ab 10 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Board Game Circus)
*es handelt sich um einen Affiliate-Link. Für Euch entstehen keine zusätzlichen Kosten, wir erhalten eine kleine Provision.
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10.02.2025

Fractured Sky


Die Prämisse von Fractured Sky klingt fantastisch: Ein Stern ist in Stücke zerbrochen und ins Meer gefallen, wo daraufhin 10 verfluchte Inseln aufgetaucht sind. Wir begeben uns also in unseren wundersamen Luftschiffen auf das Abenteuer, die Sternfallfragmente zu bergen. Als Belohnung für den erfolgreichsten Abenteurer winken ewiger Ruhm, Reichtum und die Erfüllung eines beliebigen Wunsches.

Fractured Sky ist ein außergewöhnliches Spiel aus dem Hause IV Studio, die sich mit sehr besonderen Spiel-Designs einen Namen gemacht haben. Es kombiniert einen Bluff- und Biet-Mechanismus mit Deduktion, da die meisten der jeweiligen Rundenziele zunächst unbekannt sind. Über fünf Runden versuchen wir, möglichst viele Sternfallfragmente zu sammeln, die als Siegpunkte dienen. Dies geschieht durch das strategische Platzieren von Luftschiffen, den Bau von Gebäuden und das Erkunden geheimer Ziele.


Spielablauf: Luftschiffe, Gebäude und Erkundungsmissionen

In unserer Runde in Fractured Sky führen wir eine von drei möglichen Aktionen aus. Die wichtigste ist das Platzieren von unseren drei Luftschiffen auf die Regionen der Karte. Dazu weisen wir einem Luftschiff eine verdeckte Truppenstärke mit magnetischen Chips zu. Diese Chips ermöglichen Bluffen und taktische Täuschung, da wir versuchen, die stärkste Präsenz in den entscheidenden Regionen zu haben. Dabei dürfen wir maximal 10 Punkte vergeben. Der Clou: Obwohl die platzierte Truppenstärke geheim bleibt, sind der 1er- und der 10er-Chip hervorgehoben, was zusätzliche Möglichkeiten zur Täuschung eröffnet.

Neben der Platzierung von Luftschiffen können wir auch Gebäude wie Märkte und Festungen errichten oder versteckte Ziele erkunden. Märkte liefern zusätzliche Ressourcen aus benachbarten Regionen, während Festungen die Stärke benachbarter Luftschiffe erhöhen. Das Erkunden erlaubt es uns, verdeckte Sternenfallkarten oder Rundenziele einzusehen, um entscheidende Informationen zu sammeln. Pro Runde sind immer mehr geheime Sternfallfragmente verfügbar und damit mehr Siegpunkte zu sammeln.


Belohnungen zum Rundenende

Am Ende jeder Runde werden die Sternenfallziele aufgelöst und Belohnungen basierend auf der Truppenstärke in umkämpften Regionen vergeben. Der erstplatzierte Spieler erhält dabei immer das Sternfallfragment, wenn vorhanden, die nachfolgenden immerhin noch Ressourcen, mit denen in den folgenden Runden Gebäude gebaut oder das Erkunden der geheimem Informationen bezahlt werden können. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Spielerreihenfolge zu. Da es immer wieder zu Unentschieden kommt beim Auflösen einzelner Regionen (oder am Ende des Spiels) gewinnt der Spielende, der zuerst in der Spielerreihenfolge steht. Diese beeinflussen wir am Ende jeder Runde, wenn wir unser drittes Luftschiff platzieren und damit passen.

Hohe Interaktion und Materialqualität

Verdeckte Informationen und Bluffen sind die zentralen Elemente von Fractured Sky, das höchst interaktiv ist, ohne den Mitspielenden zu sehr in die Suppe zu spucken. Wir müssen ständig die Aktionen aller am Tisch beobachten, Informationen sammeln und unsere Strategie entsprechend anpassen. So wird eine Atmosphäre des ständigen Rätselns und Taktierens geschaffen, was zu einem hohen Wiederspielwert führt.


Fractured Sky besticht außerdem durch seine außergewöhnliche Produktionsqualität und das lebendige Design, wobei mir die Grafiken etwas zu sehr nach Computerspiel aussehen. Die detailreichen Miniaturen tragen aber wesentlich zur Immersion bei und geben dem Spiel eine unglaubliche Tischpräsenz, insbesondere in der Super Deluxe-Variante, die für diese Rezension zur Verfügung gestellt wurde. Besonders hervorzuheben sind die magnetischen Komponenten, die sich nicht nur haptisch toll beim Spielen anfühlen, sondern auch funktional überzeugen, indem sie die verdeckte Truppenstärke sicher verbergen.

Zugänglich, aber nicht für jeden

Ein weiterer Pluspunkt ist die Zugänglichkeit von Fractured Sky. Trotz der strategischen Tiefe sind die Regeln überschaubar und ermöglichen einen schnellen Einstieg, sodass sowohl Gelegenheitsspieler als auch Vielspieler auf ihre Kosten kommen. Die Möglichkeit, verschiedene Taktiken zu verfolgen, sei es durch den Bau von Gebäuden, das gezielte Platzieren von Luftschiffen oder das Erkunden der Ziele, bietet unterschiedliche Wege zum Sieg und einen hohen Wiederspielreiz. Nicht in jeder Spielerunde dürfte Fractured Sky allerdings gut ankommen. Zunächst braucht man mindestens 3, besser 4 oder sogar 5 Personen am Tisch, damit das Spiel seinen Reiz entfaltet und die Spielenden müssen fein sein mit Bluffing und Area Management, was nicht bei jedem gleichermaßen gut ankommt.


Fazit: ein Fest für Interaktiv-Abenteurer!

Fractured Sky ist ein hervorragend designtes Spiel. Ich finde es sogar vergleichbar mit typischen Knizia-Designs. Zugängliche Regeln und sehr überschaubare Aktionen, wobei sich der Spielreiz aus der Interaktion am Tisch zwischen den Spielenden ergibt. Das extravagante Material hätte es gar nicht unbedingt gebraucht, um mich vom Spiel zu überzeugen, setzt dem Ganzen aber absolut die Kirsche auf. Ich begebe mich jetzt jedenfalls auf die Suche nach weiteren Sternfallfragmenten und vielleicht habe ich irgendwann genug zusammen, um mir ein Regal zu wünschen, in dem dann auch die riesige Box einen Platz findet.

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Fractured Sky von Austin Harrison, Max Anderson und Zac Dixon
Erschienen bei IV Studio
Für 1-5 Spielende in ca. 45-90 Minuten ab 14 Jahren

sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (IV Studio)
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26.11.2024

Skull



Skull gilt wahrscheinlich für Leute, die schon länger im Hobby sind, als Urgroßvater der Bluff-Spiele, zumindest stammt die erste Version aus dem Jahr 2011 und hat nun von Space Cowboys ein “Glow-Up” bekommen. Das Spiel aus der Feder von Hervé Marly ist für 3-6 Spieler ab 10 Jahre und kommt nun in einer knallpinken Schachtel daher.

Der Inhalt der Schachtel ist dann auch übersichtlich. Wir finden hier 24 Scheiben in 6 Farben und Motiven. Wie der Titel vermuten lässt, sind es u.a. Totenschädel. Hierbei wurden gewisse mythische bzw. regionale Vorgaben umgesetzt, so gibt es z.B. einen Samurai-Schädel oder den bekannten mexikanischen. Aber je Farbset gibt es nur einen Schädel, die restlichen drei sind Blumenmotive.



Zu Beginn einer Runde legt jeder verdeckt eine seiner Scheiben vor sich aus, danach startet ein Spieler und hat dann die Wahl eine weitere Scheibe auf seiner bereits ausliegenden zu legen oder die Bietrunde zu starten.

Bei der Bietrunde muss dann derjenige eine Anzahl an Scheiben nennen, die er umdrehen möchte, ohne dabei einen Totenschädel zu erwischen. Die Zahl kann nun vom nächsten Spieler überboten werden, solange bis alle gepasst haben. Der Spieler mit dem Höchstgebot muss nun zunächst alle EIGENEN Scheiben umdrehen und dann bei den Mitspielern jeweils eine der obersten. Wodurch ein Bluff-Element ins Spiel kommt, denn wenn ein Spieler bereit ist, eine gewisse Anzahl umzudrehen, wird derjenige wohl keinen Totenkopf gelegt haben, oder??

Sollte ein Totenkopf erwischt werden, hat der Spieler verloren und muss eine seiner vier Scheiben verdeckt aus dem Spiel nehmen und spielt nun mit weniger Scheiben weiter. Das Spiel endet, sobald bis auf einen Spieler keiner mehr Scheiben hat oder ein Spieler zwei Runden für sich entscheiden kann.



Ebenfalls enthalten ist eine “Last Chance"-Variante, bei der der Spieler, welcher nur noch eine Scheibe besitzt, eine Glücksklee-Scheibe erhält und diese nun einmalig in der nächsten Runde mitverwenden kann.

Skull besticht natürlich erstmal durch eine fantastische Optik sowie auch Haptik, die Scheiben sind robust wie Bierdeckel und es macht Spaß diese in der Hand zu halten. Das Spiel selbst steht und fällt ein wenig mit der Runde und der Spielweise. Es gab relativ viele Runden, die ziemlich schnell vorbei waren, weil man gut durchschaut hat, wie die Spieler so vorgehen und es dadurch keine Spannung geben wollte. Aber gerade meinen Kindern und den Wenigspielern hat es immer wieder Spaß gemacht und wurde auch eingefordert, also möglicherweise schlicht eine Frage der Zielgruppe.

Wie erwähnt, die Regeln sind simpel und es kann auch spannende Runden geben, so dass Skull hier nicht viel verkehrt macht und es auch berechtigt eine Neuauflage bekommen hat, denn gerade mit der Familie ist das ein schöner Absacker in gemütlicher Runde. Ich persönlich finde aber Spicy immer noch besser im Bereich “bluffen”.


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Skull von Hervé Marly
Erschienen bei Space Cowboys
Für 3-6 Spieler in ca. 15-45 Minuten ab 10 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Space Cowboys)
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10.11.2024

Piratas!


Arrrrr ihr Landratten! Macht eure Anker klar, spannt die Segel und rückt eure Augenklappe zurecht, denn wir stechen heute in See mit Piratas!. Wie für Piraten üblich wird bei dem Spiel nicht gekuschelt, sondern geplündert, geentert, geblufft und zwischendurch eventuell auch gelacht. 

Spielen lässt sich Piratas! mit bis zu 6 Spielern. Jeder Spieler erhält ein Tableau und 5 Karten. 
Ziel ist es, Golddukaten zu sammeln und vor den Anderen zu verteidigen. Hat man zu Beginn seines Zuges, 5 oder mehr Dukaten auf der Hand, hat man sofort gewonnen. 

Dabei sind die Spielregeln sehr einfach: 
Als aktiver Spieler kann man zwei Aktionen durchführen. Entweder wird eine Karte vom Nachziehstapel  gezogen, eine Karte aus der Hand ausgespielt oder ein Kampf angezettelt.

Entscheidet man sich eine Karte zu spielen, handelt man entweder einen Sofort-Effekt ab oder legt eine Crew- oder Schiffskarte an sein Tableau. Crewkarten kann man dabei nicht nur bei sich selbst sondern auch bei einem der Mitspieler anlegen. 
Crew- und Schiffskarten dienen dazu, die eigene Stärke im Kampf zu erhöhen oder dauerhafte Effekte zu erhalten. Allerdings gibt es auch Crew-Karten mit negativen Effekten. Solche Karten legt man dann doch lieber bei seinen Mitspielern an. 


Als weitere Aktionsmöglichkeit kann man in den Kampf ziehen. Dafür sucht man sich zunächst seinen Gegner aus und legt die Angriffskarte verdeckt vor sich ab. Der Verteidiger hat nun ebenfalls die Möglichkeit eine oder zwei Karten zu legen. Die Kanonenstärke der gespielten Karte wird um die Kanonen von ausliegenden Piraten- und Schiffskarten erhöht bzw. gesenkt. Der Verlierer der Schlacht muss alle Crewkarten von seinem Tableau abräumen und – falls vorhanden – erleidet das Schiff schaden. Der Gewinner darf sich von den Handkarten des Verlierers eine Karte aussuchen. 


So geht es reihum bis – wie eingangs erwähnt – der erste Spieler zu Beginn seines Zuges 5 oder mehr Golddukaten auf der Hand hat. 

Das Spiel endet damit sofort. 

Fazit
Wie man sieht, sind die Regeln sehr übersichtlich und Piratas! leicht zu erlernen und zu spielen. 
Es gibt hier viel zu entdecken. Die Karten haben viele unterschiedliche Effekte, die gerne gegen die Mitspieler schießen. Karten wegnehmen oder fiese Karten auslegen (Bspw. ein Pirat, der dauerhaft einen Kampfpunkt abzieht!). Piratas! hat eine sehr hohe Spielerinteratkion. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich gegenseitig zu behindern, bekämpfen oder Dukaten abzunehmen. 

Die Karten haben eine tolle Qualität und die Spielertableaus erleichtern den Start ins Spiel sehr. Es enthält alle Aktionsmöglichkeiten und zeigt an, wieviele Crewmitglieder maximal an Board sein dürfen. 


Ich habe Piratas! in zwei verschiedenen Gruppen (4+6 Spieler) mehrfach gespielt. 

In der 6er Gruppe hat eine Runde ewig gedauert. Es war ein hin- und her Geschiebe von Karten und irgendwann fragte man sich, wann es denn endlich vorbei ist. 
Daneben gibt es unglückliche Konstellationen. So hatte eine Mitspielerin ihre beiden Crewplätze mit Geisterpiraten belegt und konnte durch ihre Handkarten mehrere Runden hintereinander keinen sinnvollen Zug machen. Dadurch hatte sie auch immer die meisten Handkarten und war immer Ziel des Schiffs Royal Princess (Ziehe verdeckt eine Handkarte von einem Mitspieler, der 5 oder mehr Karten hat). Das Verrückte daran: Obwohl sie zwischenzeitlich Handlungsunfähig schien, hat sie am Ende das Spiel dennoch für sich entschieden. 

Und das ist es, was Piratas! ausmacht. Sei dir nie zu siegessicher, das Blatt kann sich sehr schnell wenden. Wer Lust auf ein Kartenspiel mit hoher Interaktion hat, ist hier genau richtig. 

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Piratas! von Pedro Sales & Renato Simoes
Erschienen bei Gamelab
Für 2 bis 6 Spieler in 10-25 Minuten ab 10 Jahre

sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Gamelab)
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30.10.2024

Tricks and Treats



Mit dieser Rezension vervollständige ich die Halloween-Trilogie, die ich mir bis zu dieser Woche aufgespart habe und nein, es geht nicht um die Filmreihe, sondern um Spiele vom Verlag “Trick or Treat Studios”. Hier könnt ihr bereits Creature Feature und Halloween Party finden und nun geht es weiter mit “Tricks and Treats” aus der Feder von Emerson Matsuuchi, den wir u.a. aus der Century-Reihe kennen. Das Spiel ist für 2-4 Spieler ab 8 Jahren und eine Partie dauert ca. 15-30 Minuten.

Bei “Tricks and Treats” geht es darum unsere Süßigkeiten-Beute gerecht aufzuteilen, dafür liegen in der Tischmitte Körbe aus, stets zwei mehr als Spieler am Tisch und wenn man möchte noch zwei Spezial-Körbe, die ein wenig Pfiff und Abwechslung ins Spiel bringe, dazu später nochmal mehr.


Jeder Spieler beginnt mit zwei Süßigkeiten-Karten auf der Hand und im eigenen Zug zieht man eine hinzu, wählt dann eine und spielt diese zu einem ausliegenden Korb. Vor der Partie wurde jedem Spieler verdeckt ein Korb zugeordnet und natürlich möchte man nun so viel Süßes wie möglich in diesen Korb bekommen. Aber Achtung: Andere Spieler können in ihrem Zug den Verdacht äußern, dass ein gewisser Korb zu einem gehört. Ist das korrekt, ist der ertappte Spieler sofort ausgeschieden. Stimmt die Vermutung jedoch nicht, dann ist der Ankläger raus!

So wird gespielt, bis entweder die Endkarte aufgedeckt wird oder eben nur noch ein Spieler übrig bleibt.


Auch Tricks and Treats ist ein kleines, lustiges Kartenspiel mit super Thema für die Halloween-Zeit. Der Deduktionspart bringt natürlich etwas Pfeffer rein, allerdings kommt dieser dann doch weniger zum Einsatz, weil man eben nicht ausscheiden möchte, dennoch sollte man natürlich nicht zu offensichtlich handeln. Nach dem Pfeffer braucht man aber auch Salz und das sind die besonderen Körbe. Davon gibt es einige und nur zwei kommen zum Einsatz je Spiel, da ist also gut Abwechslung dabei. Häufig sorgen diese dafür, dass sich am Spielende nochmal Karten oder Körbe nach gewissen Regeln bewegen oder im Laufe des Spiels ähnliches passiert. Die machen wirklich Spaß!

Es gibt auch noch weitere Varianten und Vorschläge, z.B. ohne Ausscheiden, dafür aber mit Punkten, wenn man im Laufe der Partie richtig geraten hätte. Ebenfalls eine schöne Idee.


Alles in allem finde ich Tricks and Treats recht unterhaltsam. Leider wird man in Deutschland nicht so leicht rankommen und natürlich wird man es auch nur an Halloween so richtig fühlen, wer aber die Gelegenheit bekommt, sollte es für einen schmalen Taler mitnehmen.

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Tricks and Treats von Emerson Matsuuchi
Erschienen bei Trick or Treat Studios
Für 2-4 Spieler in ca. 10 Minuten ab 8 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Trick or Treat Studios)
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28.10.2024

Creature Feature


Zum Zeitpunkt in der ich diese Review verfasse, ist es noch eine Woche bis Halloween und was wäre da nicht passender als ein Spiel von Trick or Treat Studios. Bei Creature Feature handelt es sich um ein Kartenspiel aus der Feder von niemand geringeren als Richard Garfield (Mr. Magic the Gathering) für 3-6 Spieler ab 14 Jahren und dauert ca. 15-30 Minuten.

Bei Creature Feature übernehmen wir die Rolle von Agenten, welche Ihre Horrorfiguren in den ausgeschriebenen Filmen unterbringen möchten. In jeder Runde gibt es hier einen “Feature Film” und einen “Kurzfilm” zur Ausschreibung. Zu Beginn wählen wir zwei Karten mit unseren Günstlingen, die es in den Werten 1 bis 11 gibt. Eine Karte legen wir offen auf das Feld für den “Co-Star” und die andere verdeckt auf das Feld für den potentiellen Star des Films.


Die höchste Kombinationssumme aus Co-Star und Star wird am Ende den Zuschlag erhalten, weswegen wir nun in der folgenden Runde anhand der offenliegenden Karten abschätzen müssen, wie gut wir mit unserer Kombi liegen. Dabei kann natürlich ordentlich geblufft werden. Reihum wird abgefragt, ob man sich auf den Feature Film bewerben möchte, falls man das nicht will, rutscht man runter zum Kurzfilm, auch dort kann ich abwinken, wenn es evtl. bessere Konkurrenz gibt. Dann werde ich auf jeden Fall je einen Punkt für die Karten bekommen - also besser als nichts, was der Fall ist, wenn man die Rollen nicht bekommt.

Hat sich jeder entschieden, wird die Star-Karte bei jedem aufgedeckt und auf Basis der Ergebnisse erhält der Spieler den Zuschlag und somit das Plättchen für den Film mit den aufgedruckten Punkten. Aber nicht nur das, sondern auch alle Karten der Mitspieler, die sich beworben haben. Sie kommen verdeckt auf einen Stapel und jede verdeckte Karte ist einen Punkt wert. Die jeweiligen Figuren haben aber auch individuelle, höhere Punkte - wie komme an diese heran? Mit einem Twist!!


Ein Twist gelingt mir dann, wenn der Co-Star einen höheren Wert als der Star hat und wenn ich mit dieser Kombi den Film gewinne, in dem alle Kontrahenten freiwillig ausgeschieden sind, dann kann ich sie offen ablegen und erhalte die aufgedruckten Punkte. Bleibt eine Konkurrenz und hat einen niedrigeren Wert, aber keinen Twist, dann gewinnt dennoch die Konkurrenz. Einige Figuren bringen noch Sonderfähigkeiten bzw. Wertungsänderungen mit sich, gewinne ich z.B. den Film mit dem “mickrigen Menschen” (Wert 1) dann darf ich diese Karten offen ablegen (auch ohne Twist) und erhalte 5 Punkte! Das Alien erlaubt mir zwei Karten zu ziehen usw usw.

Im recht großen Deck an Karten gibt es auch noch Helfer (wie z.B. Igor oder ein Butler), die mir weiteren Einfluss erlauben. Der Butler z.B. erlaubt mir auch, den Co-Star verdeckt auszulegen und die Krankenschwester bringt mir mehr Karten auf die Hand.

Der Spieler mit den meisten Punkte nach der vorgegebenen Rundenanzahl, ist der erfolgreichste Filmagent und gewinnt das Spiel.


Creature Feature hat mir in den bisherigen Partien wirklich sehr viel Spaß gemacht. Ein wenig erinnert das ganze an ein Pokerspiel, nur dass man hier bereits eine Karte zeigt und daraufhin abschätzen muss, wie man steht. Es birgt ausreichend Spannung und Reiz und spielt sich dabei ziemlich flott. Das Thema ist natürlich komplett austauschbar, wurde aber hervorragend illustriert und bringt Kino-Flair an den Tisch. Auch der Startspieler-Marker ist grandios (siehe Foto). Was soll ich sagen, wer auf Bluff- und Bietspiele Lust hat, der sollte hier eine gute Wahl haben, wenn man dazu noch eine Beziehung zum Thema findet, umso besser! Schade nur, dass es da bisher keinen deutschen Verlag gibt.

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Creature Feature von Richard Garfield
Erschienen bei Trick or Treat Studios
Für 3-6 Spieler in ca. 15-30 Minuten ab 14 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Trick or Treat Studios)

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27.10.2024

Halloween Party



KLOPF KLOPF!! Halloween steht vor der Tür und damit auch tolle Kostümpartys. Beim Spiel Halloween Party sind wir jeweils Ausrichter einer solchen Party und möchten die punkteträchtigsten Gäste anlocken. Das Spiel für 3-5 Spieler ab 8 Jahren stammt aus der Feder von Bruno Faidutti und Gwenael Bouquin und dauert ca. 15-30 Minuten. Das Spiel hat bereits 20 Jahre auf dem Buckel und könnte man somit wohl als Frühwerk von Herrn Faidutti bezeichnen, den wir von Spielen wie Citadels und Raptor kennen.

Halloween Party ist ein Kartenspiel mit Bluff-Element, bei dem wir am liebsten Geister, Vampire, Monster und Skelette sammeln möchten, denn die bringen uns alle Punkte. Bin ich dran, wähle ich eine Karte aus meiner Hand und bietet sie mit einem netten “KLOPF KLOPF” einem Mitspieler an. Dieser muss nun entscheiden, ob er die Tür öffnet und den Gast auf seine Party lässt oder abweist, dann geht der Gast eben zu mir.


Natürlich gibt es aber auch Gäste, die wir nicht auf unserer Party haben möchten. So gibt es den kopflosen Reiter, der dafür sorgt, dass die größte Gruppe meiner Gäste zum Gegenspieler wandert und der Sensenmann nimmt die Gruppe ganz aus dem Spiel. Auch Gastgeber, die es für jede Gruppe gibt, sind nicht so gern gesehen, denn die nehmen ebenfalls einen Gast weg und bringen sie zur anderen Party.

Möchte ich solche Abwanderungen verhindern, sollte ich versuchen, an den Türsteher zukommen. Auch Musiker sind toll, sie verdoppeln die Punkte der jeweiligen Gruppe. Nachtschwärmer hingegen sind Minuspunkte. Ach ja, und die Kürbisköpfe sind die wahren Stars jeder Party und bringen daher jeweils 3 Punkte!


Das Spiel endet, sobald alle Karten verbraucht wurden und der Spieler mit den meisten Punkte hat die tollste Halloween Party geschmissen und gewonnen.

Halloween Party birgt jetzt nichts Überraschendes, bei dem Alter auch kein Wunder, aber dennoch bringen die Runden immer Spaß, wenn man sich darauf einlässt. Die Gäste wandern hin und her und man muss hin und wieder gut einstecken können, wenn es schräg kommt. Gerade wenn es den Anschein macht, dass man aktuell die beste Crew am Start hat, wird man plötzlich jede Menge neue Gäste anklopfen haben.


Wer ein gutes Gedächtnis hat, der wird im Laufe des Spiels erahnen können, was die Mitspieler da anbieten, denn man nimmt stets neue Karten aus einer offenen Auslage, sodass es jetzt nicht nur reines Glück ist.

Halloween Party macht sich gut, als Filler-Spiel an einem Spieleabend, speziell rund um Halloween natürlich. Mehr auch nicht.

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Halloween Party von Bruno Faidutti und Gwenael Bouqin
Erschienen bei Trick or Treat Studios
Für 3-6 Spieler in ca. 20 Minuten ab 10 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Trick or Treat Studios)
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07.12.2023

Schrödingers Katzen

 


Schrödingers Katzen ist ein schnell erklärtes Bluff-Kartenspiel für 2-6 Personen, welches sich thematisch an das berühmte Katzen/Box-Dilemma des Physikers Erwin Schrödinger anlehnt. Trotz des vermeintlich wissenschaftlichen Hintergrundes ist Schrödingers Katzen ein Spiel, welches sich bereits gut mit älteren Grundschulkindern spielen lässt.

 


Grundprinzip des Spieles ist, dass man Karten verteilt bekommt (in der ersten Runde pro Person 6 Karten) und an Hand dieser Gebote darauf abgibt wieviele lebendige Katzen, tote Katzen oder leere Boxen im Spiel sind. Eingestellt werden die Gebote auf einem Track auf dem sich Werte für die drei möglichen Zustände abwechseln. Am Zug hat man zwei Möglichkeiten:

  • Man erhöht das Gebot indem man den Marker auf der Leiste voranschiebt. Optional darf man dann auch noch Karten im gebotenen Zustand als Beweis ausspielen und dann ebensoviele Karten der eigenen Resthand verdeckt abwerfen um dann die entsprechende Anzahl Karten neu zu ziehen.
  • Als zweite Möglichkeit kann man das aktuelle Gebot anzweifeln. Dann werden die Karten aller Mitspielenden aufgedeckt und geschaut ob das Gebot mit mindestens so vielen im Spiel befindlichen Karten, wie zuletzt geboten, erfüllt wurde.

Im Spiel zu zweit oder dritt haben die Mitspielenden mehrere Leben. Mit höheren Anzahlen Mitspielenden scheidet die falsch liegende Person unmittelbar aus und darf die weiteren Runden zuschauen. Gändigerweise werden die Runden aber kürzer. Es wird nämlich von Runde zu Runde stets eine Handkarte weniger verteilt. 

 


Ein wenig Pfiff kommt noch ins Spiel weil es neben den bereits erwähnten Karten noch zwei andere Kartenarten gibt. Da wären zum einen die Heisenbergsche-Unschärfe-Relation-Karten. Diese befinden sich ganz normal unter den Karten, welche verteilt werden. Heisenbergkarten nehmen beim Aufdecken immer den Zustand des letzten Gebotes an. Sie machen einen zum einen also ein wenig flexibler beim Bieten, haben aber auch das Potential gehörig Chaos zu stiften. Abseits der Handkarten gibt es dann noch 10 Physikkarten-Katzen. Diese geben den Spielenden einmalige, individuelle Fähigkeiten. Während einer Partie kann man diese nur einmalig während dem eigenen Zug einsetzen. Danach wandert sich offen ausliegend in die Tischmitte. Die Phyikkatzen haben an berühmte Physiker*innen angelehnte Namen. So erlaubt einen Stephen Haarking beispielsweise den eigenen Zug zu überspringen.

 


Gespielt wird Schrödingers Katzen bis alle Mitspielenden bis auf eine Person ausgeschieden sind. Dies ist heutzutage ein ungewöhnliches Prinzip, welches sicherlich nicht in jeder Runde auf Begeisterung stoßen wird. Positiv ist jedoch, dass durch die sinkenden Handkartenzahl das Spiel nach hinten heraus zunehmend schneller wird. Lange braucht man also nicht zu warten. Nach etwa 20 Minuten ist eine Partie in der Regel auf jeden Fall rum. Wenn man in voller Besetzung in Runde 1 ausscheidet, bedeutet dies aber trotzdem 15 Minuten zuschauen. Da muss man mit fein sein.

 


Schrödingers Katzen ist bereits 2015 bei 9th Level Games erschienen. Amigo bringt nun eine Neuauflage für den deutschen Markt. Das Kartendesign von James Stowe ist dabei weitgehend erhalten geblieben - zumindest was die Zeichnungen angeht. Kartenrückseiten, Rahmen und das kleine Gebotsbrett sind jedoch überarbeitet worden. Meinem Empfinden nach tut das neue Layout dem Spiel gut. Das ursprüngliche Layout finde ich ein wenig unruhig.

 


Mir hat Schrödingers Katzen durchaus Spaß gemacht. Das ging einigen meiner Mitspieler*innen ebenso. Es gab aber auch einige, welche mit dem Spielprinzip überhaupt nichts anfangen konnten. Es ist einfach sehr glücksabhängig und zusätzlich noch mit Player-Elimination. Auf der anderen Seite finde ich ich die Verquickung von Thema und Mechanik wirklich sehr gelungen. Gut gefällt mir auch das Kartendesign. Die Katzen sind einfach herzallerliebst. Zeichnungen von James Stowe würde ich wirklich gerne öfter auf Spielen sehen. Meinen Blick gelenkt hat der Titel auch auf Pawlows Dogs von Heather Wilson aus den Autorenteam. Meine Daumen sind gedrückt, dass sich Amigo dieses Titels ebenfalls annimmt. Empfehlen würde ich Schrödingers Katzen für Runden, welche Spaß an einfachen Titeln haben, bei denen es auch mal ein wenig chaotisch zugehen kann. Das Bluffen um die Zustände der Katzen hat bei uns zu einigen lustigen Situationen geführt. Wer es aber eher kontrolliert mag, der sollte um die Unwägbarkeiten von Schrödingers Katzen und ihren Boxen lieber einen Bogen machen.

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Schrödinger Katzen

Autor:  Heather O'Neill, Christopher O'Neill, Heather Wilson

Erschienen bei Amigo

Für 2-6 Spieler*innen ab 10 Jahren.

Spieldauer etwa 20 Minuten



Sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (Hier Amigo)
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16.03.2023

Guns or Treasure


Hart Steuerboard!! Setzt die Segel!! Angriff!!!! So oder so ähnlich kennen wir das ja aus Piraten-Geschichten oder Filmen und natürlich auch im Spiel, können solche Sätze mal fallen. Castillo Games hatte letztes Jahr einen Kickstarter für dieses schnelle Bluff-und-Kaper-Spiel und hat diesen mit Bravour finanziert bekommen. Nun naht die Auslieferung und wir durften uns vorab einen Prototypen ansehen.

Das Spiel ist für 2-6 Spieler und eine Runde dauert schnelle 15 Minuten - auch die Einstiegshürde ist niedrig und so können schon kleine Piraten ab 8 Jahren mitsegeln.


Bei Guns or Treasure sind wir alle Piratenkapitäne und bauen über vier Runden unsere Schiffsflotte aus. Dazu erhält jeder Spieler sechs Karten, die einen Teil des Schiffs repräsentieren. Entweder befindet sich auf diesem Teil ein Schatz, eine Kanone oder eine Bombe. Die erste Karte eines Schiffs wird offen ausgelegt und jede weitere dann verdeckt dahinter. Nach vier Runden, in denen man jeweils 3 Karten wählen durfte und danach 3 neue Karten gezogen hat, geht es nun mit diesen Schiffen in den Kampf!

In der ersten Runde der Kampfphase wählen wir eines unserer Schiffe und dann eines der Mitspieler, welches wir angreifen möchten. Nun werden alle Elemente der Schiffe aufgedeckt und das Schiff mit dem größten Kanonenwert versenkt das gegnerische Schiff und erhält bzw. behält alle Schätze. Falls eines der Schiffe aber ein Bomben-Element hatte, sinken beide Schiffe und die Schätze sind verloren. Ab der zweiten Runde kann ich mich dann entscheiden, ob ich angreifen möchte oder mich mit einem Schiff lieber zurückziehe und so die Schätze in Sicherheit bringe.

Der Spieler mit den meisten Schätzen, sobald es keine Schiffe mehr gibt, ist dann der Sieger. Wer möchte, kann auch die Rolle eines berüchtigten Piraten übernehmen, welcher eine Sonderfähigkeit mit sich bringt, so kommt noch ein wenig mehr Würze ins Spiel.


In der Anleitung gibt es dann noch drei weitere kleine Varianten, wie eine Draft-Version oder aber mit Schiffen, die man aus den nicht gewählten Karten baut und als NPC zum Angriff verwenden kann. Während der Kickstarter-Kampagne wurde auch eine kleine Mini-Erweiterung mit Affen und Papageien freigeschaltet, diese lag uns aber nicht vor.

Guns or Treasure ist ein wirklich launiges und schnell gespieltes Kartenspiel, was ideal zum Auftakt eine Spieleabends verwendet werden kann. Man ist dadurch schnell auf Betriebstemperatur und hat schon erste Stimmungen unter der Gruppe gesetzt, auf die man später bei anderen Spielen noch verweisen kann. Ja, die Runde muss gewillt sein, ein leichtes Kartenspiel mitzuspielen, tun das aber alle, dann kann man mit ein wenig Trashtalk am Tisch eine lustige Zeit erleben.

Das Spiel ist sehr simpel, aber dennoch befriedigend, wenn man es schafft, die Schätze der anderen zu kapern oder ärgerlich, wenn das beste Schiff selbst zum Opfer wird.


Guns or Treasure wäre hier in Deutschland eines der typischen Amigo-Familien-Kartenspiele und wer die gern hin und wieder auf den Tisch bringt, kann sich auch das Spiel von Castillo Games ansehen, welches man nun vorbestellen kann und lange warten muss man wohl auch nicht mehr - soll es noch im Frühjahr 2023 ausgeliefert werden!

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Guns or Treasure von Bryce Brown
Erschienen bei Castillo Games
Für 2 bis 6 Spieler in ca. 15 Minuten ab 8 Jahren
sämtliche Bilder sind von uns selbst erstellt oder vom jeweiligen Pressematerial des Verlages (hier Castillo Games)

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