Wortspiele gibt es mittlerweile ja wie Sand am Meer, da ist es gar nicht so leicht, die Nadel im Heuhaufen zu finden. Ok, setzen sechs, Thema verfehlt. Denn Phrasendreschen und Redewendungen aufsagen hat nichts mit Wortspielen zu tun. Trotzdem finde ich, trifft es den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. In der großen Masse an Wortspielen ist zwar viel Nettes dabei, aber wirklich Umwerfendes, das auch länger hält, findet man nicht so häufig. Next: Ein Wortspiel, das verbindet (oder laut BGG ulkigerweise "Das kooperative Wortspiel") sticht für mich zunächst - rein von den Eckdaten her - aber dann doch aus der Masse heraus. Das beginnt schon beim Cover, das eine sehr lustige Abwandlung des bekannten „Marsch des Fortschritts“ ist. Dieser Eindruck bleibt dann auch nach dem Öffnen der Schachtel erhalten: Ganz untypisch für ein Wortspiel – auch für ein kooperatives – finden wir hier nämlich eine Kampagne mit rund 30 Szenarien und trotzdem noch ganz klassisch ein echtes Partyspiel. Und „Partyspiel trifft Kampagne“ klang für mich als bekennendem Partyspiel-Skeptiker, dann doch durchaus interessant.
Das eine Wort schreiben wir nun auf unseren Zettel an die Position 1 und das andere Wort an Position 6 (bzw. später auch 8). Nun versucht jede/r eine Wortkette zu bilden, die assoziativ von Begriff 1 zu Begriff 6 führt. Sind alle Begriffe gefunden, schreiben wir jeweils auf die untere Hälfte des Zettels das erste Wort sowie die Anfangsbuchstaben aller anderen Wörter auf. Liegen nun alle Zettel so auf dem Tisch, dass nur diese untere Seite sichtbar ist, kommt Phase 2: Reihum versuchen wir nun, die Wortketten der anderen zu erraten. Jeder Fehler kostet ein Leben (wir haben 4 je Person) und dafür wird anschließend der jeweils nächste Buchstabe des Worts enthüllt. Das machen wir so lange, bis alle Zettel wieder mit Worten gefüllt sind. Da das nicht immer so leicht ist, kommen hier die Joker ins Spiel, die wir jederzeit nutzen können. Die Joker erlauben es uns, den ratenden einen Hinweis zu geben, z.B. in Form einer Kategorie, der Wortlänge, eines zusätzlichen Buchstabens oder auch malerisch oder pantomimisch. Jeder Joker hat dabei eine nach Mitspielendenzahl andere Menge an Aktivierungen.
Kampagne hin, Kampagne her und alle Mechaniken mal beiseite: Am wichtigsten ist doch, dass ein Spiel Spaß bringt und seinen Zweck erfüllt. Schließlich bringen 30 Szenarien ja nichts, wenn die eigentliche Aufgabe völlig uninteressant ist und man sich schon im zweiten Szenario gegenseitig gähnend anschaut. Und Spaß bringt Next tatsächlich – und das in beiden Varianten. Nur die Joker, die nichts mit dem Wort an sich zu tun haben, sondern das Spiel ein wenig in Richtung Activity abdriften lassen, hätte ich hier nicht gebraucht. Aber die lassen sich zum Glück einfach aussortieren.












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