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19.10.2015

Neu auf Kickstarter - 43. Kalenderwoche


Okay, ich muss zugeben, dass ich diese Woche gleich zwei mal schwach wurde. Ich habe vielleicht noch so ein klein bisschen den Kaufrausch aus Essen mitgenommen. Die Projekte haben mich aber irgendwie echt überzeugt.
Wie sieht das bei Euch aus? Schreibt mir doch einfach mal, ob Euch meine News auch zum backen bewegt hat.
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17.10.2015

Die Welt: Singapur - Munteres Rätselraten


Hallo zusammen. Hier schreibt mal Gastmonkey Oli. Diesmal mit einem sehr schönen Quizspiel für zwischendurch:

Ich geb es zu, ich bin ein Fan von „Deutschland – Finden Sie Minden?“ und „Europa – Venedig ist ja klar, aber wo liegt Nessebar?“ insofern konnte „Die Welt – Singapur, wo liegt das nur?“ samt dem Mitbringspiel bzw. der Erweiterung „Die Welt – Wetten, da liegt Manhattan!“ eigentlich nicht viel falsch machen. Eigentlich? Nun ja, eigentlich auch uneigentlich. Aber ein kleiner Wertmutstropfen bleibt, doch dazu später mehr.


Sollte jemand die Reihe noch nicht kennen hier mal in Kürze eine Zusammenfassung der grundsätzlichen Spielmechaniken der Reihe: Die Spieler ziehen Kärtchen auf denen Städte, Flüsse, Gebirge, Sehenswürdigkeiten, etc. stehen und müssen diese auf dem Spielbrett (also der Landkarte) geographisch verorten. Hierfür ist die Karte in verschachtelte Planquadrate eingeteilt: zunächst in Ost und West sowie in Nord/Mitte/Süd. Die sich hierdurch ergebenden Kästchen sind in nummerierte Quadrate unterteilt, die ihrerseits wieder in Quadrate von A bis D unterteilt sind. Als Spieler hat man somit pro Runde maximal 4 Tipps abzugeben, um den gezogenen Ort zu lokalisieren. In jeder Runde muss mindestens der erste Tipp (West/Ost) abgegeben werden. Stimmen alle abgegebenen Tipps, erhält man so viele Punkte, wie man Tipps abgegeben hat, und darf am Ende eventuell die Karte behalten (je nach Farbe ist hier eine bestimmte Menge korrekter Tipps notwendig). Stimmt aber nur ein Tipp nicht, so geht man komplett leer aus. Am Spielende gibt es dann noch Bonuspunkte für den Spieler, der von einer Farbe die meisten Karten gesammelt hat.

Nun aber zurück zur Welt, denn diese ist ein wenig anders, als Deutschland und Europa, unterscheidet sich jedoch nicht grundlegend von den genannten:


Beim Öffnen der Verpackung trat aber zunächst das erste „Oha“-Erlebnis ein: Statt einem Spielbrett liegen der Verpackung mehrere kleinere Spielfelder bei, die jeweils einen Kontinent abbilden. Somit kann man sich seine Welt selbst „zusammenbauen“. Damit die Aufteilung der Welt nicht bloße Spielerei bleibt, wurde dies auch in die Spielmechanik eingebaut. Der erste Tipp betrifft nun nicht mehr Ost/West, sondern den Kontinent. Im Gegenzug gibt es nun keine nummerierten Planquadrate mehr. Eine wirklich schöne Lösung, das bestehende Spielprinzip auf die Welt zu übertragen. Die einzelnen Tafeln sind dabei (wie auch die individuellen Spielfelder und der Rest des Spiels) von ausgezeichneter Qualität!  

Des Weiteren wurde das Punktesystem (erneut) geändert: Während man bei „Deutschland“ einfach nur Punkte sammelte, wurde man bei „Europa“ ja mitunter durch Barrieren am Weiterkommen gehindert. Die Barrieren sind bei der Welt wieder verschwunden, allerdings überspringt man nun Felder, auf denen ein Gegner steht. Unterm Strich fügen sich die Änderungen sehr gut in die bestehende Spielmechanik ein.

Nun zum wichtigsten: Die Ausgewogenheit der Fragen ist dem Autor wieder einmal sehr gut gelungen. Von „das ist ja leicht!“ bis „was ist das denn? Davon hab ich ja noch nie was gehört!“ ist wieder alles mit dabei. Und auch an der Schadenfreude, wenn ein Gegner frei nach Andi Möller eine „ultraleichte“ Stadt in ein völlig falsches Land setzt, hat sich kein bisschen geändert.


Am Ende einiger Runden bleibt als Fazit übrig: Wer „Deutschland“ und „Europa“ mag, der wird auch an der „Welt“ viel Freude haben.

Kommen wir zu guter Letzt noch zum Mitbringspiel, das aufgrund neuer Ortskarten auch als Erweiterung genutzt werden kann. Während die Qualität der Ortskarten dem Niveau des Hauptspiels entspricht, wurde leider bei der „Weltkarte“ an der falschen Stelle gespart. Jeder Kontinent wurde hier nämlich auf ein Blatt Papier gedruckt, welches dünner ist als Backpapier…und bei weitem nicht so strapazierfähig. Hierdurch wird das Mitbringspiel fast schon zum Einwegspiel, was schade ist (insbesondere wenn man bedenkt, dass die Abfälle des Hauptspiels wahrscheinlich ausgereicht hätten, um die Qualität des Mitbringspiels zu verbessern). Allerdings muss man an dieser Stelle den durchaus fairen Preis erwähnen. Aber vielleicht wären 1-2 Euro mehr für eine bessere Qualität nicht verkehrt gewesen?

Rein spielerisch wurde das bewährte Prinzip aber optimal als Mitbringspiel umgesetzt: Anstatt der individuellen Spielerboards gibt man seine Tipps direkt auf den Landkarten ab (und gerade deswegen hätte ich mir eine bessere Qualität gewünscht) und die Punkte werden separat notiert. Das sammeln von Karten wurde komplett gestrichen und die Regeln wurden für ein schnelles Spiel zwischendurch gestrafft. Auf die nächste Gartenparty sollte man allerdings darauf verzichten (ein Glück kommt bald der Winter), da man ansonsten sehr schnell beobachten kann, wie das „Spielbrett“ vom Winde verweht wird.

Die Welt: Singapur, wo liegt das nur? von Günter Burkhardt
Erschienen bei Kosmos
Für 2 bis 6 Spieler in ca. 60 Minuten
Boardgamegeek-Link

Vielen Dank an Kosmos für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Kosmos)
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14.10.2015

Meine Spiel 2015 - Ein ganz persönlicher Rückblick


Auch dieses Jahr ging es wieder voller Vorfreude zum Brettspielevent Nummer 1 in Deutschland - der Spiel in Essen. Bei mir war es aber schlussendlich eine knappe Sache, denn ich habe bis zuletzt mit einer ziemlich heftigen Erkältung zu kämpfen gehabt. Aber am Ende ist dann ja nochmal alles gut geworden.

Die Vorbereitung auf die diesjährige Messe musste aus diesem Grund auch ein klein wenig leiden. Normalerweise filtere ich ja alle Spieleneuheiten, schreibe mir eine Liste mit den interessanten Titeln raus und notiere mir zuletzt dann noch die Standnummern, bei denen ich vorbeischauen muss. Dieses Jahr hatte es mich allerdings so sehr erwischt, dass letzteres erst auf der Autofahrt nach Essen auf die Schnelle nachgeholt werden musste. Man, man, man.

Ich gebe zu, dass ich dieses Jahr dann auch mehr der typische Besucher war, als der Blogger. Also fast keine hippen Gespräche mit Verlagen und Bloggerkollegen, sondern mehr schlendern, interessante Spiele anschauen und die ein oder andere Fachsimpelei mit Spielebegeisterten.
Ich muss zudem zugeben, dass sich mein Kaufverhalten auf der diesjährigen Spielemesse dann auch noch ein Stück weit geändert hat im Gegensatz zu den vorherigen Jahren. Habe ich auf den letzten Messen noch eher die aktuellen Titel abgestaubt, habe ich dieses Jahr fast ausschließlich Titel gekauft, welche ich später dann eher teurer und schwerer bekommen würde, da kleiner Verlag, kleine Auflage oder schwacher Vertrieb. Den Rest kann man später dann auch immernoch auf den üblichen Onlineportalen (meistens auch viel günstiger) ergattern.

Mit großen Fakten zur Messe will ich Euch dann an dieser Stelle auch garnicht langweilen. Da verweise ich einfach, wie so oft, an die viel ausführlicheren Berichterstatungen der Kollegen. Nur so viel: Alles wird größer, bunter und vielfältiger. Wer dachte, dass die Neuheitenflut so langsam abebben würde, der hat sich geschnitten. Irgendwo habe ich die Zahl 1000 Neuheiten aufgeschnappt. Das ist natürlich ne echte Hausnummer. Man hat es aber vor Ort auch gemerkt. Alle Hallen waren propper gefüllt und selbst in der, oft stiefmütterlich behandelten, Halle 7 gab es einiges zu sehen. Gerade dort gab es so manche echte Messeperle. Traut Euch also ruhig mal an den Kinderspielgeräten in der Gallerie vorbei.

Bei mir sind es dann also am Ende nur 10 Titel geworden, was ich grundsätzlich gut finde, denn ich bin unter meinem Budget geblieben. Dass ich dieses dann aber nach der Messe mit zwei direkten Onlinenachbestellungen doch irgendwie überschritten habe, muss hier ja keiner so genau nehmen.

Wie auch letztes Jahr gibts hier die Liste der gekauften Messetitel. Dieses mal auch ganz cool mit "Loot-Bild". Nicht dabei sind natürlich die zwei Nachbestellungen Waste Knights und The Producer 1940-1944, die ich zwar auf der Messe wahrgenommen habe, aber mich dann irgendwie nicht mehr durchringen konnte, sie doch mitzunehmen.

 
  • Mega Civilization
Ja, Mega sagt ja eigentlich schon alles. Groß, episch, Civ. Das sind drei gute Kaufgründe und vermutlich auch der Grund, weshalb mein Budget so flott ans Limit ging. Jetzt muss ich nur noch in einen größeren Spieltisch investieren. Da gab es ja auch genügend Aussteller zum Thema. Ins Fitnesstudio muss ich übrigens auch nicht mehr, wenn ich täglich die Box immer mal ein paar Meter durch die Wohnung trage. Win-Win.

  • Eight Epics
Ich war dieses Jahr einfach mal wieder so frech und habe einen Großteil der Japon Brand Spiele blind bestellt. Meistens kommt ja auch irgendwie was gutes bei rum. Hier geht es auch solo und irgendwie hat mich das Thema angelacht.

  • Vampire Radar
8-bit Grafik, Vampire. Das klingt gut. Das Ganze war auch recht günstig, also habe ich es natürlich auch eingepackt. So wirklich viel weiß ich aber hier auch nicht.

  • Air Alliance
Das war dann der größte Titel von den Japanern. Ich habe schon lange mit Áeropostale geliebäugelt. So richtig konnte ich mich nicht durchringen, da habe ich dann einfach zum japanischen Pendant gewechselt. Das Ganze sieht recht interessant aus und schließt in meiner Sammlung (zumindest thematisch gesehen) eine Lücke.

  • Sheep & Thief
Das Spiel war auf der Fairplay-Liste, also muss es gut sein. Ich habe dann nach dem Kauf von einem Messemitfahrer gehört, dass die Schafe, welche aus kleinen süßen Stoffkügelchen bestehen, zu leicht vom Spielbrett fliegen sollen. Ich werde das Spiel auf Herz und Nieren (auch unter erschwerten Bedingungen) testen müssen.

  • Time Stories und Erweiterung
Okay, da ist also doch ein "Mainstream"titel. so richtig konnte ich bei Time Stories aber auch nicht widerstehen. Ich meine, es wäre vermutlich klüger gewesen zu warten bis jemand sein gebrauchtes Exemplar auf dem zweiten Markt anbietet, aber dann müsste ich vermutlich viel zu lange warten, um endlich in den Genuss dieses Titels mit den großen Vorschusslorbeeren zu kommen.

  • Sioux
Ich bin ja sonst eigentlich nicht so der Impulskäufer. Als ich dann aber gut ne Stunde am Heidelbärenstand angestanden habe um endlich in die Schnäppchenhölle  zu kommen, musste ich das Spiel einfach, aufgrund der schicken Verpackung (und vermutlich auch ausschließlich deswegen) für knapp 3,00 EUR mitnehmen.

  • Goblins Inc.
Auch hier etwas aus dem Schnäppchenstand der Bären. War letztes Jahr schon da, hat mich auch da gereizt und war dieses Jahr dann einfach nochmal einen Ticken günstiger. Jetzt steht es also bei mir im Regal. Mal sehen, wann es auf den Tisch kommt.

  • A Game of Gnomes
Wow, Bei den Jungs von Fragor muss man sich schon fragen, wie sie es schaffen immer so einen Hype um ihre Spiele zu erzeugen. Bei der köstlichen Ironie des Titels zu einer derzeit angesagten TV-Serie und einem 3D-Berg, welchen man, laut Aussage von Herrn Danzer bei der Erklärung, auch bedenkenlos an die Wand als Setzkasten für Cthulhu-Miniaturen hängen kann, musste ich dann einfach zuschlagen. Auf den ersten Blick: Supertolles Material und ein schön leichtes, fluffiges Familienspiel.

  • Die Piraten der 7 Weltmeere
Es gab eine persönliche Erklärung des Chefs des neuen Verlages 2Geeks. Der Titel hängt ja mechanisch recht eng mit einem neuen Titel der polnisches Jungs von Portal Publishing zusammen, macht auf mich aber einen schicken Eindruck. Piratenspiele sind grundsätzlich gut, innovative Spielschachtelkonzeptionen sowieso. Später wirds hier nen ausführlichen Test zu geben.

Ich denke mal mit Mega Civilization und A Game of Gnomes habe ich verpackungstechnisch wohl die dicksten Dinger geschossen (mal vom Adventskalender abgesehen).
Wie sah der Messebesuch bei Euch aus?
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12.10.2015

Neu auf Kickstarter - 42. Kalenderwoche


Essen 2015 ist Geschichte. Wie schaut es mit Eurem Budget aus? Ich für meinen Teil bin drunter geblieben. Das lag aber in erster Linie daran, dass ich noch etwas Kleingeld für Kickstarter und andere Vorbestellungen gebraucht habe. Einen ausführlicheren Messebericht gibt es dann die Tage. 
Jetzt gehts erstmal wieder in die gewohnte Berichterstattung - mit den montäglichen Kickstarternews!
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09.10.2015

Black Fleet - Piraten machen auf Familie


Ich mache jetzt mal was ganz Verrücktes! Während alle das Netz nach Rezensionen zu den neusten Messe-Hits durchstöbern, bin ich einfach mal so frei, ein Spiel aus dem vergangenen Jahr unter die Lupe zu nehmen. Warum auch nicht? Leinen los und Kanonenrohre geputzt für Black Fleet von den Space Cowboys!

Ja, ich stehe auf Piraten - und zwar thematisch. Das fing damals auf dem Amiga bereits mit Sid Meiers: Pirates an, ging dann mit dem LucasArts Klassiker Monkey Island (aber bitte nur die ersten zwei Teile) weiter, und endete dann vorerst mit einem meiner thematischen Lieblingsbrettspiele Merchants & Marauders. Dass es aber brettspieltechnisch noch so einiges weiteres an Material zur Piratenthematik gab, habe ich auch mal ganz zu Anfang meines Bloggerdaseins in einer Folge der MonkeyTales aufgezählt. Ich war also zunächst gespannt, ob sich Black Fleet gut in den Piratenspielekanon einreien würde.


In Black Fleet übernehmen 3 bis 4 Seebären exakt zwei Rollen. Einerseits steuert man einen freundlich gesinnten Händler, mit dem man versucht Waren von A nach B zu verschippern; andererseits steht mir auch praktischerweise ein loyaler Pirat zur Verfügung, der die Händler meiner Mitstreiter um die eben genannten Waren erleichtern soll. Während ersterer die Waren günstig einkauft und am anderen Ende der Karibikkarte teuer verhökert, legt letzterer das erbeutete Diebesgut gewinnbringend an - in einer Piratenhöhle (wie das Piraten eben so machen). Übergeordnetes Ziel ist es aber möglichst viel Gold zu machen und mit diesem dann das Lösegeld für die Governeurstochter zu bezahlen. Hach, wie romantisch!


Gesteuert wird das Ganze recht simpel. Mir stehen zu Beginn eines jeden Zuges zwei Bewegungskarten zur Verfügung, welche anzeigen welches meiner Schiffe ich wie weit fortbewegen darf. Zusätzlich darf ich pro Zug ein dort aufgeführtes neutrales Kriegsschiff manövrieren, welche Piraten ihrer gerechten Strafe zukommen lassen - ergo sie versenken. So entsteht ein klassicher Ökozyklus. Pirat versenkt Händler, Kriegsschiff versenkt Pirat.
Das Salz in der bis dahin recht ideenlosen und zu simpel wirkenden Spielidee ist zweierlei. Erstens die Sonderkarten, welche unverhersehbare Spielsituationen herbeiführen. So fliegt beispielsweise ein sicher abgehängt geglaubtes Piratenschiff urplötzlich auf einer riesigen Flutwelle über die Inselwelten hinweg und erledigt das sich bereits in Sicherheit wiegende Händlerschiff kurz vor der Hafeneinfahrt.
Und zweitens die Qualität der Komponenten. Echte Silbermünzen, tolle Schiffsminiaturen, ein schickes thematisches Boxinlay und ein liebevoller Spielplan. Da macht es einfach Spaß zu spielen.


Packt man all das zusammen, dann ist Black Fleet ein leichtes aber interessantes Familienspiel, welches das Piratenthema - nicht zuletzt durch seine cartoonartige Grafik - kindgerecht präsentiert. Das Spielprinzip ist einfach, schnell erlernt und dennoch abwechslungsreich. 
Ein Vergleich zum großen thematischen Bruder Merchants & Marauders muss es sich aber dennoch gefallen lassen. Suche ich die Piratensimulation bin ich hier nicht richtig. Suche ich epische Seeschlachten, bin ich hier nicht richtig. Suche ich vielfältige Optionen, bin ich hier nicht richtig. Suche ich große Taktik, bin ich hier nicht richtig. Dann greife ich lieber zu Merchants & Marauders.
Suche ich jedoch eine flotte, abgespeckte, reduzierte, leichtere Option mit hervorragender Piratenthematik, dann kann ich mit Black Fleet nichts falsch machen. Manchmal habe ich einfach Lust auf flotte Seewinde, rauchende Kanonenrohre und klimperndes Münzgeld - ohne großes Gedankenkino. Ich muss damit zurecht kommen, dass meine Händler kurz vor knapp am Hafen versenkt werden, oder dass mein Piratenschiff bereits das dritte mal im Spiel durch die Kriegsschiffe gestellt wird. Black Fleet will keine ernsthafte Simulation sein, es macht sich nichts draus, dass hier mal eben das berühmte Quäntchen Glück benötigt wird, es will einfach nur unterhalten. Und das tut es mit seinen absolut genialen Komponenten und seiner flotten Art definitiv! Und das nicht als "Einsteigerversion" zum großen thematischen Bruder. Arrrrrrrrrr. ein feines Boot!

Black Fleet von Sebastian Bleasdale
Erschienen bei Space Cowboys
Für 3 bis 4 Spieler in ca. 60 Minuten
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Vielen Dank an Asmodee für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Asmodee)
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05.10.2015

Neu auf Kickstarter - 41. Kalenderwoche


Diese Woche geht es ab nach Essen. Wer mir mal Hallo sagen oder auch einfach nur mal die Meinung zu meinen Beiträgen geigen will, der kann mich gerne mal kontaktieren.
Ansonsten gibts endlich die versprochene Vorstellung von The 7th Continent. Over and Out im Messemodus!
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29.09.2015

Die Zwerge: Das Duell - Zwei Gesichter


Kurz zum Hintergrund: Ich kenne die Romane von Markus Heitz nicht. Den thematischen großen Bruder in Form des rein kooperativen Spiels Die Zwerge habe ich gespielt und für gut befunden. Ich bin zudem grundsätzlich ein Freund von kurzen 2-Spieler-Spielen. Android Netrunner wird wohl ewig einer meiner absoluten Favoriten bleiben. Eigentlich müssten doch die Voraussetzungen für Die Zwerge: Das Duell mehr als rosig sein, oder?

Vorweg: Kurz und knackig scheint Die Zwerge: Das Duell von der reinen Spieldauer schonmal zu sein. Dass dann noch eine kleine Minierweiterung zum großen kooperativen Bruder mit dabei ist, freut mich und nehme ich gerne mit. Immer schön zu sehen, wenn ein Verlag, quasi als kleines Dankeschön, den Kauf von, vielleicht sonst nicht so populären, Spielen mit Extras subventioniert. Das freut den Spieler und sorgt für etwas mehr Umsatz in den Verlagskassen. Win-Win.

In Die Zwerge: Das Duell haben wir ein Kopf an Kopf Duell zwischen den dunklen Mächten und den heroischen Zwergen. Während beide Spieler mit einem exakt identischen Kartenstapel versuchen möglichst viele Siegpunkte auszulegen, ist es gleichzeitig notwendig eine Kartenarmee aufzubauen und die gegnerischen Siegpunkte zu zerstören.
Gespielt wird mit Würfeln, welche es erlauben bestimmte Karten ins Spiel zu bringen und diese dann auch mit der richtigen Kombination zu aktivieren. Dafür wird in erster Linie ein Würfelwurf von mehreren Gleichen benötigt. Verkürzt: Je mehr gleiche Symbole ich würfle, umso mächtigere Karten kann ich ausspielen oder umso mächtigere Aktionen kann ich aktivieren. Würfle ich hauptsächlich unterschiedliche Symbole, trete ich vornehmlich auf der Stelle. Gut, dass dann im Zweifel immernoch das Nehmen einer Jokerkarte bleibt, sollte ich gar keine Würfelaugen verwenden können. Damit garantiere ich zumindest im kommenden Zug agieren zu können. Gut gelöst.
Ist ein Nachziehstapel erschöpft, endet das Spiel sofort. Der Sieger ist der Spieler, der seine Siegpunktkarten am meisten Ausspielen und am besten schützen konnte.

Die Zwerge: Das Duell ist nachweislich schnell erklärt, und genau so schnell gespielt und verstanden. Das Spiel bietet zwar thematisch eine große Schlacht zwischen Gut und Böse, rangiert aber spielerisch eher auf der seichten Seite. Die Altersangabe für Spieler ab 10 Jahren gibt da bereits ziemlich genau die Zielgruppe vor. Für mehr als ein leichtes Familienwürfelspiel reicht es dann aber auch nicht. "Zu glückslastig und teilweise willkürlich für ältere Spieler" muss daher für mich das Urteil sein. 
In Die Zwerge: Das Duell kann ein Spielzug beispielsweise so aussehen: Ich ziehe zwei Karten nach und würfle bereits mit 5 Würfeln, da ich bereits mächtige Unterstützungskarten zur Verfügung habe. Ich würfle zwar mittelmäßig (wenige gleiche), kann aber durch meine große Kartenauslage, die ich mir in der Vergangenheit aufgebaut habe, dennoch viel machen. Ein Schaden hier, ein Schaden da. Dann noch mal eben eine Handkarte des Gegners abgeworfen. Zack. Ein passabler Zug - trotz mittelmäßigem Wurf. Die Zwerge: Das Duell scheint mir Möglichkeiten zu geben. Ich wähle zwischen Optionen. Die Spieldauer vergeht wie im Fluge.
Ein anderes Beispiel: Ich ziehe eine Karte nach, da ich bereits das gesamte Spiel darauf warte endlich meine Unterstützungkarte zu ziehen und ausspielen zu können, welche es mir endlich erlaubt mehr nachzuziehen und damit endlich mehr Optionen zu haben. Ich würfle mit nur drei Würfeln. Ebenfalls Nachziehpech, dass die lang ersehnte Karte nicht kommt. Dann auch noch das! Drei unterschiedliche Würfelaugen! Ich habe wenige Karten ausliegen. Die wenigen, die ich auslegen konnte, wurden durch meinen Gegner zerstört, da er einfach mehr Würfel- und Nachziehglück hatte. Mir bleibt keine Option: Ich muss eine Jokerkarte nehmen um wenigstens im nächsten Zug etwas zu unternehmen. Die Zwerge: Das Duell gibt mir keine Optionen. Ich reagiere nur auf die nachgezogenen Karten und hänge am Würfelglück. Ich warte nur darauf, dass die 30 minütige Spieldauer endlich vorbei ist. Es fühlt sich jetzt schon an wie eine Ewigkeit.


Unterschiedlicher könnten die Erfahrungen nicht sein. Die Zwerge: Das Duell zeigt diese zwei Gesichter leider viel zu oft. Zu sehr hängt Erfolg und auch Spaß am Spiel hier vom Würfel- und Nachziehglück ab. Klar! Eine Maschine will auch hier aufgebaut werden. Während anfangs noch für jede ausgelegte Unterstützung und jeden ausgespielten Verbündeten lange gespart werden muss, legen diese sich später fast wie von selbst aus. Habe ich aber - gerade am Spielanfang - das berühmte Quäntchen mehr Glück als mein Gegenüber, dann setze ich mich schon früh ab und bin auch so leicht später nicht mehr einzuholen. Das ist schade! Da hilft dann auch eine vermeintlich kurze Spieldauer nichts, wenn selbst eine halbe Stunde sich in diesen Augenblicken wie eine kleine Ewigkeit anfühlen kann.

Die Zwerge: Das Duell ist daher leider nichts für uns Vielspieler. Das soll es aber auch garnicht sein. Wir wollen mehr Taktik, weniger Glück, vielleicht sogar unterschiedliche Kartendecks mit asynchronen Spieltaktiken. Da gibt es zahlreiche ebenfalls kurze und leichte Absacker mit mehr Tiefe und interessanteren Entscheidungen.
Kinder ab 10 Jahren und Gelegenheitsspieler schätzen aber genau diese Art von Kartenspiel. Die schicken Illustrationen und der damit verbundene Flair lassen sicherlich Kinderaugen und Gelegenheitsspieler heller Strahlen. Daher vielleicht für diese Zielgruppe einen Blick wert.



Die Zwerge: Das Duell von Michael Palm und Lukas Zach
Erschienen bei Pegasus
Für 2 Spieler in ca. 30 Minuten
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Vielen Dank an Pegasus für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

sämtliche Bilder sind von www.boardgamegeek oder dem jeweiligen Verlag (hier Pegasus)
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